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Thomas Ulrich

Eiger-Nordwand

Mit Nagelschuhen und Hanfseil auf den Spuren der Erstbegeher

(2003, AS Verlag, ISBN 3-905111-86-1, 144 Seiten mit 118 Abbildungen)


Verlagsinformation:

Im August 2002 haben die Profibergsteiger Stephan Siegrist und Michal Pitelka eine "Retro-Begehung" der Eiger-Nordwand von 1938 in Originalausrüstung realisiert. Der Fotograf Thomas Ulrich und ARTE begleiteten die Alpinisten auf ihrer Nostalgie-Tour. Ulrich, der "Kameramann in der Wand", lieferte eindrucksvolle Bilder aus der Eiger-Nordwand. Weder bei der Kletterei noch bei seiner Arbeit mit der Kamera durften ihm Fehler unterlaufen. Unter diesem psychischen Druck entstanden eine umfassende Dokumentation und ein einzigartiges Buch: Eiger-Nordwand.

Mit Nagelschuhen und Hanfseil - Im Vordergrund des Projektes stand für alle Beteiligten eine möglichst authentische Rekonstruktion der Erstbegehung von 1938. Das Team recherchierte jedes Detail dieser Unternehmung. Sie ließen Schuhe nach alter Vorlage aus Leder anfertigen und mit Metallnägeln, den sogenannten Tricounis, beschlagen. Handwerker stellten eigens Hanfseile und Steigeisen her. Die historische Kleidung und Ausrüstung wurde aufwändig zusammengetragen.
Der mit Sicherheit spannendste Teil der Vorbereitungen war für alle das Zusammentreffen mit den beiden noch lebenden Erstbegehern Heinrich Harrer und Anderl Heckmair.

Fernab von High-Tech-Ausrüstung fängt Thomas Ulrich die Ästhetik der dreißiger Jahre in authentischen schwarz-weiß-Aufnahmen ein, die den Betrachter in eine längst vergangene Zeit versetzen.

Thomas Ulrich dokumentiert in seinem Buch das beeindruckende Ergebnis eines zweijährigen "acte de force". Er schafft eine historische Hommage, deren Bilder den Worten Heckmairs ein Denkmal setzen: "Ein Bergsteiger ist meines Erachtens nicht, wer nur extreme Touren unternimmt oder nur eine Zeit lang "bergsportlich" tätig ist, sondern wer auf Dauer dem Berg im weitesten Sinn als Lebensideal verbunden bleibt."


Kommentar:

Eine großartige Idee mit einem großartigen Ergebnis: Atemberaubende Bilder vermitteln einen noch nie dagewesenen Eindruck von der Steilheit und Gefährlichkeit der Eiger-Nordwand. Die bewusst in schwarz-weiß gehaltenen Fotografien wie auch die Protagonisten des Buches schaffen locker ein nahtloses Ineinander von Geschichte und Gegenwart - die Grenzen zwischen Raum (oben und unten) und Zeit (gestern und heute) verschwimmen zu einer traumhaft schönen Geschichte.

Und immer wieder die Frage: Wie konnten Harrer & Co. diese Wand mit Hanfseil und Nagelschuhen bewältigen? Beim Durchblättern dieses Buches kommt Ehrfurcht auf, nicht nur vor der Leistung Siegrists und Pitelkas, die mit der nostalgischen Ausrüstung ja auch "Neuland" betraten, sondern auch vor dem Können der Erstbegeher.

Ach ja, um nicht zu vergessen: Solche, denen bei großen Höhen übel wird, sollten bei der Lektüre von "Eiger-Nordwand" vorsichtig sein!