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Hängender Stein-Strecke
oder:

Hängender Stein-Strecke

Oberkirchbach, Tulbinger Kogel, Königstetten, Wolfpassing; April 2009

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

Die Hängender Stein-Strecke zwischen Tulbinger Kogel, Königstetten und Wolfpassing bezieht ihre Reize aus dem Wechsel von Wald- und freien Feld-Passagen. Vom nordwestlichen Ausläufer des Wienerwaldes geht es in das sonnig-weite Becken des Tullnerfeldes und wieder retour. Zwischendurch, wie es sich für typische Wienerwaldstrecken gehört, jede Menge Einkehrmöglichkeiten, mit der Leopold Figl-Warte ein toller Panorama-Balkon und eine fordernde Poweretappe.

Route

Oberkirchbach (Hotel-Rest. Marienhof) – Hängender Stein – Hainbuch – Tulbinger Kogel (Leopold Figl-Warte, 494 m) – Herrnberg – Tulbing – Königstetten – Wolfpassing – Unterkirchbach – Oberkirchbach (Hotel-Rest. Marienhof)

Fun-Strecke, HU Pfeil uppfeil down ca. 500 m, 19,9 km,
2-2,5 Stunden

Leopold figl-warte
Die Leopold Figl-Warte – ein Aussichtspunkt erster Güte

 

 

Gedenkstein
Diesen Gedenkstein sollte man sich merken, zweigt der Weg doch kurz danach von der Straße ab nach Königstetten.

 

 

jacke
Diese Mostschenke in Wolfpassing markiert den Beginn der "Hängenden Zunge-Strecke".

Aufgesessen in Oberkirchbach beim Hotel-Restaurant Marienhof (Start besser in Königstetten oder Wolfpassing, sodass noch frisch und mit vollem Saft das steile Kriterium in den Waldgreuten bewältigt werden kann), wo es analog zur Tulbingerstrecke auf Asphalt zuerst bergan bis zum namengebenden "Hängenden Stein" geht. Neugierig folgen wir dem Wegweiser nach rechts von der Straße in Wald. Nach einigen Minuten downhill stehen wir mitten im Wald vor dem "Hängenden Stein", einer seltsamen Felsformation, die in keltischer Zeit als Kultstätte gedient haben soll (Erklärung siehe unten). Wieder zur Landstraße zurück und über Hainbuch und die Waldschenke bis zum Hotel-Restaurant Tulbingerkogel. Hier sollte man sich die Leopold-Figl-Warte (494 m, 30 Minuten) am Tulbinger Kogel nicht entgehen lassen. Ein Forstweg führt in wenigen Minuten zu diesem Aussichtspunkt erster Güte. Weit reicht der Blick an klaren Tagen über das Tullnerfeld bis in das Weinviertel, im Süden bis zu Ötscher, Rax und Schneeberg. Die Warte liegt zugleich am Planetenweg Tullnerfeld Wienerwald, der unser Sonnensystem zu erklären versucht. Am Tulbinger Kogel etwa ist der Uranus Thema. Wieder zurück zum Hotel und auf der Landstraße bergab bis zu einem Gedenkstein, der an den ersten Türkenkrieg im Jahre 1529 erinnert. Weil auch hier damals die verlustreiche Schlacht tobte, wird der Wald bis heute auch "Jammertal" genannt. Gleich nach diesem Stein rechts auf eine Forststraße. Bei einer Gabelung geradeaus weiter, dann links auf einen hübschen Waldweg.

wald

Bald erreichen wir den kleinen Ort Tulbing, durchradeln ihn und landen in freien, sonnigen Feldern. Diese entlang bis Königstetten, wo sehr auf die Schilder der MTB-Strecke geachtet werden sollte, da der Weg kreuz und quer, beim Ortsende fast gar nicht erkennbar nach rechts von der Straße weg über einen Bach und einer weiteren Feldpassage am Rande von Wolfpassing zum Hauptkriterium der Tour führt. Gut aber, dass unser Weg stets neben der doch recht belebten Landstraße angelegt ist. In Wolfpassing beim Gasthof Figl nach rechts (Ampel), an einer Kapelle und einer Mostschenke vorbei, ehe es – ordentlich! – zur Sache geht. Steil, holprig, nach Regenfällen matschig heißt es bergauf schnaufen oder schieben, je nach Kondition. Auf jeden Fall wird die Hängender Stein-Strecke hier zur Hängenden Zunge-Strecke:

Schieben
Schild

Etwa 20 Minuten dauert die Plagerei, ehe sich der Weg wieder verflacht und gemütlich zu einem Pferdegestüt führt. Kurz danach ist Unter-, schließlich auch Oberkirchbach erreicht, und damit schon unser Ausgangspunkt, der Marienhof.
Resümee: Fun mit etwas Power, viel Straße und noch mehr Panorama.

Video:



Der Hängende Stein

So genannte Hängende Steine gibt es mehrere in Österreich, an einem der bekanntesten kommen wir bei oben beschriebenen Tour vorbei. Die seltsamen Felsformationen verdanken ihre Entstehung der Erosion durch Wind und Wasser. Man nimmt an, dass die meisten von ihnen in heidnischer – vor allem in keltischer – Zeit als Kultstätten gedient haben. Der mächtige Sandsteinblock bei Unterkirchbach jedenfalls weist auf seiner Oberfläche mehrere, möglicherweise von Menschenhand geschaffene "Schalen" auf. Solche Näpfchen rieben die Kelten aus dem Fels, um die Erdgottheiten zu beschwören und eine gute Ernte zu erzwingen.
Angeblich befinden sich in dieser Region besonders viele und energiereiche Kraftplätze, was allerdings nur sehr feinfühligen oder esoterisch angehauchten Menschen auffällt. Interessant jedenfalls ist der Hängende Stein, den man zum Naturdenkmal erklärt hat.

Leopold Figl-Warte

Es war der damalige Landeshauptmann Niederösterreichs Leopold Figl (* 2. Oktober 1902 in Rust, Niederösterreich; † 9. Mai 1965 in Wien), der die Anregung gab, auf dem Tulbinger Kogel wieder eine Warte zu errichten, nachdem das Original im 2. Weltkrieg zerstört wurde. Der bekannte Architekt Clemens Holzmeister zeichnete schließlich für die Planung verantwortlich. Am 29. April 1967 fand die feierliche Einweihung- und Eröffnungsfeier statt.
Die Warte ist ganzjährig frei zugänglich, seine Spitze ziert ein 6,5 m hohes Kreuz.

Ausgangspunkt:
Größere Kartenansicht
Schwierigkeiten:
Eine reine Funstrecke, ausgenommen die herbe Steigung von Wolfpassing Richtung Oberkirchbach.
Bewertung:
Fun-Strecke mit Power
Gesamthöhenmeter:
500 m
Gesamtfahrzeit:
2-2,5 Stunden
Streckenlänge:
19,9 km
Asphalt:
9,6 km
Forststraße/Schotterweg:
10,3 km
Attraktionen:
Interessant die Felsformation des "Hängenden Steins", der Ausblick von der Leopold Figl-Warte und die vielen Einkehrmöglichkeiten in erstklassigen Betrieben.
Einkehrmöglichkeiten:
Siehe Lauftext oben ...
Karte:
Mountainbike Wienerwald (www.mbike.at)

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