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Mountainbiken rund um Wien

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Alpine Chronik 2008

Erstellt von Thomas Rambauske

Jänner 2008

Edmund Hillary
1919 - 2008

Edmund Hillary

Sir Edmund Hillary, der als erster den Mount Everest bezwang, stirbt im Alter von 88 Jahren am 11. Jänner nach Angaben des Auckland Hospitals an einem Herzinfarkt.
Hillary schrieb Weltgeschichte, als er am 29. Mai 1953 in Begleitung seines nepalesischen Sherpas Tenzing Norgay den Gipfel des Mount Everest erreichte, des mit 8850 Metern höchsten Berges der Welt. (Mehr über die Everest-Erstbesteigung)
Hillarys Tod löste weltweit Trauer aus. Die Sherpas, für deren Wohl er sich zeitlebens einsetzte, planen ein Denkmal für den Mann, den sie ihren "zweiten Vater" nannten. In Neuseeland wehten die Fahnen auf Halbmast.
Der am 20. Juli 1919 in Auckland als zweites von drei Kindern geborene Hillary trat stets bescheiden auf. Unvergessen auch seine Worte beim Abstieg vom "Dach der Welt": "So, den Mistkerl haben wir erledigt."
1957 machte sich Hillary auf zu neuen Abenteuern und leitete eine Antarktis-Expedition. 1960 begab er sich auf die Spuren des mysteriösen Bergwesens Yeti, musste die Expedition aber wegen Krankheit abbrechen.
Der Südtiroler Extrembergsteiger Reinhold Messner bezeichnete Hillary als eine der "ganz großen Bergsteigerpersönlichkeiten", die die Gabe gehabt habe zu wagen.
Die Asche Hillarys wurde über der Meeresküste Neuseelands verstreut.

Februar 2008

Neuer Solo-Speedrekord an der Eiger Nordwand durch Ueli Steck

Ueli Steck
Ueli Steck; Bild: D. Mader

In nur 2 Stunden, 47 Minuten und 33 Sekunden erreicht Ueli Steck am 13. Februar nach dem Durchstieg der Heckmair-Route den Gipfel des Eiger. Damit ist der Schweizer über eine Stunde schneller als bei seinem eigenen Geschwindigkeitsrekord im Jahr 2007.
Gegenüber seinem letzten Rekord habe sich "die Taktik geändert", erzählt der Schweizer. "Hatte ich mich letztes Jahr noch drei Mal mit 15 Metern Seil gesichert, bin ich diesmal ohne jegliche Seilsicherung durch die Wand gestiegen. Ich benutzte nur eine Schlinge, die mir erlaubte zwischendurch die Haken einzuhängen. Die ganze Ausrüstung wurde dadurch noch einmal 3 kg leichter gegenüber der Rekordbegehung vom letzten Jahr. Außerdem habe ich mein Körpergewicht um 5 kg reduziert", so der 32-jährige Extrembergsteiger über sein Erfolgsgeheimnis.
23 Mal hat Steck mittlerweile die Eigernordwand bestiegen und dabei 49 Tage seines Lebens auf dem Berg verbracht. Mehr über Ueli Steck auf www.uelisteck.ch

April/Mai 2008

Der Everest als politisches Symbol

China am Everest
Einmal mehr muss der Mount Everest als politisches Machtinstrument und -symbol herhalten, diesmal im Sinne Pekings und seiner Vorbereitungen für die Olympischen Spiele 08. Als Höhepunkt des Fackellaufs sollte das olympische Feuer auch den Gipfel des Mount Everest erreichen. Die Tibetkrise und die Menschenrechts-Proteste gegen Peking, die den Fackellauf in vielen Teilen der Welt begleiteten, machen Chinas Kalkül jedoch einen Strich durch die Rechnung. Die Vorbereitungen am Himalaja finden unter extremen Sicherheitsvorkehrungen statt, nachdem Exiltibeter das Vorhaben als "Provokation" verurteilten. Nepal musste auf Bitten Chinas seine Südseite des Berges für alle Expeditionen sperren. Am 8. Mai 08 erreicht die olympische Flamme den Gipfel des Mount Everest (Bild li.).

