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Cover

Michael Schober

Nationalpark

Hohe Tauern

(2002, Styria Verlag, ISBN 3-222-12975-4, ca. 160 Seiten, 140 Farbabbildungen, Format: 28 x 24 cm, gebunden)


Umschlagtext:

Gletscherbedeckte Gipfel, schroffe Kämme und steile Felswände: Rund um den Großglockner erstreckt sich der 1815 Quadratkilometer große Nationalpark Hohe Tauern. Er ist Lebensraum für eine einzigartige Fauna und Flora. Saftig-grüne Almwiesen, dunkle Bergwälder und tiefe Schluchten mit reißenden Gletscherflüssen prägen das Bild dieser grandiosen Landschaft. Michael Schober ist es gelungen, die Faszination des Nationalparks in prächtigen Bildern einzufangen, ergänzt durch großartige Panoramaaufnahmen - ein Bildband, der begeistert.


"Der Nationalpark ist gedacht als ein Geschenk an alle naturverbundenen Menschen. Was soll mit so einem Geschenk für die Menschen geschehen? Michael Schober zum Beispiel suchte mit der Kamera ganz absichtlich keine Menschen im Nationalpark. Er suchte den reinen Berg, die Landschaft, die nach ihren Gesetzen lebt. Und so sind nur auf drei Fotos in diesem Buch Menschen zu sehen, ganz klein. Schober will damit sagen, wir sind nur die Zaungäste des Nationalparks. Aber wer mit Schober mitschaut, wird sich als Mensch in der Landschaft wiederfinden. /.../ Gute Bilder brauchen keine Bildtexte, und im Buch sind sie so sparsam wie möglich gehalten, sie brauchen ein Bewusstsein, das den in optischen Signalen formulierten Text des Bildes eindringen lässt und ihn zu verarbeiten sucht. So sollte man entspannt vor diesem Bild sitzen und das Objektiv des Gehirns lange offen lassen, so gut es geht, ohne zu zittern, angesichts der Zeit, die hier zu sehen ist."

(Günter Lehofer im Vorwort von "Nationalpark Hohe Tauern")


Kommentar:

Bilder für alle Sinne

Nur selbst durch die Hohen Tauern zu wandern, kann schöner sein, als diesen Band durchzublättern. Und selbst dann wird man kaum zu jenen Ansichten gelangen, die uns Michael Schober in seinem Prachtband präsentiert.

Schober liefert weder grelle Sensationsaufnahmen noch Kitschgemälde, sondern Abbilder einer Natur, wie sie blüht und lebt. Die faszinierende Bergwelt der Hohen Tauern im Wandel der Jahreszeiten, als Bühne einzigartiger Schau- und Farbenspiele: ein schmelzender Eistropfen, der mäandernde Lauf eines Baches in poetischer Beziehung zum gewundenen Körper einer Schlange, prachtvolle Blüten- und Gipfelmeere, fliegende Adler und kämpfende Steinböcke - Schober beherrscht alle Facetten der Naturfotografie.

Wer seinen Tag optimistisch beginnen will, lege diesen Band aufgeschlagen auf den Frühstückstisch. Weshalb? Weil die aus den Bildern ausgehende Stille ansteckend wirkt. Ein Buch zum langsamen, meditativen Aus- und Einatmen. Manche Bilder sind von solch plastischer Tiefenschärfe, dass man sogar meint, die Klänge der Natur zu hören: das Rauschen von Wasserfällen, die Pfiffe der Murmeltiere oder die Entladung eines Gewitters. Schober gelingt es, alle unsere Sinne zu berühren. Der Anblick einer tiefverschneiten Landschaft macht frösteln, angesichts einer Wiese glaubt man förmlich die Blüten zu riechen. Lehofer hat Recht, wenn er im Vorwort dazu auffordert, nicht nur die Augen, sondern das Objektiv des Gehirns zu öffnen. Obwohl Schober den Menschen aus den Bildern ausgespart hat, steht man als Betrachter mitten drin.

Aus der Masse an Bildbänden sticht der vorliegende auch durch sein Engagement heraus. Über fünf Jahre hat Schober, immer den Gefahren von Wasser, Eis, Schnee, Fels und Kälte ausgesetzt, die Hohen Tauern durchwandert, bestiegen, durchklettert, um von den entlegensten Winkeln aus die Geheimnisse des Parks in Bildern einzufangen. Einmal verbringt er sogar eine frostige Jännernacht am Gipfel des Scharecks, um das erste Sonnenlicht auf Zelluloid bzw. Festplatte zu bannen.

Schobers Grundidee: mit Hilfe der Bilder den Menschen wieder an die Natur heranzuführen, ihn für den behutsamen Umgang mit den geschenkten Paradiesen zu sensibilisieren. Indem er den Menschen gleichsam nur als Zaungast an den Rand des Naturparadieses Hohe Tauern stellt, will er sagen: Pass auf, Mensch, dass du den größten Schatz, den du hast, nicht zerstörst!


Zu Michael Schober:

Michael Schober, 1965 in Villach geboren, zählt zu den besten Fotografen Österreichs. Der gebürtige Radentheiner ist seit 1999 selbstständig. Neben der Naturfotografie hat er sich in den letzten Jahren auch einen Namen in der Tourismus- und Werbefotografie gemacht. Zu seinen Kunden zählen nationale wie internationale Firmen.