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Wienerwaldhit vom Feinsten
Babenberger-Strecke

Felder

Klosterneuburg, Hohenauerwiese, Windischalm, Weidling; Juni 2009

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

In der Hitliste aller wiennahen MTB-Touren rangiert die Babenberger-Strecke ganz weit vorne. Nicht nur wegen der vielen Gleitpassagen durch lichte Felder und Weingärten, sondern auch auf Grund der großartigen Rundumblicke und kulturellen Exkurs-Möglichkeiten wie nach Klosterneuburg etwa.

Route

Camping Klosterneuburg (160 m) – Hohenauer Wiese – Eichenhain – Windischalm (Windischhütte, 497 m) – Kammersberg – Weidling – Schwarzes Kreuz – Klosterneuburg

Fun-Strecke, HU Pfeil uppfeil down ca. 430 m, 20,4 km,
2 Stunden

 

 

 

 

 




Hanauer-Wiese
Hanauerwiese

Obstbaumlehrpfad
Am ersten Österreichischen Obstbaum-Lehrpfad

 

 

 

 

 

 

 

 

Weidling
Die Pfarrkirche von Weidling

In die Pedale getreten wird beim Camping-Platz Klosterneuburg oder auch beim Stift – einerlei. Wichtig ist, dass man zur Jahngasse findet, die zum Friedhof führt. Hier ist in doppeltem Sinne Schluss mit Lustig. Ab nun wird etwa 20 Minuten gekeucht, geflucht und geschoben. Zum Absteigen berechtigt jedoch der fulminante Blick auf Klosterneuburg mit dem Stift im Zentrum:

Klosterneuburg

Bei einem Marterl kann man wieder ein paar Gänge höher schalten, den Puls ein paar runter. Nun sicher der absolute Höhepunkt der Tour: Herrliches Promenieren auf zwei Rändern über die Lichtungen, Felder und hübschen Plätze des Naturparks Eichenhain. Links werden wir stets begleitet von den beliebtesten Wanderbergen der Wiener: dem Kahlen- und Leopoldsberg sowie dem Hermannskogel. Genießen heißt hier das Gebot – und ja nicht rasen! Unterwegs noch der "Haschhof" mit dem "Ersten Österreichischen Obstbaum-Lehrpfad" und einem burgartigen privaten Observatorium. Bis zur Hohenauer Wiese dauert der Traum, ehe sich Weinberg- und Babenberger-Strecke trennen. Wir verschwinden in den Wald, an einer Unterstandshütte vorbei bis zum Roten Kreuz und den Rastplatz Eichenhain im gleichnamigen Naturpark. Dann die letzte wirkliche Bergwertung der Tour– nämlich zur Windischalm hinauf, wo sich die in nur einer Minute zu erreichende Windischhütte als ausgezeichnete Rast- und Auft(r)ankstation empfiehlt.

Windischhütte

Nun wieder zurück bis zur vorher verlassenen Weggabelung. Nach einem kurzen Bergauf wieder bergab bis zu einer Weggabelung, hier links durch lichten Wald mit netten Ausblicken über den Wienerwald. Nach einem kurzem Downhill unterstreichen erste Wein-Plantagen, dass wir das weithin berühmte Weinland rund um Klosterneuburg betreten. Vorerst aber durch Weidling, wo sich uns die Route der Weinberg-Strecke anschließt. An der hiesigen Pfarrkirche vorbei und schnell wieder die Landstraße verlassend etwas schwitziger durch Weinfelder bergan bis zum sog. Schwarzen Kreuz: fulminanter Weitblick.

Schwarze Säule
Toller Blick vom Schwarzen Kreuz

Von hier am Rand von Klosterneuburg dem Stift und dem Ausgangspunkt entgegen. Eine feine Sache, diese Babenberger-Strecke, für die man sich zwischen zwei und unendlich vielen Stunden Zeit nehmen kann/sollte.

