Eine Funtour wie aus dem Bilderbuch. Viel ebene und abfallende Streckenabschnitte, drei Zuckerln: die Anhöhe um den Hüttenkogel, der Wienerwaldsee und der feuchtfrische Deutsche Wald. Ansonsten viel Asphalt – was diese Tour nach heftigen Regenfällen zur absolut richtigen Ausfahrt macht.
Route
Purkersdorf (der Einstieg ist auch in Wien-Auhof und beim Schimonpark möglich) – Neu-Purkersdorf – Großes Steinbachtal – Hüttenkogel (398 m) – Irenental – Ameisberg – Tullnerbach-Lawies – Wienerwaldsee – Heimbautal – Baunzen – Deutscher Wald – Weidlinggau – Purkersdorf
Fun-Strecke, HU ca.
480 m, 33,3 km,
2,5–3 Stunden
Am Hüttenkogel trifft man auf ein nettes Platzl ...
... wo sich Amphibien froschwohl fühlen.
Wienerwald-See: Schauen erlaubt, baden verboten.
Aufgesessen in Purkersdorf bei der Deutschwald-Marienkapelle. Wo man diese Tour beginnt, bleibt einem natürlich selbst überlassen, für Wiener am besten und bequemsten sicher die Startmöglichkeit in Auhof oder beim Schimonpark. Kurz auf einem Radweg entlang der – sehr verkehrsreichen – Purkersdorfer Hauptstraße und der Wien, auf die wir beim Finale der Tour wieder treffen werden. Die nun folgende Zickzack-Fahrt durch Gasselwerk bis Neu-Purkersdorf erklärt sich durch die sehr gute Beschilderung von selbst und ist nicht weiter erwähnenswert. Vor Neu-Purkersdorf jedoch endet der Prolog und beginnt die erste Botanik-Etappe. Wir biegen von der Landstraße nach rechts auf einen holprigen Schotterweg ein, der sich ein wenig später bei einem Marienbild teilt. Wir halten uns links und steuern auf schattigen Tann zu, wo es leicht bergauf durch das Große Steinbachtal geht. Am höchsten Punkt der Tour, am Hüttenkogel, findet sich ein paar Meter abseits des Weges unvermutet ein nettes und ruhiges und idyllisches Platzl mit einer Kapelle und einem kleinen Teich, in dem sich auch Amphibien froschwohl fühlen. Auf der Innenwand der Kapelle ein g'scheiter Spruch Jean Pauls: "Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist und hinterlasse eine Spur." Pause. Jause. Dann bleiben wir lieber am Weg, statt abseits eine neue Spur zu legen – das mögen nämlich die lieben Förster nicht – und rollen bergab ins Irenental mit dem gleichnamigen verträumten Ort. Auf der Irenentalstraße leicht bergauf bis zum Ameisberg, einen von Wiesen bedeckten Gupf. Danach abermals lange bergab, dem Weidlingbach entlang nach Tullnerbach-Lawies und zum Ufer des Wienerwaldsees (1,5 Stunden). Dieser wird am Ufer umfahren, die Badehose kann getrost im Rucksack bleiben, da dieses Trinkwasser-Reservoir leider nicht beschwommen werden darf. Schade, ich hätte es der Krot links gerne nachgemacht. So aber unter der Westautobahn hindurch, dann links Richtung Heimbautal. Auf und ab, ehe wir vor dem Ortseingang nach links abbiegen und die Autobahn abermals unterfahren. Nun auf Forststraße auf und ab, das verhaltene Gedröhn der Autobahn ergibt die wenig romantische Hintergrundmusik. Egal, schließlich sind wir zum Radln da und nicht zum Romantisieren. Oder doch? Nach der Siedlung Baunzen wird’s plötzlich finster, kühl und feucht im Deutschen Wald, ein langgezogenes Moor, der Geruch morastiger Erde und die Geräusche aus dem undurchdringlichen Gehölz erinnern tatsächlich an eine Aulandschaft, die sich selbst überlassen bleibt:
Hübsch unter der Rudolfshöhe hindurch und nach einer kurzen Bergetappe ausrastend und entlang der Mauer des Lainzer Tiergartens nach Weidlinggau hinuntergerollt. Hier die Landstraße übersetzt und gleich auf einsamerer Straße dem Bahnhof entgegen. Vor diesem nach links und entlang der Wien – ebenfalls sehr nett –, bis abermals die Purkersdorfer Straße übersetzt wird. Gleich gegenüber geht’s für diese Strecke vollkommen ungewohnt auf einem Waldsteig hoch und über eine nach Regenfällen sehr gatschige Fernstraße über Purkersdorf und seinen Lärm hinweg zum Ausgangspunkt zurück.
Der Name der Strecke wurde dem Georgenberg, einer Erhebung in Purkersdorf, entliehen, wo Funde aus der Keltenzeit auf eine Besiedlung der Gegend lange vor der Römerzeit schließen lassen.