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Mountainbiken rund um Wien

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Alpine Chronik 2015

Erstellt von Thomas Rambauske

1. Jänner 2015

Kilian Fischhuber tritt zurück

Fischhuber
Foto: Wilhelm

Kilian Fischhuber (31), der erfolgreichste Wettkampf-Boulderer bisher, sagt "Servus" vom internationalen Weltcupzirkus. Nach 15 Jahren Klettern auf Höchstniveau mit 21 Weltcupsiegen, 26 weiteren Podestplätzen und fünf Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften legt der amtierende Boulder-Europameister seinen Fokus auf Felsprojekte. „Es war eine lässige und bereichernde Zeit im Nationalteam, die ich keine Sekunde missen möchte.", erklärt Fischhuber seinen Schritt. „Die Karriere von Kilian ist einzigartig. Er war und ist ein großer Botschafter unserer Sportart und hat mit seinen Erfolgen und seinem Auftreten einen großen Beitrag dazu geleistet, dass sich der Wettklettersport in den letzten Jahren in Österreich derart positiv entwickelt hat.", würdigte ÖWK-Präsident Dr. Eugen Burtscher Kilians Verdienste um den österreichischen Klettersport.

22. Februar 2015

Michaela Landl 1980-2015

Landl
Bild: Ortovox

Bestürzung in der heimischen Bergszene: Das Ortovox-Gesicht und die Bergretterin Michaela Landl (34) kam am 22. Februar bei einem Lawinenunglück ums Leben. Die Steirerin geriet auf der Guschen im Bereich Hochwurzen bei Schladming bei einer Solo-Skitour in dichten Nebel und in einen Lawinenhang. Dort löste sich ein Schneebrett, das sie gegen einen Baum schleuderte. Landl war hauptberuflich Marketingleiterin von ORTOVOX Österreich und hat so die Geschicke des heimischen Skibergsteigens maßgeblich mitbestimmt. Als ehrenamtliche Bergretterin war sie der Tiroler Bergrettung und der Alpinmesse Innsbruck verbunden. Landls war überdies eine exzellente Allroundbergsteigerin, die u. a. den Aconcagua, Denali, Elbrus, Kilimanjaro bestiegen, den Mount Mc Kinley 2007 mit Ski bestiegen hat und fast den Gipfel des Nanga Parbat erreicht hat. Vor allem beeindruckte Michi Landl durch ihre sympathische Art, ihren Charme, ihren Humor, ihre positive Energie und ihr soziales Denken. Auch in dieser Hinsicht war sie ein Vorbild, das wir alle vermissen werden.

16. April 2015

Edi Koblmüller 1946–2015

Edi
Bild: Redaktion/Archiv Koblmüller

"Altspecht" Edi Koblmüller, einer der ganz großen österreichischen Bergsteiger, verunglückt am 16. April bei einer Skitour am Kaspek in Georgien zusammen mit einer Reiseteilnehmerin tödlich. Edi Koblmüller und die Teilnehmerin waren in einen Blizzard geraten, wo Koblmüller mit hoher Wahrscheinlichkeit an einem plötzlichen Herztod starb. Wie seine Begleiterung umkam, ist unklar.
Edi Koblmüller, Achttausender-Pionier und Urgestein der "wilden" Bergsteigerzeit.
Von 1972 bis 1978 arbeitete er als Beamter im forsttechnischen Dienst der oberösterreichischen Landesregierung, um danach die „Alpinschule Edi Koblmüller“ zu gründen, aus der sich die heutige Alpinschule „Die BergSpechte“ entwickelte. Seit 1976 war Edi staatlich geprüfter Berg- und Skiführer.
Seine alpinistische Laufbahn begann Koblmüller 1963 mit einer Besteigung des Dachsteins. Von da an entwickelte er sich zu einem brillanten Extrem- und Höhenbergsteiger, bestieg fünf Acht- und sechs Siebentausender, zum Teil auf neuen Routen. Den 8.201 Meter hohen Cho Oyu bezwang er zusammen mit Alois Furtner im Jahr 1978 über die Südostwand, was als alpinistische Meisterleistung galt. Zudem stand er auf den Gipfeln des Nanga Parbat, des Dhaulagiri, des Shisha Pangma und zuletzt 1999 des Broad Peak. Koblmüller war ab 1972 mit Elisabeth verheiratet, die am 5. Juli 2003 bei einem tragischen Kletterunfall auf der Rudolfshütte in den Hohen Tauern ums Leben kam. Vier Jahre vorher, Ende Juni 1999, wurde der gemeinsame Sohn Michael 24-jährig bei einer Expedition auf den Diran in Pakistan von einer Lawine verschüttet und getötet. Zusammen mit seiner Lebenspartnerin Uli Seidel führte er seine Alpinschule „Die BergSpechte“, bis er die Schule 2014 verkaufte.

Fast 25 Jahre lang verfasste er für das österreichische Outdoormagazin LAND DER BERGE auch die kritische und legendäre Alpinkolumne GRIFFIG. Die besten Texte daraus wurden im Buch "GRIFFIG" zusammengefasst >>>

8. Mai 2015

Albert Precht 1947–2015

Albert Precht
Foto: Archiv Albert Precht

Am 8. Mai 2015 stürzt Albert Precht, einer der größten heimischen Kletterer, in den Felsen der Insel Kreta zu Tode. Mit ihm stirbt auch sein Partner Robert Jölli.
Albert Precht wurde am 28. Juli 1947 in Bischofshofen geboren, erlernte den Tischlerberuf, war später bis zu seinem Ruhestand Beamter bei der Österreichischen Bundesbahn ÖBB und Autor u.a. mehrerer Kletter- und Gebietsführer. 19-jährig begann er zu klettern, wurde nachfolgend Berg- und Skiführer. Häufig sah man ihn in den Berchtesgadener Alpen, im Tennengebirge und im Dachstein, dabei stets in den schwierigsten Routen. Ihm gelangen Touren in den Westalpen, aber auch in Nord-Norwegen und außereuropäischen Klettergebieten, etwa in Jordanien oder im Oman. Bis zuletzt war er gerne allein im Fels unterwegs: für ihn die schönste Form des Kletterns. Den Bischofshofener Charakterkopf reizten in den letzten Jahren speziell die Felsen Kretas und das Gefühl, als wohl Erster in einer 400-m-Wand zu klettern. Am 8. Mai 2015 ging dort auf Kreta ein erfülltes Leben zu Ende. Albert Precht hinterlässt Frau und Kinder.

Albert Precht galt als einer der besten Alpinkletterer unserer Tage. Dabei orientierte er sich an einer strengen Kletterethik nahe den Preuß’schen Grundsätzen. Vehement wehrte er sich gegen den Einsatz von Bohrhaken bei Erstbegehungen und insgesamt übermäßige Absicherung. In diesem reinen Stil gelangen ihm meist sehr hart bewertete Neutouren (rund 1000!) von großer Eleganz – Erstbegehungen gar im ungesicherten Alleingang! Kletterer, die sich an einer Wiederholung seiner Erstbegehungen versuchten, blitzten an jenen Precht-Routen häufig ab, was in der lokalen Szene die Wortschöpfung „abprechteln“ hervorbrachte!
Text: Uli Auffermann (www.uliauffermann.de)