Klisterneuburg
Zwischen Weinhügeln Klosterneuburg mit seinem berühmten Stift

Naturpark Eichenhain

Der "Naturpark Eichenhain" bietet zwischen Klosterneuburg und St. Andrä vor dem Hagenthale auf ca. 3847 ha urtümlicher Wienerwaldlandschaft ca. 34 km markierte Wanderwege. Eichen- und Buchenwälder prägen diesen Abschnitt des Wienerwaldes. Am Haschof in Kierling wurde ein Obstlehrpfad errichtet, wo Obstbäume und Sträucher in verschiedenen Erziehungsformen gehalten werden und beschildert sind. Ebenfalls am Haschof befindet sich eines der wenigen privaten Observatorien.

Klosterneuburg

Die frühesten Spuren menschlicher Ansiedlung in Klosterneuburg reichen bis in das Neolithikum zurück. Eine erste Siedlungskontinuität entwickelte sich erst ab der Mitte des 1. Jahrhunderts nach Christus mit der Errichtung eines römischen Hilfstruppenkastells, dem westlichsten der Provinz Pannonien.
Zahlreiche archäologische Grabungen legen Zeugnis über das Leben der Römer und die Besiedlung des Platzes bis ins 5. Jahrhundert; aber der Name dieses Kastells ist uns bis heute unbekannt. Eine nachweisbare Besiedlung dieses Hochplateaus setzte erst wieder im 11. Jahrhundert ein.
Große Bedeutung erlangte die Stadt um 1113, als sich Markgraf Leopold III. hier eine ansehnliche Residenzstadt schuf. Leopold III., der mit Agnes, der Tochter Kaiser Heinrichs IV. verheiratet war, errichtete am Rande der Oberen Stadt seine neue Residenz, die in Anlage und Ausmaß der standesgemäßen Stellung des Reichsfürsten entsprach. Im Jahr 1114 ließ Leopold III. in feierlicher Weise den Grundstein für eine neue monumentale Stiftskirche legen. Die Kirche war ursprünglich ein Kollegium für weltliche Kanoniker und wurde erst 1133 in ein Augustiner-Chorherrenstift umgewandelt. Klosterneuburg bekam damals schon jene Ausdehnung, die sie durch Jahrhunderte beibehielt. Die Donau bedeutete für die Bewohner dieser Siedlung eine große Bedrohung, war aber auch zugleich ihr Lebensnerv, da auf dem Wasserweg ein Großteil der Handelsgüter befördert wurde. Die häufigen Überschwemmungen drängten die Bewohner jenseits der Donau immer mehr landeinwärts, sodass zu Beginn des 13. Jahrhunderts sich die beiden Stadtteile auseinanderentwickelt hatten. Diese natürliche Teilung brachte für die Bewohner große Schwierigkeiten, die auch Albrecht I., der sich 1288 in Neuburg eine neue Burg als Residenz errichten ließ, nicht verborgen blieben. 1298 trennte Albrecht I. die beiden Stadthälften und verlieh Neuburg klosterhalben, dem eigentlich älteren Siedlungskern, ein neues Stadtrecht.
Die schlecht umwehrte und daher schwer zu verteidigende Untere Stadt musste immer wieder den feindlichen Belagerungen preisgegeben werden. Sie wurde mehrfach geplündert und zerstört, während sich die Bevölkerung in den Schutz der stark befestigten Oberen Stadt begab. So vor allem während der Türkenbelagerungen von 1529 und 1683. Dass die Stadt 1683 trotz ihrer schwachen Kräfte bis zuletzt durchhalten konnte und somit einen wichtigen Flankenschutz beim Anmarsch der verbündeten Christenheere zum Entsatz von Wien bilden konnte, war in erster Linie das Verdienst zweier Chorherren und der starken Solidarisierung zwischen Stift und Stadt.
In den Jahren 1805 und 1809 wurde die Stadt von französischen Truppen besetzt, am 20. Dezember 1805 weilte Napoleon kurz im Stift Klosterneuburg.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts war Klosterneuburg ein noch in sich abgeschlossenes Weinhauerstädtchen mit knapp 5.000 Einwohnern. Mit dem Ausbau der Verkehrsverbindungen nach Wien wählten viele Wiener Beamte und Arbeiter Klosterneuburg als neues Wohndomizil. In den 30er Jahren zählte Klosterneuburg bereits über 15.000 Einwohner.
Mit dem "Anschluss" an das Deutsche Reich 1938 verlor nicht nur Österreich seine Unabhängigkeit, auch Klosterneuburg büßte seine Selbständigkeit ein. Die Stadt wurde am 15. Oktober 1938 Groß-Wien eingegliedert und bildete mit den Orten Gugging, Kierling, Höflein, Kritzendorf, Weidling und Weidlingbach den 26. Wiener Gemeindebezirk.
Im Juli 1946 wurde vom Nationalrat die Rückgliederung Klosterneuburgs und weiterer 80 Gemeinden nach Niederösterreich beschlossen. Der Alliierte Rat verweigerte diesem Gesetz jedoch jahrelang seine Zustimmung, sodass die Rückgliederung erst mit 1. September 1954 vollzogen werden konnte. Die gesamten Gebietsteile der vor dem 15. Oktober 1938 ehemals selbständigen Gemeinden Gugging, Kierling, Höflein, Kritzendorf, Weidling und Weidingbach wurden der wiedererrichteten Stadtgemeinde Klosterneuburg eingegliedert. Damit wurde Klosterneuburg zur drittgrößten Stadt Niederösterreichs.
Sehenswürdigkeiten: Sammlung Essl, Stift Klosterneuburg, Binderstadl, Evangelische Kirche, Lourdesgrotte, Mariensäule, Rostockvilla, Stadtmuseum (www.klosterneuburg.at)

