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Mountainbiken rund um Wien

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Alpine Chronik 2005

Erstellt von Thomas Rambauske

Jänner 2005

Simone Moro gelingt die erste Winterbesteigung des Shisha Pangma

Dem italienischen Extremkletterer Simone Moro und seinem polnischen Kameraden Piotr Morawski gelang nun die erste Winterbesteigung des Shisha Pangma (8046 m) über die Südwand. Simone Moro am Gipfel des Shisha Pangma
Begleitet wurden Moro und Morawski von tosenden Stürmen und bis zu minus 40 Grad Kälte, ehe sie am 14. Jänner den Gipfel erreichten. Die Wetterbedingungen waren beinahe immer über dem Limit des Machbaren, die mörderische Kraft der Stürme verbannte die kleine Crew, dem auch die beiden polnischen Bergsteiger Darek Zaluski und Jacek Szulc angehörten, etliche Tage lang in ihre bereits halb zerfetzten Zelte. Das Team verzichtete auf Sherpas und künstliche Sauerstoffzufuhr. Simoe Moro wurde 1967 geboren, ist staatlich geprüfter Bergführer und war von 1992 bis 1996 Trainer der italienischen Sportkletter- Nationalmannschaft. Er widmet sich seit dem 13. Lebensjahr dem Bergsport.

Februar 2005

Christian Stangl schafft 10 Sechstausender innerhalb einer Woche

Der 17. Februar 2005 wird in die Geschichte des Extrembergsteigens eingehen: Um 12.15 Uhr Ortszeit stand der Steirer Christian Stangl auf dem Tres Cruzes Sur, dem mit 6.748 m zweithöchsten Berg Chiles.
Damit hat der Extrembergsteiger innerhalb von sieben Tagen zehn Andensechstausender bezwungen, darunter den Inca Huasi, den Cerro El Muerto und den Ojos del Salado. Alleine und im typischen "Stanglstil" mit leichtem Marschgepäck erlief der Admonter zehn Sechstausender in einer Woche, also pro Tag mindestens einen Anden-Sechstausender. Dreimal gelang ihm sogar eine Doppelüberschreitung. Für jeden dieser Andenvulkane rechnen "normale" Bergsteiger mit mehreren Tagen vom Basislager bis zum Gipfel. Nicht so Christian Stangl: Im Skyrunnigstil werden die Berge nicht erstiegen, sondern "erlaufen".

März 2005

Die Welt feiert den 100. Geburtstag des Sinnsuchers und Kletterers Viktor Frankl

Am 26. März 2005 wäre Viktor Frankl 100 Jahre alt geworden. Frankl, Holocaust-Überlebender und weltbekannt als Wissenschaftler, Psychologe und Neurologe war auch Zeit seines Lebens begeisterter Bergsteiger und Kletterer. Sein Leben widmete er der Frage nach dem Sinn, dem Logos; die Berge waren ihm in dieser Hinsicht ein Modell und richtungsweisende Lehrmeister.
Die Steige und Felsen seines "Lebensberges" Rax waren ihm "Inspirationsstube" und "säkulare Insel der Askese" zugleich. Zum Klettern führte ihn nach eigenen Worten "die Angst davor", sah er doch eine Chance darin, die "Trotzmacht des Geistes" gegen die Angst zu trainieren. Demententsprechend konkurriere der Alpinist nur mit einem, "und das ist er selbst".
Viktor E. Frankl wurde am 26. 3. 1905 in Wien geboren, studierte Medizin und Philosophie und wird nach dem Einmarsch Hitlers ins KZ Theresienstadt deportiert. Frankl überlebt als einziger seiner Familie die Gräuel mehrerer Lager. Frankl wird für 25 Jahre Vorstand der Neurologischen Abteilung der Wiener Poliklinik, erhält Professuren an mehreren Universitäten und hält Vorträge auf allen fünf Kontinenten. Frankl schließt am 2. September 1997 für immer seine Augen. Siehe seine Biografie und Beziehung zum Bergsteigen >>>

April 2005

Manfred Gabrielli, legendärer "Land der Berge"-Filmer, stirbt im 61. Lebensjahr

Der Sportredakteur Manfred Gabrielli stirbt am 22. April unerwartet im 61. Lebensjahr. Der Tiroler gestaltete u.a. die Reihe "Land der Berge" mit, für die er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Gabrielli galt als einer der profundesten Kenner der internationalen Alpinszene und pflegte persönliche Freundschaften mit Spitzenbergsteigern und anderen großen Persönlichkeiten wie etwa mit dem Dalai Lama, Heinrich Harrer oder Reinhold Messner (hier im Bild Gabrielli mit dem Dalai Lama und Heinrich Harrer).

