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Mountainbiken rund um Wien

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Dirndln, Birnen und viel Most
Kaiserkogel-Strecke

Kaiserkogel

Family, Mostviertel, April 2015, Text/Bilder: © Thomas Rambauske

Als hätte der Schöpfergott just die Gegend rund um den Kaiserkogel für uns Biker geschaffen, führen etliche weitere Traumrunden durch die zauberhafte Landschaft zwischen Pielach- und Traisental. Außerdem sind die Touren einfach mit der Mariazellerbahn zu erreichen, geht es immer wieder durch uralte Streuobstgärten und liegt mit der Kaiserkogelhütte eine echte „Berghüttn“ am Weg.

Die Route

Die Kaiserkogel-Strecke führtdurch eine typische Mostviertler Landschaft mit vielen Wiesen- und Feldflächen, kleinen Wäldern und verstreuten Bauernhöfen, die so harmonisch in die Wiesen und Wälder eingewoben sind, dass es aussieht, als wären sie mit Baum und Birne mitgewachsen. Die Gegend ist ein einziger Obstgarten mit zahlreichen Birnen- und Apfelsorten, die für die Mosterzeugung verwendet werden. Sehr häufig trifft man auch auf den hier typischen Dirndl- bzw. Kornelkirschenstrauch. Seine Früchte werden zur Herstellung von allerlei Köstlichkeiten und zum Schnapsbrennen verwendet (mehr über die Dirndl im Infokasten der Geisbühel-Strecke). Ein Tipp: Die Touren im Mostviertel sollten unbedingt einmal im Frühling absolviert werden, wenn Birne, Apfel und Kirsche blühen und über der Landschaft ein weiß-gelb gesprenkelter Festschleier liegt.

Blüten

Spuren des Kardinals
Rabenstein ist der Ausgangspunkt unserer Tour und einer der ältesten Märkte des Pielachtales. Hier befindet sich eine spätgotische, dreischiffige Staffelkirche mit dekorativem Netzrippengewölbe und Resten gotischer Wandmalereien. Am 5. August 1905 empfing der gebürtige Rabensteiner und spätere unvergessene Kardinal Franz König genau in diesem Gotteshaus das Sakrament der Taufe. Später engagierte sich der Kardinal auch für die Renovierung der Kirche und zelebrierte hier immer wieder Messen. Losgeradelt schließen wir uns ohne Umschweife der Pielach an und lenken über eine Brücke auf die St.-Pöltner-Straße. Wir folgen dieser kurz, ehe wir nach rechts auf den Mitterweg und von diesem in die Deutschbachstraße abbiegen. Diese führt uns nun von der Deutschbach-Siedlung an verschiedenen Gehöften vorbei durchs leicht ansteigende Deutschbachtal bis zum Ramelhof hinauf. Bei einem Gedenkkreuz geht es links über eine Brücke und über zirpende Weidewiesen bergauf. Nach dem Etzhof wird der Weg schrottrig und steiler. Wer nicht zu sehr mit Tretarbeit beschäftigt ist, hebt seinen Kopf und entdeckt einen netten Ausblick über das Mostviertel. Die nun folgende Wald- und Weidepassage über Naturboden ist der einzige wirklich fordernde, aber wunderschön angelegte Bio-Trail der Strecke und sollte entsprechend genossen werden. Auf einer Wiesenpromenade gelangen wir in jenen Sattel zwischen Hirsch- und Kaiserkogel, den wir schon von den anderen Strecken kennen, die über den Kaiserkogel führen. Durch Wald geht es hinauf auf eine weitere Wiese, auf deren höchstem Punkt ein Bankerl samt großartigem Panorama bis ins tiefere Mostviertel zum Anhalten geradezu verpflichtet.

Dann weiter an einem Kreuz vorbei in schattigen Tann zur Kaiserkogelhütte, dieser Himmelsloge mit Berghüttnflair. Von der Terrasse eröffnet sich ein Prachtpanorama, das vom Ötscher und Dürrenstein über die Gemeindealpe, die Reisalpe und den Muckenkogel bis ins Alpenvorland, zum Dunkelsteinerwald und an klaren Tagen bis zum Wienerwald reicht.

Abfahrt ins Pielachtal
Wieder im Sattel rollen wir auf einer Forststraße hinunter bis zum Giesenberg, einer baumlosen Weidelichtung, wo sich nach allen Seiten hin die heiter stimmende Weite des Mostviertels mit seinen Hügeln, Gehöften und Wiesen ausbreitet. Ein Traumausblick, der besonders schön ist, wenn die Mostbirnbäume blühen. Nach der Querung einer Zufahrtsstraße geht es nach links und gleich danach nach rechts durch einen Obsthain, wie er für das Mostviertel charakteristisch ist. Dominierend sind – wie überall hierorts – Mostbirnbäume, über die es einiges zu erzählen gibt.

Abfahrt

Nach einem kurzen, steilen Waldstück erreichen wir das Kreuz auf der Meiselhöhe und damit das Ende von Stein und Schotter. Ab nun rollen wir aussichtsreich über den langgestreckte Rücken des Plambachecks, diesen ersten ausgeprägten Randberg südlich von Hofstetten. Sanft gleiten wir wie auf einer HochSCHAUbahn zuerst über das Meisleck, dann über das Spieleck bis zum Hofbauer. Unterwegs erfreuen uns luftig sonnige Weiden, kleine Streuobstgärten, vereinzelte Birnen- und Dirndlsträucher, immer wieder aber auch ein Blick hinunter ins Pielachtal. Auch diese Abfahrt gehört zu den Gustostückerln der Strecken hier. Vom Hofbauer senkt sich der Weg bis Mainburg, wo wir die Landstraße überqueren und der Pielach und den Schienen der Mariazellerbahn bis Rabenstein folgen.


Diese und 39 weitere Touren im Wiener Umland findest du in folgendem Buch:

Mountainbiken im Wiener Umland

Thomas Rambauske

40 Galoppaden zwischen Rax und Anninger

Route:
Rabenstein (344 m) – Deutschbachtal – Kaiserkogel (Kaiserkogelhütte, 735 m) – Meiselhöhe (521 m) – Plambacheck – Mainburg – Rabenstein
Gesamthöhenmeter:
Pfeil up Pfeil down 500
Gesamtfahrzeit (in Stunden):
Pfeil up Pfeil down ca. 3 Stunden
Sreckenlänge:
24 km
Schwierigkeiten:
bis auf ein paar kurze Steilpassagen keine
Bewertung:
Leicht
Attraktionen:
Kaiserkogelhütte, Wald- und Wiesentrail zwischen Etzhof und Meiselhöhe, Abfahrt über das Plambacheck, alte Streuobstgärten in friedlicher Landschaft
Einkehrmöglichkeiten:
Kaiserkogelhütte, Gasthäuser in Rabenstein
Karte und GPS-Track:
Kaiserkogel-Strecke

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