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Mountainbiken rund um Wien

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*****Traumroute durch ein Naturjuwel
Neusiedler See-Radweg

Neusiedler See-Radweg

Radwanderung, Mai 2012; Text/Bilder: © Thomas Rambauske

Neusiedler See-Radweg Ungarischer Teil | Österreichischer Teil | Lackenradweg

Der Neusiedler See, der größte Steppensee Mitteleuropas und seinerseits Herzstück eines internationalen Naturparks, gehört seit 2001 zum UNESCO-Welterbe. In der kleinen ungarischen Tiefebene gelegenen, wird er im Nordwesten von den letzten Ausläufern der Alpen, dem Leithagebirge, und im Norden von der Parndorfer Platte begrenzt. Weiters liegt der Seewinkel im Osten, das Ruster Hügelland im Südwesten und der Waasen, ungarisch auch Hanság genannt, im Süden und Südosten.
Mitten durch den See verläuft die Staatsgrenze zwischen Österreich und Ungarn. Auch aus biologischer Sicht ist das Neusiedler See-Gebiet ein Grenzraum, nämlich alpinen, pannonischen, asiatischen, mediterranen und nordischen Landschaftsräumen, was zur hohen Artenvielfalt erheblich beiträgt.
Um die unschätzbare Natur- und Kulturkostbarkeit Neusiedlersee führt der 138 km lange Neusiedler See-Radweg. Per Rad gelangt man Im Schilfan die schönsten Plätze des Nationalparks und lernt die Besonderheiten der Welterbe-Region in geruh- und genussvoller Weise kennen: goldglänzende Schilfgürtel, ein Meer von Kirschbäumen, von Tausenden Vögeln bewohnte Salzlacken, weite, offene Steppenlandschaften und idyllische Weinorte inmitten gepflegter Weingärten bilden die traumhafte Kulisse für eine unvergleichlichen Biketour.
Es wundert nicht, dass eben dieser Traumweg im Rahmen der ITB Berlin 2012, der Weltleitmesse der Reisebranche, als einziger Radweg Österreichs die absolute Höchstnote erhielt: 5 Sterne! Bewertet wurde aus der Sicht des Radtouristen anhand von 10 Kriterien, unter ihnen Sicherheit, Befahrbarkeit, Oberfläche, Beschilderung, Infrastruktur, Routenführung und die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz. In allen diesen Kategorien räumte der Neusiedler See Radweg also Höchstnoten ab!
Nichts wie hin!

Die Route – Ungarischer Teil

Im Prinzip kann der Neusiedler See-Radweg überall begonnen werden. Wer sich ein Rad ausleihen möchte und/oder mit Öffis anreist, startet in einem größeren Ort wie etwa Mörbisch am westlichen Ufer des Neusiedler Sees. Dieser Startpunkt hat überdies den Vorteil, dass er von Illmitz, wo ungefähr die Hälfte des Radweges absolviert ist, per Fähre leicht zu erreichen ist. Zudem gibt es in Mörbisch einiges zu erleben: Zum einen entwickelte sich diese Kulturhochburg aufgrund seiner Seefestspiele zum "Mekka der Operette", zum anderen besitzt der doch auch geschichtsträchtige Ort mit seinen malerischen Motiven eines der reizvollsten Ortsbilder des Burgenlandes. In den Hofgassen der alten Streckhöfe an der Hauptstraße blüht im Sommer der Oleander, liebevoll gestaltete klassizistische Stiegenvorbauten, Flurlauben mit Säulchenschmuck und das sehenswerte Heimathaus, ein altes Winzerhaus aus der Jahrhundertwende, erfreuen nicht nur Kulturfreunde. Schnell, vielleicht zu schnell treten wir in die Pedale und verlassen die Stadt Richtung Ungarn. Erstmals tauchen wir in die für diese Region charakteristische Landschaft ein: Schilf-Alleen, durch die sich zahlreiche Kanäle schlängeln, sumpfige Wiesen, strukturreiche Weinkulturen bis hin zu den bewaldeten Kuppen bilden eine einzigartige Vielfalt an verschiedenen Geländetypen. Viel Sonne und ein mehr oder weniger sanfter Wind aus der ungarischen Tiefebene sorgen für einen herrlichen Lebensraum.