Mai 2005

Erstmals landet ein Hubschrauber am Gipfel des Everest

Der französische Testpilot Didier Delsalle (48) ist als erster Mensch mit einem Hubschrauber auf dem "Dach der Welt" gelandet. Delsalle setzte am 14. Mai seinen Eurocopter Ecureuil/AStar in 8850 Metern Höhe auf dem Mount auf und blieb dort mehr als zwei Minuten am Boden, bevor er zum nepalesischen Himalaja-Flugplatz Lukla zurückgekehrte. Am folgenden Tag wurde der Weltrekord erfolgreich wiederholt. "Mir war es wie ein unerreichbarer Traum erschienen, den mythischen Gipfel zu erreichen", sagte Delsalle. "Trotz aller Schwierigkeiten, dieses Ziel zu realisieren, hat der Hubschrauber die Herausforderung bestanden, als wäre er vom Zauber des Ortes getragen worden".
Der Rekordflug stößt vor allem bei Bergsteigern auf heftige Kritik: Damit sei ein Anreiz geliefert worden, "aus dem Bergsteigen eine Sightseeing-Tour für Millionäre zu machen", äußerte sich zum Beispiel Extrembergsteiger Hans Kammerlander, "wird es bald einen Lift nach oben geben?"

Juni 2005

Der erste Burgenländer am Everest: Hans Goger
Hans GogerErstmals weht die burgenländische Fahne am Gipfel des Mount Everest! Hans Goger aus Wolfau im Südburgenland bezwang als erster Burgenländer den Gipfel des höchsten Berges der Welt. Goger befand sich seit Mitte April im Himalayagebirge. Nach zwei Monaten zermürbendem Wartens im Basislager ermöglichte ein Wetterumschwung schließlich doch noch den Aufstieg und den Gipfelerfolg am 2. Juni vormittags. Am höchsten Punkt der Erde hisste er die burgenländische Fahne und das Gemeindewappen von Wolfau (Bezirk Oberwart). Die Tour hatte allerdings seinen Preis: Drei Zehen froren Goger ab. Im Brotberuf ist der 40-jährige Goger Masseur.

Juli 2005

Angela Eiter Sportkletter-Weltmeisterin

Die 19-jährige Angela Eiter WeltmeisterinSportkletterin Angela Eiter aus Arzl wird bei der WM in München als Rockmaster und Weltcup-Gesamtsiegerin 04 ihrer Favoritenrolle gerecht und holt sich in eindrucksvoller Manier die Goldmedaille im Vorstieg. Die Österreicherin kletterte knapp sechs Meter höher als die zweitplatzierte US-Amerikanerin Emily Harrington. Bronze sicherte sich Akiyo Nogachi aus Japan. Damit hat sie auch ihren sechsten Weltcupsieg in Folge erreicht und gehört zu den ganz großen Damen des Klettersports. Weiters ist dies der erste Weltmeistertitel für eine österreichische Sportkletterin.
Bei den Boulderern muss sich der Waidhofener Kilian Fischhuber knapp dem Russen Salavat Rakmetov geschlagen geben.

August 2005

Marcus Schmuck 1925 - 2005
Der Salzburger Extrembergsteiger Marcus Schmuck ist tot: Der 80-Jährige stirbt am 21. August in Salzburg-Taxham an den Folgen eines Herzinfarkts.
Marcus SchmuckMit dem Namen Marcus Schmuck verbinden Bergsteiger im In-und Ausland Erstbesteigungen der höchsten Berge der Welt. Im Juni 1957 besteigt Schmuck mit Fritz Wintersteller, Hermann Buhl und Kurt Diemberger den 8.051 Meter hohen Broad Peak im Karakorum. Es war das erste Mal, dass eine Expeditionsmannschaft im alpinen Stil - also ohne Sauerstoff und ohne Hochträger - einen Achttausender bewältigt hat.
In 56 Jahren hat Marcus Schmuck 74 Expeditionen absolviert, bis zuletzt war er aktiver Alpinist, allein im vergangenen Winter erwanderte er zehn Mal den Untersberg!

September 2005

Eröffnung des neuen Schiestlhauses, der ersten alpinen Passiv-Schutzhütte

"Der Hochschwab hat wieder eine Hütte, die diesem Gebirge würdig ist." Nur eines der festlichen Worte, mit denen am 2. September das neue Schiestlhaus am Hochschwab eröffnet wird. Mit diesem "Haus der Zukunft" wurde der Prototyp einer möglichst energieautark bewirtschafteten Bergunterkunft geschaffen.
Das neue Schiestlhaus
Entwickelt wurde die neue Schutzhütte von der Architektengruppe "solar4alpin". Die Südfassade sorgt mit Solarkollektoren für einen 80-prozentigen Deckungsgrad bei der Wärmeversorgung, 70 Prozent der elektrischen Energie werden durch die 68 Quadratmeter großen Photovoltaik-Anlage erreicht, die im Erd- und Obergeschoß angebracht ist. In einer Zisterne wird Regenwasser aufgefangen und zu Trinkwasser aufbereitet, über eine Abwasserreinigungsanlage werden die Abwässer so gereinigt, dass sie ohne Bedenken ins (Wasserschutz-)Gelände ausgebracht werden können. Alles in allem ein zukunftsweisendes technologisch-ökologisches Vorzeige-Projekt, das schon mit einigen Preisen ausgezeichnet wurde.

