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Mountainbiken rund um Wien

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Christian Stangl

Skyrunner

Unglaubliche Aufstiege eines alpinen Protagonisten


2009, Leykam, ISBN 978-3-7011-7642-7, 240 Seiten

Verlagsinformation:

Christian Stangl hat den Everest zur Tagestour reduziert, die Seven Summits in knapp 59 Stunden absolviert und die höchsten Gipfel der Anden in Serie bestiegen. Seine Rekorde sieht er weniger als eine Frage der Zeit, sondern vielmehr als eine des Stils: keine Fremdhilfe, keine Lagertaktik, kein Sauerstoff. Der Skyrunner aus dem Gesäuse hat den Alpinismus neu definiert und damit getreu seinem Motto: "Seien wir realistisch – fordern wir das Unmögliche!" neue Wege beschritten.
Ernst Kren skizziert aus Gesprächsprotokollen, Originalberichten und Interviews einzelne Stationen in der sprichwörtlich rasanten Karriere des neuen "Superstars der Alpinszene".
Kommentar (Martin Grabner, Der Standard):

Bergsteigen nach Zahlen

Skyrunning bedeutet nicht nur den Everest als Tagestour. Christian Stangl hat den Alpinismus neu definiert.
"Zahlen sind beim Bergsteigen allgegenwärtig", sagt Christian Stangl in seinem Buch Skyrunner. "Wer im Zusammenhang mit Bergsteigen auch nur eine Zahl erwähnt, sei es die Höhe eines Berges, den Schwierigkeitsgrad oder auch nur die Anzahl der Gipfel, gibt bewusst oder auch unbewusst ein Maß seiner Leistungsfähigkeit weiter."
In dem von Ernst Kren mit Gesprächsprotokollen, Originalberichten und Interviews angereicherten Band über den Skyrunner aus dem Gesäuse in der Steiermark geht es vor allem um Leistung, um Rekorde - und natürlich um Zahlen. Beim Lesen der einzelnen Abschnitte erfährt man buchstäblich immer neue, noch imposantere Steigerungen. Neun 6000er in den Anden in 18 Tagen. Zwei Jahre und ein Kapitel später sind es schon zehn in sieben Tagen.
Christian Stangl geht nicht auf die Berge, er beläuft sie: den Kilimandscharo beispielsweise im wahrsten Sinne des Wortes in gut fünf Stunden – und er bezeichnet die Tour im Buch auch als schönste Berglaufstrecke der Welt. Die Seven Summits, die jeweils höchsten Gipfel jedes Kontinents, schafft er in einer Gesamtaufstiegszeit von 58,45 Stunden, immer direkt vom Basislager auf den Gipfel. Dabei erfindet er einen neuen Stil des Bergsteigens, da er keine Zwischenlager, keinen zusätzlichen Sauerstoff und keine Träger benötigt.
Das ist Skyrunning. Einfach das Nötigste in den Rucksack, hinauf und sofort wieder hinunter. So auch passiert am Mount Everest in 16,42 Stunden im Jahr 2006. Stangl wird für diese Reduktion des höchsten Gipfels der Welt oft kritisiert. Aber er degradiert den Everest damit nicht zur Tagestour, sondern reduziert ihn auf das Wesentliche. 2400 Höhenmeter vom Basislager zum Gipfel, ein für ihn normales Tagespensum. "Der Vorwurf, dass ich dabei in den Spuren anderer gehe, stimmt: die Technik des Schwebens beherrsche ich noch nicht ganz", sagt der Steirer. Das Reizvolle an den Seven Summits ist für ihn auch gar nicht unbedingt der Zeitfaktor, sondern die Vielseitigkeit der alpinen Disziplinen, die es in diesem Fall zu bewältigen gilt. Die hat er von Kind an in den heimatlichen Gesäusebergen gelernt. Im ersten Teil der Biografie erfährt man viel bisher Unbekanntes über Stangls oft schmerzhafte Lehrjahre und Rückschläge an den hohen Bergen der Welt. Auch über einen Christian Stangl, für den manchmal der Weg das Ziel ist, etwa bei der beeindruckenden Durchquerung der Atacama Wüste, kann man lesen. Normalerweise beschreibt er seine Taten nüchtern, doch die Anden-Traverse in 34 Tagen hat Stangl offensichtlich emotional berührt. Seine neuen Ziele definiert er am Ende des Buches.
Die Möglichkeiten von neuen "Skyrun-Projekten" sind unendlich. Neue Besteigungsrekorde können immer wieder aufgestellt werden, und damit drückt Christian Stangl sein Individualitätsbedürfnis aus, denn das reine Besteigen von hohen Bergen ist heute Massensport geworden. "Die Gipfel sind tausendfach erreicht worden, im Falle der Achttausender trat dieses Ereignis in der 59-jährigen Besteigungsgeschichte 12.000-(!)-mal ein" – und schon steht wieder eine Zahl im Mittelpunkt.

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