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Mountainbiken rund um Wien

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Buhl - Cover

Horst Höfler & Reinhold Messner (Hg.)

Hermann Buhl

Am Rande des Möglichen

(2003, AS Verlag, ISBN 3-905111-88-8, 272 Seiten, 139 Abbildungen)


Klappentext:

"Bergsteigen ist mehr als ein Sport. Es ist eine Leidenschaft."

(Hermann Buhl)

Der Innsbrucker Hermann Buhl (1924-1957) war der bahnbrechende Bergsteiger der Fünfzigerjahre. Mit vierzehn Jahren begann er im heimatlichen Karwendel zu klettern; mit neunzehn gelang ihm seine erste Neutour, die Durchsteigung der Westwand der Maukspitze im Wilden Kaiser, die wahrscheinlich bereits den VII. Schwierigkeitsgrad streifte. Nach Kriegsgefangenschaft und Entbehrung knüpfte er nicht nur wieder an seine früheren Leistungen an, sondern steigerte sein Können an den alpenweit schwierigsten Routen zur Perfektion. Die erste Winterbegehung der Marmolada-Südwestwand, der Walkerpfeiler, die Eiger-Nordwand oder die erste Solodurchsteigung der Piz-Badile-Nordostwand untermauerten seinen Ruf als bester deutschsprachiger Bergsteiger. Mit der ersten Ersteigung des 8125 Meter hohen Nanga Parbat im Alleingang wurde Hermann Buhl 1953 zum weltberühmten Alpinisten.
Nach seiner zweiten Achttausender-Erstbesteigung des Broad Peak kam Buhl 1957 an der Chogolisa durch einen Wechteneinbruch ums Leben - und wurde zur Legende. Er war getrieben von der Suche nach Neuem, Ungewissem; sein Ehrgeiz war kompromisslos. Mit seiner Forderung nach leichtem, elegantem Klettern "ohne die lästige Schlosserei", dem Aneinanderreihen von Touren im Oberreintal und der Umsetzung des Alpinstils auf den Expeditionen war er seiner Zeit weit voraus.
Auszüge aus seinen Touren- und Tagebüchern, verstreut erschienene Berichte und Aufsätze, die biografische Einordnung durch die Herausgeber, aber auch Beiträge ehemaliger Tourenpartner lassen ein lebendiges Bild des Ausnahmebergsteigers entstehen. Auf der beigelegten CD ist Hermann Buhl im Original zu hören, der von seinem Alleingang auf den Nanga Parbat berichtet. Sie beinhaltet außerdem Stellungnahmen von Reinhold Messner, von Buhls Frau Generl und seiner Tochter Kriemhild, von Bergsteigerkollegen - unter anderem Marcus Schmuck, Fritz Wintersteller und Hermann Köllensperger - sowie die ergreifende Schilderung Kurt Diembergers, der Buhls Absturz an der Chogolisa miterlebte.


Kommentar:

Hermann Buhl, der Prototyp des heutigen Freeclimbers und Allroundbergsteigers, hat das vorgelebt, wovon viele heute träumen: Mit eisernem Willen und einem vernünftigen Maß an Ehrgeiz und rebellischer Einstellung Ziele anzugehen und zu erreichen. Eis, Kälte, schwierigste Wände konnten ihn genausowenig von seinem Weg abbringen wie der unlogische Befehl eines Expeditionsleiters. Seine kompromisslose Zielstrebigkeit, seine Härte gegenüber sich selbst und seinen Wegbegleitern, sein Wille, nach den Sternen zu greifen und sein Perfektionismus machen ihn heute zur Legende mit Kultcharakter.
Das vorliegende Buch könnte er selbst geschrieben haben, so authentisch ist es; Tagebucheintragungen, Berichte und Erinnerungen vermitteln das komplette und direkte Bild eines schwierigen, aber ungemein kompromisslosen Menschen, der sich durch Fels und Eis in die Alpingeschichte gerungen hat. Atemberaubend seine "Tourenbücher", in denen er schwierigste Nordwand-Besteigungen schildert, packend sein "Live-Bericht" von der Erstbesteigung des Nanga Parbat, berührend die Erinnerungen Luis Vigls und Marcus Schmucks an Hermann Buhl. Synchronisierende Eingriffe der Herausgeber sind kaum zu bemerken.
Zahlreiche Schwarzweiß-Bilder und nicht zuletzt die CD mit der Original-Stimme des großen Alpinisten machen das Buch zu einem unvergesslichen Erlebnis.