Mai 2008

Everest 1978 – Dreißig Jahre danach

Everest 78
Messner und Habeler bei der Rückkehr von ihrem Husarenstück: Everest ohne künstlichen Sauerstoff ...
Die Everest-Saison im Jahre 1978 ging in mehrerer Hinsicht in die alpinen Analen ein: Am 3. Mai 1978 betrat mit Robert Schauer der erste Österreicher den Gipfel des höchsten Berges der Welt. Schauer glückte 18 Jahre später eine zweite und 2004 eine dritte Besteigung.
Nur fünf Tage später, am 8. Mai 1978, bezwangen im Rahmen einer österreichischen Expedition unter Leitung von Wolfgang Nairz Reinhold Messner und Peter Habeler den Gipfel erstmals ohne künstlichen Sauerstoff. Diese Besteigung erregte in der Fachwelt großes Aufsehen, weil vorher die Meinung weit verbreitet war, dass eine Besteigung des Everest ohne künstlichen Sauerstoff unmöglich sei.
Weitere drei Tage später erreichte Reinhard Karl aus derselben Expedition als erster Deutscher den Gipfel. Dem Österreicher Franz Oppurg gelang am 14. Mai 1978 die erste Solobesteigung des Mount Everest.

Juni 2008

Diabetiker Geri Winkler schafft Seven Summits

Geri Winkler
Noch kein Diabetiker und bisher nur zwei Österreicher, die beiden steirischen Bergführer Walter Laserer und Christian Stangl, haben die Seven Summits geschafft, die höchsten der sieben Kontinente. Am 18. Juni erreichte Geri Winkler – trotz seiner Zuckerkrankheit – mit der Besteigung des Denali (Mount McKinley) in Alaska dieses große Bergsteiger-Ziel.


Die größte Herausforderung, die der Sportler im Mai 2006 bewältigte, war jedoch der Aufstieg zum Dach der Welt, dem 8.848 Meter hohen Mount Everest.

Juli 2008

Eiger-Nordwand – 70 Jahre danach

70 Jahre Eiger
Kasparek im Eisfeld

Bis in die 30er-Jahre hinein galt die Eiger-Nordwand als unbesteigbar. Tatsächlich bezahlten neun Bergsteiger den Begehungsversuch der "Mordwand" mit dem Leben, bevor vor 70 Jahren die ersten Gipfelstürmer das Ziel über die Nordroute erreichten.
Am 22. Juli 1938 stiegen die beiden erfahrenen deutschen Alpinisten Anderl Heckmair und Wiggerl Vörg in die Eiger-Nordwand ein. Einen Tag voraus waren ihnen die Österreicher Heinrich Harrer und Fritz Kasparek. Diese kamen aber langsam voran, da Harrer keine Steigeisen dabei hatte – ein fataler Irrtum, da er das Gelände der Wand falsch eingeschätzt hatte –, und schlossen sich am 23. Juli in einem Wettersturz den Deutschen an. Heckmair führte die Bergsteiger souverän durch die gewaltige Wand, mit einem Instinkt für die richtige Route, dem auch heutige Begeher großen Respekt zollen. Er fand den Weg durch die Rampe, über den Götterquergang, durch das Eisfeld der Spinne und die heiklen Ausstiegsrisse.
Am 24. Juli um 15 Uhr 30 standen die vier Bergsteiger im Sturm auf dem Gipfel. Als sie vier Stunden später bei der Station Eigergletscher am Fuß des Berges ankamen, wurden sie vom Blitzlichtgewitter der anwesenden Reporter empfangen. Die Durchsteigung erregte in den Medien großes Aufsehen, die Bilder aus der Wand gingen um die Welt. Deutschnationale Zeitungen schlachteten die Durchsteigung jedoch politisch aus. Heckmair war dies unangenehm, Vörg und Kasparek äußerten sich kaum dazu, Harrers nationalsozialistische Vergangenheit sollte erst Jahrzehnte später aufgedeckt werden.

August 2008

11 Tote am K2

K2
Der K2 gilt als einer der gefährlichsten Berge der Welt.

