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Es war
der sechste Streich aus meinem "SEVEN SUMMIT SPEED"-Programm,
die Skischnellbesteigung des Denali 6.194 m (Mt. McKinley) vom Flugzeug
Landeplatz am Kahiltnagletscher aus.
Christian
Stangl (Text und Bilder)
Die
Route über den "West Buttress" ist 24 Kilometer lang,
führt über ca. 4.500 Höhenmeter und ist technisch einfach,
also ideal für eine Skibesteigung.
Vom Landestreifen am Kahiltnagletscher (2.180 m) geht es zunächst
200 Höhenmeter bergab über den "Heartbreaker" Hügel,
danach 12 Kilometer sehr flach zum "Eleven Camp" (von: 11.000
Fuß Camp entspricht ca. 3.200 Meter), danach über "Windy
Corner" zum "Fourteen Camp", weiter über "Seventeen
Camp" und Denali Pass zum "Fußballfeld". Hier kleiner
Gegenanstieg und über Gipfelhang und Gipfelgrat zum Höchsten
Punkt Nordamerikas.
Der Gipfel
wäre theoretisch auch für eine Standardbegehung in gut vier
Tagen möglich, wenn da nicht das Problem mit dem Alaska-Wetter
wäre. Bergsteigergruppen kalkulieren im Durchschnitt zwischen 14
und 20 Tage am Berg. Gut drei Viertel der Zeit muss wegen Schlechtwetters
wartend im Zelt verbracht werden.
Erster
Versuch
Nach meiner
Ankunft im "Kahiltna" Basislager (2.180 m) am 19. Mai bekam
ich meine erste Chance auf eine Speedbeghung bereits am 20/21. Mai.
Der Versuch endet jedoch auf 5.200 m. Bedrohliche "Lenticularis"
Wolken über dem Gipfel mahnen instinktiv zur Umkehr. Vier Tage
Schlechtwetter mit Schneefall, schlechter Sicht und starkem Wind folgten.

Zweiter
Versuch ...
Am 25.
Mai zeigte sich der Denali erstmals wieder in "voller Größe"
vom Basislager aus.
Um 20.30 verließ ich abermals das Basislager. Nach genau 3 ½
Stunden ließ ich Lager 1 hinter mir, nach insgesamt 5 ½
Stunden passierte ich Lager 2. Um ca. 6:00 morgens erreichte ich den
Denalipass auf 5.400 m Höhe. Wegen der Wolken, die hier von Norden
auf den Berg trafen, bekam ich Orientierungsprobleme. Mehrmals setzte
ich GPS Orientierungspunkte, um mich für den Rückweg abzusichern.
Die Sichtprobleme warfen mich aus dem Rhythmus, ich dachte mehrmals
daran den Besteigungsversuch abzubrechen.
Zwischen den Wolkenfetzen tauchte aber immer wieder ein Stück blauer
Himmel auf und ich setzte meine Begehung fort.
An den "Archdeacon's Towers" am Gipfelplateau ließ ich
diesen störenden Wolkenteppich endgültig unter mir und ich
stieg gegen das unendliche Blau Richtung Gipfel.
Um 13.15 des 26. Mai stand ich am höchsten Punkt.


Nur
die "Silberne" am höchsten Berg Nordamerikas!
Mein
Ziel die alte Rekordmarke von Chad Kellogg aus dem Jahre 2003 in 14h
22min vom Basislager zum Gipfel zu unterbieten, habe ich leider verfehlt.
Chads Bestzeit gilt zwar auch heute noch wegen fehlender Gipfelfotos
als umstritten, denke aber dass eine solche Zeit durchaus realisierbar
ist. Zudem ist Chad Amerikaner und war in dieser Zeit als Nationalpark
Ranger im Denali Nationalpark tätig - er hatte somit die Möglichkeit
in den drei obligaten "Denali" Monaten Mai, Juni und Juli
die besten Bedingungen abzuwarten. Er benutzte zudem auch "Depots"
in den vorhandenen Lagern.
Die
Pläne für die Zukunft:
Im November/Dezember
2007 soll es an den Mt. Vinson gehen, damit wäre das SEVEN SUMMIT
SPEED-Project eine runde Sache.
Momentan
träume ich von einem ruhigen Sommer im Gesäuse mit viel Felsklettern
und superlangen Bergläufen. Aber Stopp: Ist da nicht noch der unbezwungene
Mazeno Kamm am Nanga Parbat? Und die alte Rekordzeit am K2 in
22 Stunden vom Basislager zum Gipfel (Benoit Chamoux 1986) - ist auch
nach wie vor ungebrochen
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