Das Schwarze Kreuz von Klosterneuburg

Schwarze SäuleDas Schwarze Kreuz war ursprünglich ein vom Berchtesgadener Propst Wolfgang Lenberger 1525 auf Aussichtspunkt in der Weinberggasse gestifteter wuchtiger Tabernakelpfeiler und zeigt ein dreizoniges Relief: die Kreuzigungsgruppe, daran seitlich Ölberg und Schmerzensmann, an Schaft und Sockel Leidenswerkzeuge von 1672.

Auf der Säule befindet sich folgende Inschrift:
ACH, CHRISTENMENSCH HÖR AN, WAS ICH DIR WILL SAGEN, SO SICH ALL HIE VOR ZEITEN HAT ZUGETRAGEN. IN DIESES BILDNIS WARD GOTTLÄSTERLICH GESLAGEN DURCH TRUNKEN BÖSEWICHT. DARAUS GEFLOSSEN SODANN ROSENFARBNES BLUT, WIE SOLCHES WAHRE AUSSAG BEZEUGEN TUT. AUF DIES HERNACH DER ORTEN IN DEN LÜFTEN VOM TEUFEL EINER ZERRISSEN IN STÜCKE. SOLCHES IST GESCHEHEN UM DAS 1562 JAHR ALS DIE LUTHERISCHE KETZEREY ALLGEMEIN WAR.

Ausgangspunkt:
Größere Kartenansicht
Schwierigkeiten:
Keine
Bewertung:
Fun-Strecke, technisch harmlos, zwei etwas schwitzige Bergwertungen
Gesamthöhenmeter:
430 m
Gesamtfahrzeit:
2 Stunden
Streckenlänge:
20,4 km
Asphalt:
6,8 km
Forststraße/Schotterweg:
13,6 km
Attraktionen:
Etliche genussreiche Gleitpassagen zwischen Weinhügeln und Feldern; Klosterneuburg (Stift), Schwarzes Kreuz (Blick)
Einkehrmöglichkeiten:
Windischhütte, Weidling, Klosterneuburg
Karte:
Mountainbike Wienerwald (www.mbike.at)

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