Mörbisch

Schnell verschwindet der See aus unseren Augen, statt dessen rücken sanft zum Seeufer abfallende Weinberge in unseren Blickwinkel. Mühelos gleiten wir auf der Straße dahin und lassen uns vom unaufhörlichen Zirpen der Grillen in ein ganz besonderes, fast meditatives Raderlebnis einstimmen. Kurz nach Mörbisch überschreiten wir die Grenze nach Ungarn – ohne anhalten zu müssen, versteht sich. Den Älteren von uns werden sich an strenge Passkontrollen, vielleicht Auto-Durchsuchungen und Befragungen erinnern, nichts dergleichen heute: Schranken- und passlos gelangen wir in unser Nachbarland, wo wir in Fertörákos (dt. Kroisbach) schon das erste typisch ungarische Dorf durchfahren: eng aneinander geschmiegte Gehöfte, dazwischen kleine Gaststätten, Heurige und Greißler, wie man sie bei uns kaum mehr findet. Ja, schon hier vermeint man, in eine andere, frühere Zeit versetzt zu sein. Wir werden es auch später noch bemerken: Ungarns Dörfer haben sich viel ihrer Ursprünglichkeit und Echtheit bewahrt, vielleicht, weil hier noch die reine Gastfreundschaft regiert und nicht Geldgier und Tourismus-Disneyland. Das Besondere an Fertörákos ist aber auch, dass es der einzige Uferabschnitt auf der ungarischen Seeseite des Neusiedler Sees ist. Wer ins Wasser springen will, um sich zu erfrischen, muss es hier tun, die nächste Gelegenheit bietet sich erst wieder in Österreich! Weiters gibt es auch eine gute Fährverbindung zu den österreichischen Seegemeinden. Und auch die Weingourmets sollten aufpassen: Die besten Weine des historischen Weingebietes von Ödenburg kommen u. a. aus den Weinbergen um Kroisbach.

