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Thomas Huber

Ogre

Gipfel der Träume

(2002, blv-Verlag, ISBN 3-405-16374-9, 175 Seiten, zahlreiche Farbfotos)


"Die alpinistische Herausforderung kann nicht mehr gesteigert werden, wir waren nur zu zweit, gleich schlecht und fast ganz im alpinen Stil unterwegs. Dennoch nagt er in mir, der Wurm, der "Ogre-Virus" und lässt mich nicht los. Ich will diesen Berg besteigen, der wie eine unnahbare Trutzburg so mächtig am Rande des Biafo-Gletschers steht. Es ist kein schöner Gipfel im Sinne von Linien, Gestalt, Form, Ästhetik. Aber es ist ein absolut abweisender Gipfel, er verströmt den Hauch von Unberührbarkeit, von Macht und Gewalt. Und dann ist da noch die Geschichte, der Mythos, den sich dieser Berg seit nun mehr als zwanzig Jahren aufgebaut hat." (Jan Mersch in "Ogre - Gipfel der Träume", S. 99)

Klappentext:

Der Ogre, der "Menschenfresser" im Karakorum, ist ein Mythos - abweisend, geheimnisvoll, gefährlich. Thomas Huber dokumentiert die Besteigungsgeschichte eines der schwierigsten Berge der Welt. Nach der dramatischen Erstbesteigung durch Chris Bonington und Doug Scott 1977 sind viele Expeditionen gescheitert. Erst 2001 war wieder eine Expedition erfolgreich: Thomas Huber schaffte zusammen mit Iwan Wolf und Urs Stoecker die Zweitbesteigung dieses Siebentausenders.

Mit einem Vorwort von Reinhold Messner und Beiträgen von Elies Coll, Alexander Huber, Malte Roeper, Tom Dauer, Jan Mersch sowie Chris Bonington.


Kommentar:

"Moderne Gladiatoren" und der "Menschenfresser"

"Nicht der Gipfel ist es, den man bezwingt, sondern das eigene Ich", soll Edmund Hillary einmal gesagt haben. Das scheint auf den ersten Blick beim Ogre nicht zuzutreffen - die besten Bergsteiger der Welt haben sich an ihm, dem "Menschenfresser", versucht - und sind gescheitert.

Der grandiose Bildband erzählt in authentischer und spannender Weise von jenen "modernen Gladiatoren, die in einer neuen Arena aus eisigen Bergen das Spiel um Leben und Tod spielen" (S. 149), und deren Hauptkontrahenten, dem Ogre, Künstlername: "Menschenfresser".

Allen Berichten voran Boningtons Schilderung der dramatischen Erstbesteigung und seines eigenen Leidensweges, als er mit gebrochenen Beinen vom höchstgelegenen Lager ins Leben zurückkriecht. Dann die Japaner, die 20 Meter vor dem Gipfel umkehren, Thomas Hubers eigene gescheiterten Versuche, Wettläufe und Tragödien, Nächte in überhängenden Felswänden, Bären im Basislager, Lawinen und Eisstürme - 20 erfolglose Versuche einer Zweitbesteigung, bis endlich Thomas Huber, dem älteren Bruder der inzwischen legendären "Huaba Buam", die erträumte Zweitbesteigung gelingt.

Was an dem großformatigen Band erstaunen macht, dass sich Fotos und Text in grandioser Weise ergänzen und nicht aufeinander verlassen. Wort und Bild erzählen für sich eigene Geschichten voller Dramatik, Spannung, aber auch Emotionen und Gefühle. Aus jeder Zeile wird die Sucht nach Grenzbereichen, der Rausch der Vertikalen, wird jener "Ogre-Virus" spürbar, dem Extrembergsteiger wie Huber & Co. mit Haut und Haar verfallen sind. Und dann merkt auch der Nicht-Bergsteiger, was eigentlich am Ogre tatsächlich bezwungen werden muss: doch das eigene Ich.


Zu Thomas Huber:

Schon im Alter von zehn Jahren begann Thomas Hubers Entwicklung zum leidenschaftlichen Bergsteiger und Kletterer. Mit spektakulären Erstbegehungen - zusammen mit seinem Bruder Alexander - setzte er internationale Maßstäbe. Er ist staatlich geprüfter Berg- und Skiführer und seit 1995 Profibergsteiger.