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Nomadische Perspektive

Karin Bergdolt, Sebastian Walter

Nomadische Perspektive

Eine Reise mit dem Fahrrad durch die Mongolei

2004, Revolver, ISBN 3-937577-16-5, 56 Seiten

Kommentar:

Vom 8. Mai bis 27. Juli 2003 reisten Karin Bergdolt und Sebastian Walter mit dem Fahrrad durch die Mongolei. Sie starteten in der Hauptstadt Ulaan Baatar, weiter ging's über Lün, Kharkhorin, Tsetserleg, Uliastai, Altai, Khovd und schließlich Ulaangom im Westen. Auf ihrer Reise legten sie 2000 km per Fahrrad zurück, um den Transport von Wasser und Essen zu ermöglichen, führten sie Anhänger mit sich.

"Das Fahrrad wählten wir als Vehikel - nicht nur zum Vorankommen, sondern auch als Möglichkeit, genauer hinzusehen, "genauer" zu erleben. So wie der Zeichenstift oder der Sucher der Kamera. Durch diese Art zu reisen teilten wir für drei Monate die Sicht und die Geschwindigkeit reisender Nomaden; auf unseren 2000 Fahrradkilometern von der Hauptstadt Ulaan Bataar bis in den äußersten Westen durchquerten wir Wüsten und Gebirge, erlebten Durst und reißende Wildbäche, bedingungslose Gastfreundschaft und den Diebstahl unserer Räder", so die Autoren.

Die Publikation erzählt und findet Bilder aus der unmittelbaren Auseinandersetzung mit einer extremen Naturlandschaft und dem Fortkommen aus eigener Kraft. Sie erzählt von Begegnungen mit den seit Jahrhunderten dort lebenden Menschen - von ihrer weitgehend autarken Lebensweise, ihrer perfektionierten Wohnform und existentieller Viehwirtschaft.

"Nomadische Perspektive" ist kein Reiseführer, kein Erlebnisbericht, auch kein Bildband im traditionellen Sinn, es ist vielmehr eine Reise selbst, eine Reise nämlich zwischen der Wirklichkeit eines einfachen, aber betörend schönen Landes und der Phantasie des Lesers. Es bietet "Raum zum Entdecken, zum Träumen, aber auch Platz für Unverständis", erklärt Sebastian Walter die Absicht des Buches. Die Skizzen, Fotografien, Texte und Zeichnungen sollen als "Puzzle" zu verstehen sein, "das sich zum eigenen Bild fügt", heißt es in der Einleitung. Der Blickpunkt auf Mensch, Kultur und Natur der Mongolei ist kein gewöhnlicher, von oben herab allmächtiger, sondern ein demütiger, ehrfurchtsvoller Querblick aus der Position eines neugierigen Gastes. Die Texte, Zeichnungen und Fotos werden in dem Moment wertvoll, als man versteht, dass sie ein fremdes Land nicht arrogant abbilden wollen, sondern sich ihm behutsam annähern.

Ein etwas anderes, aber umso interessanteres Buch, das herausfordert, jede Menge Interpretationen zulässt und eigene - neue! - Perspektiven eröffnet.


Zu den Autoren:

Sebastian Walter: geb. 1972 in Stuttgart. Bergsteiger, Radreisender, Kletterer in vielen europäischen Sportklettergebieten, Schottland, den Alpen und im Yosemite. Fotograf. Aufgewachsen in Seeheim-Jugenheim am Rande des Odenwaldes. Übungsleiter des DAV seit 1991. Studium der Physik in Erlangen und Glasgow.

Karin Bergdolt: geb. 1968 in Nördlingen. Künstlerin. Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München. Gruppen- und Einzelausstellungen, Projekte und Aktionen. Beschäftigt sich mit der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung. www.karin-bergdolt.de