Durch Felder

Nach Fertörákos weitet sich wieder die Landschaft, die Augen suchen vergeblich nach Anhaltspunkten, finden sie aber erst am Horizont, wo Himmel und Erde zusammentreffen oder an vereinzelt zwischen den Feldern stehenden Baumgruppen. Endlos die weingetränkte Kulturlandschaft. Wie in einem grüngelben Meer wogen die Ähren- und Rapsfelder unter dem Wind, rauschen mohnverzierte Wiesen und gleiten wir an dessen Ufer bis zum letzten Rand des Schilfgürtels, wo Balf (Wolfs) liegt, eine für ihr schwefelwasserstoffreiches Heilwasser bekannte Stadt. Getrunken wird hier allerdings Blaufränkisch oder wegen seiner erfrischenden Wirkung beliebtes schwefeliges Quellwasser. In Fertöboz wechseln wir endlich von der Straße auf einen Radweg, den wir uns mit Fußgängern teilen. Abwechselnd gleiten wir durch Felder und über Wiesen, aus denen es im Frühling Blütenblätter regnet, hin und wieder huscht eine Eidechse über den Weg oder flüchtet ein Feldhase ins Gebüsch.Heiligenstein
In Fertöhomok (Amhagen), einem der wohl schmucksten Dörfer am ungarischen Ufer des Neusiedlersees, halten wir etwas abseits auf einer Wiese mit Unterstand und Bänken eine ausgiebige Rast, bevor wir im uralte Dorf Hegykö (Heiligenstein) einfahren, wo wir wieder absteigen könnten, um unsere inzwischen doch angestrengten Muskeln im bekannten Thermalbad aufzulockern. Aber wir müssen weiter, denn Hunger meldet sich und wir wissen in Fertöszeplak (dt. Schlippach am See) einen schön gelegenen, preiswerten Futtertrog: die Gaststätte zum Bürgermeister (Polgármester Vendégl?). Abgesehen von der Schmackhaftigkeit der Küche sitzt es sich hier auf der Terrasse am Rande blühender Felder auch sehr komot. Wer Zeit hat, besucht das in fünf restaurierten Arkadenhäusern untergebrachte Volkskunde-Freilichtmuseum, wo u.a. Geschichte, Leben und Arbeitswelt sowie Volkskunst der hier entlang des Neusiedler Sees lebenden Menschen gezeigt wird. Eigentlich sollte man sich ja für jeden einzelnen Ort einen halben Tag Zeit nehmen, für den folgenden vielleicht einen ganzen: Fertöd. Das hiesige Schloss Esterhazy wird zurecht als die ungarische Ausgabe des Schlosses Versailles bezeichnet. Tatsächlich zählt es zu den größten und schönsten Rokokoschlössern Ungarns und ist Teil des Weltkulturerbes. Zu bemerken sei, dass hier auch Joseph Haydn, der Esterhazy'sche Hofkomponist und Begründer der Wiener Klassik, viele Jahre hier verbrachte. Im Konzertsaal des Schlosses wurde beispielsweise 1772 Haydns später sehr beliebte "Abschiedssymphonie" uraufgeführt, bei der die Orchestermusiker, deren Part zu Ende ist, die Bühne verlassen, bis nur mehr einer zu Ende spielt. Heute ist der mittlere Teil des Schlosses als staatliches Museum zu besichtigen. Hier nicht abzusitzen und zumindest das Schloss von außen zu bewundern, wäre eine kulturelle Todsünde.
Nach dieser kräftigen Kulturinjektion geht es weiter durch rot gesprenkelte Mohnwiesen, weiträumige Ackerflächen; unangestrengt schaukeln wir genussvoll durch die endlose Kulturlandschaft und lassen uns vom scheinbar nie begrenzten Panorama verzaubern. Da ist nichts, das aufregt, aufwühlt, ängstigt, alles weit, still, sanft. Als Städter muss man sich in die Unbewegtheit noch gewöhnen, dann allerdings genießt man sie. Überall sich über die Landschaft wölbender Himmel Durch Felderund sich zum Himmel aufbiegende Steppe, nur dann und wann ein Traktor, der den Staub eines Feldes aufwirbelt. Es ist eine beruhigende, in sich ruhende Landschaft, die keinen Lärm, keine Unruhe zulässt. Das ist das Schöne am Neusiedler See-Radweg, er ist selbst eine Symphonie aus harmonischen Farben, Formen und Geräuschen. Wer sich dieser Symphonie hingibt, wird verzaubert, verwandelt, von innen her besänftigt.
Dennoch ist nicht alles eitel Wonne, dem Zauber wohnt auch ein wenig Mühsal inne: Wind. Sturmartiger Wind, der Erzfeind des Radfahrers! Gerade auf der Straßengeraden vor Pamhagen macht er uns die größten Probleme. Starke Böen wollen uns von der Straße ins Bankett drängen; weil wir es mit frontalem Gegenwind zu tun haben, strengt jeder Pedaltritt doppelt an, es mutet gerade so an, als würden wir steil bergauf fahren. Insofern wird die Gerade vor und nach Pamhagen zu DEM Kriterium der gesamten Fahrt. Für schwächere Radler ist der K(r)ampf gegen den Wind dann nur schaffbar, wenn sie mitten im Pulk bleiben und den Windschatten der Stärkeren ausnützen. Der Wind hier also kein himmlisches Kind, vielmehr eine höllische Furie. In Pamhagen passieren wir wieder die Grenze nach Österreich – ohne Kontrolle und Stau. Der zweite – österreichische Teil – des Neusiedler See-Radweges führt nun um den nördlichen Teil des Sees herum. Weiter lesen >>>

Weitere Bilder

Mörbisch Stillleben Rastplatz Rapsfeld Pamhagen
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Lexikon: Neusiedler See

Der Neusiedler See (ungar. Fert?-tó, fert? bedeutet wortwörtlich "Sumpf") ist wie der Plattensee einer der wenigen Steppenseen in Europa. Der See liegt sowohl auf österreichischem als auch auf ungarischem Staatsgebiet. Von der Fläche des österreichischen Teiles her gesehen ist es gleichzeitig der größte See Österreichs (Österreichs Anteil am ansonsten größeren Bodensee ist sehr klein). Er zeichnet sich durch seinen Schilfgürtel, seine geringe Tiefe und sein mildes und windiges Klima aus. Die einzigartige Fauna und Flora wird durch die beiden Nationalparks Neusiedler See-Seewinkel und Fert?-Hanság und die Ernennung zum UNESCO-Welterbe mit der Bezeichnung Kulturlandschaft Fert?/Neusiedler See hervorgehoben.
Quelle: Wikipedia (mehr erfahren >>>)

