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Kodas

Michael Kodas

Der Gipfel des Verbrechens

Die Everest-Mafia und ihre dreckigen Geschäfte


2008, Malik, ISBN 978-3-222-13238-4, 414 Seiten

Verlagsinformation:

Über 100 Tote, die den Weg nach oben säumen; Basislager, die zu Müllhalden verkommen sind – der engagierte Bergsteiger, Reporter und Pulitzerpreisträger Michael Kodas enthüllt, wie das Dach der Welt zum Gipfel des Verbrechens wurde.

Bis zu 500 Menschen stehen jedes Jahr auf seinem Gipfel, mindestens zehn von ihnen bezahlen dafür jährlich mit dem Leben: der Mount Everest, der höchste Berg der Erde, früher ein Mythos, das intensivste Erlebnis überhaupt, und heute der Inbegriff für Abzocke in der Todeszone. Kunden aus der ganzen Welt blättern bis zu 65.000 Dollar hin, um einmal ganz nach oben zu kommen – egal, ob sie fit genug, zu alt oder behindert sind.
Michael Kodas, der über 20 Jahre Erfahrung im Hochgebirge mitbringt und selbst zweimal den Everest bestieg, hat erlebt, wie aus den Basecamps Wildweststädte wurden, und war Zeuge, als der Engländer David Sharp langsam erfrieren musste, während 40 Bergsteiger an ihm vorbei zum Gipfel zogen. Ein hochbrisantes Bergbuch, in dem erstmals Schuldige beim Namen genannt werden.
Kommentar:

Gute Lektüre für Strand und Hütte

Michael Kodas berichtet in journalistischem, leider mitunter typisch amerikanischem (Konventional-)Stil über diverse mafiosen Gaunereien rund um den höchsten Gipfel der Welt und das Ende der guten alten Bergsteiger-Ethik zugunsten von Abzocke und Rücksichtslosigkeit. Eingestreut schockierende Berichte über allein gelassene und sterbende Bergsteiger oder den Diebstahl von lebenswichtigen Sauerstofflaschen und anderer wichtiger Ausrüstungsgegenstände – sogesehen könnte das Buch ruhig auch "Der Gipfel des Erbrechens" heißen. Den Beginn dieser unrühmlichen Ära setzte die Katastrophe von 1996, eindrucksvoll durch Jon Krakauer "In eisige Höhen" dokumentiert. Auch darauf nimmt Michael Kodas Bezug. Gelungen die Lesbarkeit und der spannende Aufbau des Buches, weniger gut, dass dessen Gehalt kaum über das "Eh-schon-Wissen" hinausreicht. Unterhaltsame Lektüre für Strand und Hütte, die aber nicht unbedingt weiser macht.
Zum Autor:

Der Outdoor-Experte Michael Kodas geht von Jugend an in die Berge und schreibt als Reporter des "Hartford Courant" seit zwei Jahrzehnten über Natur- und Bergthemen. 2004 nahm er mit seiner Frau, der Kamerafrau Carolyn Moreau, an der Connecticut-Everest-Expedition teil; zuletzt war er 2006 am Everest. Für seine journalistische Arbeit, u. a. für die "L.A. Times", "Newsweek" und die "Washington Post", wurde Kodas mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet.

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