Oktober 2005

Kilian Fischhuber Boulder-Weltcupsieger

Nach seinem 2. Gesamtrang im Jahr 2004 und dem Vizeweltmeistertitel bei der Boulder-WM in Kilian FischhuberMünchen 2005 ist es Kilian Fischhuber nun gelungen, eine großartige Bouldersaison mit dem Gesamtsieg abzuschließen. Für den Klettersport in Österreich ein weiterer Meilenstein in seiner Entwicklung. Fischhuber hat bei Martin Kerschner (ÖAV Waidhofen/Ybbs) in seinem Heimatort Waidhofen mit dem Wettkampfsport begonnen und in allen drei Bewerbsarten (Bouldern, Vorstieg und Speed) bereits die Staatsmeistertitel errungen. Auch im Leadweltcup hat er mehrer Mal bereits Finalplätze bei Weltcupbewerbe erreicht.

November 2005

Tiroler Bergrettung stellt das "Dreibein", eine Neuentwicklung zur Bergung von Verunglückten, vor.

Mit einer Tiroler Neuentwicklung sorgt die Bergrettung für internationales Aufsehen: Ein Dreibein"Dreibein" zur Bergung von Menschen, die in Gletscherspalten stürzen. Das Gerät wiegt mit 14,5 kg nur mehr einen Bruchteil vergleichbarer Geräte und ist ohne Hubschrauber bei jeder Witterung einsetzbar. Der Verunglückte kann schonend und schnell geborgen werden, indem das Dreibein direkt über der Spalte aufgebaut und der Verunglückte freischwebend am Seil geborgen wird, wobei er keine Kante berührt. Bislang gab es bereits Dreibeine, die allerdings nur mit Hubschrauber transportiert werden konnten, liegt deren Gewicht doch bei 70 kg. Auch die dazugehörige Verankerungs- und Seiltechnik ist in drei Jahren Entwicklungsarbeit gänzlich neu entstanden. Das Dreibein hat sich in Tirol bereits mehrmals im Einsatz bewährt, Norwegen uns Kanada bekundwn Interesse. Ein Beweis für die richtungsweisende Arbeit der Tiroler Bergrettung.

Dezember 2005

Skitourengeher zahlen fünf Euro für die Benützung von Pisten

Auf der Gerlitzen müssen seit 23. Dezember Tourengeher eine Gebühr von fünf Euro für die Benutzung der Pisten entrichten. Sicherheitsleute fordern Tourengeher auf, zu zahlen. Verweigert man, droht eine Besitzstörungsklage. Mit dem 5 Euro für die Benützung von PistenFünf-Euro-Ticket erhält man vollen Versicherungs-schutz und darf nach dem Aufstieg die Pisten zur Talfahrt benützen.
Unter den Tourengehern herrscht Aufregung, Unmut, Zorn.
Die Liftbetreiber verteidigen ihre Vorgangsweise mit dem § 33 des Forstgesetzes: Demnach sei es nicht erlaubt, im Wald abzufahren. Also müssten die Tourengeher letztlich zum Abfahren die Pisten benützen. Die Pisten wiederum seien als Sportflächen gewidmet, für deren Benützung eben ein Ticket gelöst werden müsse. Weiters wird ins Treffen geführt, dass Tourengeher immer wieder ein großes Risiko für die Skifahrer darstellen, vor allem, wenn sie die Pisten queren.

Als "Abzocke" sieht die Gebühr der Österreichische Alpenverein. Die Einhebung von Gebühren würde dem Recht auf freie Betretbarkeit des Waldes - und Pisten seien ein Teil davon - widersprechen. Jedermann habe das Recht, über eine Piste aufzusteigen und abzufahren, erklärt Rechtsreferent Andreas Ermacora. § 33 des Forstgesetzes halte die freie Betretbarkeit des Waldes fest, wobei eine Piste Teil des Waldes sei. Zur freien Betretbarkeit gehöre auch das Aufsteigen und Abfahren mit Skiern. Die Einhebung von Gebühren widerspricht eindeutig diesem Grundrecht.

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