Schloss Esterházy (Fert?d)

Schloss Esterházy, auch Schloss Fert?d genannt und in Österreich zur Unterscheidung vom Eisenstädter Schloss der Familie oft als Esterhaza bezeichnet, ist ein westungarisches Schloss der früheren Fürsten Esterházy. Es liegt nahe der österreichischen Grenze, einige Kilometer südöstlich des Neusiedler Sees, in einem fruchtbaren Flachland am Rande des Städtchens Fert?d. Es zählt zu den größten und schönsten Rokokoschlössern Ungarns, ist Teil des Weltkulturerbes und gleichzeitig in den Nationalpark Fert?-Hanság eingebunden. Man erreicht es von Westen über Eisenstadt (Burgenland) oder Sopron (Ödenburg) (25 km) bzw. von Norden über den österreichischen Seewinkel östlich des Neusiedler Sees (Pamhagen 10 km), von Osten über die ungarische Bezirksstadt Kapuvár (15 km). Der beliebte Grenzland-Radweg rund um den Neusiedler See führt direkt am Schlosspark vorbei.
Schloss Esterházy wurde von Fürst Nikolaus I. ausgebaut, nachdem es zu Beginn des 18. Jahrhunderts von Michael Fürst Esterházy zunächst als kleineres Jagdschloss errichtet worden war. Nach einem Besuch im Schloss Versailles bei Paris, 1764, beauftragte Fürst Nikolaus die Wiener Hofbaumeister Johann Ferdinand Mödlhammer und Melchior Hefele mit dem Umbau, der 46 Jahre dauerte.
Quelle: Wikipedia (mehr erfahren >>>)

Ungarischer Teil | Österreichischer Teil

Ausgangspunkt:
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Route – ungarischer Teil:
Mörbisch – Fertörákos – Balf – Fertöboz – Fertöhomok (Amhagen) – Hegykö (Heiligenstein) – Fertöszeplak (dt. Schlippach am See) – Fertöd – Pamhagen
Gesamtkilometer:
121,5 km, davon 38 km auf ungarischer Seite
Gesamthöhenmeter:
Pfeil up Pfeil down 310 (höchster Punkt: 174 m, niedrigster Punkt: 112 m)
Gesamtfahrzeit (in Stunden):
ca. 7½
Schwierigkeiten:
Der Neusiedler-See-Radweg gilt aufgrund seiner minimalen Höhenunterschiede als sehr familienfreundlich. Die mit einigen Ausnahmen asphaltierte und ebene Strecke ist leicht zu fahren. Sportliche Fahrer schaffen die Strecke in etwa sieben Stunden. Rechnet man Pausen ein, ist die gesamte Strecke eine große Tagestour; minimale Steigungen gibt es nur zwischen Mörbisch und Oggau. Hauptkriterium ist allerdings der häufig aufkommende, mitunter starke Wind, weshalb weniger Ausdauernden empfohlen sei, den Radweg in Abschnitten zu fahren, von fast überall kann mit Fähren, Bussen und Bahn zum Ausgangspunkt zurück gelangt werden.
Eignung für Kinder:
Der im wahrsten Sinne "kinderleichte" Radweg kann bei windstillen und milden Verhältnissen – zumindest in Teiletappen – auch von kleineren Kindern bewältigt werden. Bei starkem Wind bzw. Hitze sind Kindern nur sehr kleine Wegstrecken zumutbar; Vorsicht auf den Straßenabschnitten zwischen Mörbisch und Fertöboz
Ausrüstung:
Helm, Erste Hilfe-Paket, Sonnenschutz, Trinkwasser, Reperaturset, Pannenjacke (in Ungarn Pflicht, wie in manchen Literaturen zu lesen ist), Karte, Wegbeschreibung; eine Sonnenbrille schützt Augen und Kontaktlinsen, ein Fernglas kann sich als nützlich erweisen
Einkehrmöglichkeiten:
In den Dörfern am Weg
Karte:
Kompass "Neusiedler See", WK 215
Geocaches:
Hilfreiche Links:

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