Elf Menschen kommen bei einer Katastrophe am K2 ums Leben. Aus den Erzählungen der Geretteten wird deutlich: Manche Bergsteiger waren ebenso leichtsinnig wie unwissend. Nach Angaben des pakistanischen Bergvereins bestiegen insgesamt 22 überwiegend ausländische Kletterer in acht verschiedenen Gruppen den K2. Beim Abstieg riss eine Lawine etwa 350 Meter unterhalb des Gipfels Seile weg und damit die Bergsteiger in den Tod. Den Überlebenden war der Rückweg versperrt.
Augenzeugen stufen den Tod der Bergsteiger am K2 im Himalaya als Resultat von "Ruhmsucht und übertriebenen Ehrgeiz" ein. Einer der Zeugen sagte vor TV-Kameras: "Das war wie der Marsch der Lemminge. Man glaubte ganz einfach, dass der an der Spitze schon wissen würde, was er tut." Er kritisierte, dass unerfahrene Bergsteiger bei ihrem Bestreben, den Gipfel des zweithöchsten Berges der Welt zu erreichen, die Notwendigkeit eines gesicherten Abstiegs vernachlässigt hätten.

Eine andere Tragödie spielte sich ein Mitte Juli am Nanga Parbat im pakistanischen Himalaya ab. Dort bezalte der 37 Jahre alte Südtiroler Expeditionsleiter Karl Unterkircher den Versuch, den mit 8.125 Metern neunthöchsten Berg der Erde auf einer neuen und schwierigen Route zu besteigen, mit seinem Leben. Er stürzte in eine Gletscherspalte. Seine zwei Kameraden überlebten.

September 2008

Johanna Ernst – ein neuer Star am Kletterhimmel

Johanna Ernst
Die 15-jährige Johanna Ernst gewinnt zur Zeit alles, was ihr in die Kletterhände gerät.

A new star is born! Die Tirolerin Johanna Ernst hat mit ihrem dritten Rang beim Weltcup der Vorstiegskletterer im belgischen Puurs den größten Erfolg ihrer noch jungen Karriere perfekt gemacht. Die erst 15-jährige Birgitzerin sicherte sich frühzeitig den Gesamtweltcup und darf sich mit Recht als beste Vorstiegskletterin des Jahres 2008 bezeichnen.
Durch Zufall kam Johanna mit acht Jahren zum Klettern. Gemeinsam mit ihrer 15 Monate älteren Schwester und ihren Eltern war sie damals in einem Familienurlaub in Osttirol, wo sie beim Klettern von einem Bergführer "entdeckt" wurde.Weil sie wegen ihrer Körpergröße im damaligen Kletterverein nur "geduldet" wurde, nahm ihr Vater das Training selbst in die Hand. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. 2002 gewann sie den steirischen Juniorcup, ab 2003 errang Johanna immer öfter erste Plätze, 2004 gewann sie die österreichischen Staatsmeisterschaften der Schülerklasse, von da an ging es steil bergauf. Sie gewann die Landes- und Staatsmeisterschaften der Junioren von nun an in Serie. Erstes internationales Aufsehen erregte sie 2005 bei dem Rock Junior in Arco, wo sie alle Routen Top stieg. Ab 2006 durfte sie erstmals in der Jugendeuropacup-Serie teilnehmen und gewann ebenfalls alles in Serie. Den in sie gesteckten Erwartungen bei der WM in Imst 2006 wurde sie voll gerecht und gewann in überlegener Manier in ihrer Altersklasse.
In der Weltcup-Saison 2008, ihrer ersten im "Konzert der Großen", zeigte Johanna Ernst gleich ihre Ausnahmestellung und wurde Gesamtsiegerin.

Oktober 2008

James Pearson meistert schwierigste Route der Welt

Walf of life
Der Brite James Pearson klettert mit "The Walk of Life" die vermutlich schwerste und gefährlichste Route der britischen Inseln. Es ist die erste Route im Grad E12 – und damit die schwierigste Route, die jemands im traditionellen Klettern bezwungen wurde – ein falscher Griff führt zum sicheren Tod. Die Route verläuft über die steile Platte vom Aussichtspunkt Dyer an der Küste von Nord-Devon. Was Schwierigkeit, Anspruch und Risiko angeht, sucht sie ihresgleichen. Bei einem vorangegangenen Versuch fiel Pearson aufgrund von Erschöpfung und leichtem Regen aus einer Höhe von über 18 Metern, aber seine Sicherung hielt. "The Walk of Life hat mir keine Ruhe gelassen. Ich habe dafür härter gearbeitet als jemals für eine Route zuvor. Dies ist bei weitem die schwerste Begehung, die ich in meinem Leben vollendet habe, und es war eine lange und schwierige Reise."