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Wienerwälder Bike-Melange mit einem Schuss Kultur
Hirschengarten-Strecke

Hirschengarten-Strecke

Power-Strecke, Wienerwald, Mai 2012; Text/Bilder: © Thomas Rambauske

Eine Strecke, die überzeugte Wienerwald-Biker garantiert glücklich macht, finden sie doch hier eine wohl mundende Melange aus idyllischen Naturpassagen, zünftigen Trails, kleinen Kultur- und großen Gourmethäppchen vor!

Die Route

Mit der S-Bahn erreichen wir bequem Hadersdorf, sitzen auf und gelangen in die Lorenz-Stein-Straße und in die Herzmanskystraße. Schließlich folgen wir gemütlich dem Wienfluss in die Wintergasse und auf dieser, bis nach dem Bahnhof Unterpurkersdorf nach rechts die Karlgasse nach oben zieht.
Schluss mit der Flaniererei, denn es geht ans Eingemachte: zwischen Purkersdorfer und Weidlingauer Eichberg stemmen wir uns auf Forststraße nicht besonders steil, aber lange bergauf. Wir kennen die Passage bereits aus unbekehrter Richtung: von der Abfahrt der Troppberg Strecke I nämlich. Bei beiden Strecke ist der 465 m hohe Buchberg DAS Kriterium, nur wer diesen unscheinbaren, aber gnadenlos hoch liegende Waldgipfel erreicht hat, schafft auch die Tour! Nach 30 Minuten ist’s vollbracht, eine Wegkreuzung, sonst nichts, markiert die Bergankunft. Nun geradeaus weiter bis zu einer großen Wegkreuzung, wo wir uns Richtung Hahnbaumberg halten. Ein erholsamer Abschnitt, da wir bis dahin mehr gleiten als strampeln, mehr genießen als schwitzen. Im schattigen und vogerlzwitschernden Purkersdorfer Forst fühlen wir uns rundum wohl.

Waldtrail

Leider treffen wir vor dem Königswinkelberg auf Asphalt  und müssen auf der Ferdinand-Ramler-Straße nach Gablitz rollen. Dort die Hauptstraße in die Hauersteigstraße übersetzt und nett durch Wiesen- und Waldlandschaft bis zur Laabacher Schenke flaniert. Dieses Gasthaus meint es gut mit seinen vielen Schildern und Anpreisungen. Zu gut vielleicht. Denn es ist wie mit dem Wald, dass man nämlich die Speisen vor lauter Anpreisungen nicht sieht.
Weiter. Den Wegweisern folgend einFischteich kurzes Stück auf Landstraße, ehe wir nach links wieder in Forstgelände abzweigen und die nächste Bergwertung zu bewältigen haben. Gnadenlos hoch bis zu einem netten Wald-Singletrail, der uns zum Rauchbuchberg führt. Danach auf Waldpfad auf und ab bis zum Passauerhof, der nächsten Einkehrstation, wo sich schon ein erster Blick auf unser Ziel, den Exelberg, ergibt. Noch aber ist es nicht soweit. Noch lange nicht! Auf Straße bergab zu den nächsten Futtertrögen, dem Cafe-Restaurant Hirschengarten und dem Mostheurigen Pölzer. Danach ein Pferdegestüt, ein Fischteich und gleich dort links auf einem Steig hoch und über eine Lichtung zur L121, die uns direkt zur Kartause Mauerbach bringt: Achtung, Kultur! Wer Zeit hat, steige ab und besichtige das historische Schmuckstück. Das 1314Kartause durch Friedrich den Schönen gestiftete, barocke Kloster der Kartäuser zählt zu den bedeutendsten ihrer Art in Österreich. Der Kreuzgang der Klosteranlage zählt zu den längsten Europas. Daneben gibt es – ehr klar – Futtermöglichkeiten und jede Menge Rastplätze.
Gestärkt und mit Kultur vollgesogen setzen wir unseren Weg auf einer Forststraße fort und folgen dem Pitzelsdorfer Bach zur letzten Bergwertung des Tages, dem Scheiblingstein. Wem auf dem deftigen Waldanstieg nicht die Muskeln glühen, muss ein Urviech sein! Selbst Schieben ist hier eine Herausforderung.
Sobald wir den Beton der L120 erreichen, haben wir das Gröbste überstanden und erreichen die nächste Labestation, das Landgasthaus Scheiblingstein. Verhungern oder verdursten werden wir auf der Hirschengarten-Strecke nicht. Danach Achtung: Nur wenige Wiener wissen, das unweit ihrer Hauptstadt, inmitten des mysteriösen Wienerwaldes und nur 5 m neben der Straße, ein römischer Meilenstein ohne jedwede Inschrift steht. Alten Schriften zufolge galt der Scheiblingstein schon um das Jahr 1324 als römischer Meilenstein, was er wohl auch ist. Es wurde vergeblich versucht, zwischen dem Stein und der Exelbergstraße eine Römerstraße zu finden. Eine flüchtige Untersuchung ließ keinen römischen Straßenkörper Der Scheibligeerkennen. Ob die römische Exelbergstraße auf dem gewachsenen Flyschgrund überhaupt einen Schotterbelag hatte, ist fraglich. Man nimmt an, dass der Scheiblingstein – im mittelalterlichen Volksmund "der scheiblige", d.h. "der Runde" genannt – im letzten Viertel des 4. Jahrhunderts aufgestellt wurde und dem Scheiblingstein-Berg den Namen gegeben hat.
Wir dem auch sei, wir schauen, dass wir von der Straße, die leider von vielen mit einer Autobahn verwechselt wird, auf einem Waldsteig wechseln, um auf diesem zur Sophienalpe zu gelangen. Dieses breite, baumlose und sonnenüberflute Wiesenplateau an der Grenze Wiens wurde sogar schon von Kaiser Franz Joseph geschätzt, der es für seine Mutter, die Erzherzogin Sophie, zum ländlichen Sommeraufenthalt ausbaute und gegen Ende des vorigen Jahrhunderts zum "Einkehrgasthof und Meierei Sophienalpe" umbaute.
Nun quer auf der von Autos nicht befahrenen Mostalpenstraße in weitem Linksschwung über die weitsichtige, sonnenüberflutete und wunderschöne Wiener Alm promeniert, bis sich die Straße gabelt. Während es rechts zur Mostalm weiterginge, halten wir uns links und setzen den Weg über die Alm fort, bis ein eventuell geschlossener Schranken (!!) den Beginn einer Waldpassage markiert. Nun lange auf der Forststraße bergab, bis wir zum Dianabründl (Quelle) und der alten Karl-Brandstätter-Eiche vorbeikommen. Es lohnt sich abzubremsen und eine Rast einzulegen. Weiter nun um den Greutberg herum in den Kasgraben, an deren Ende der Gasthof Grüner Jäger und die Mauerbachstraße warten. Die Straße lassen wir Straße sein und befahren links einen Waldsteig, der uns in das Reich des Gideon Ernst Freiherr von Laudon führt. Laudon tat sich als Feldherr im Siebenjährigen Krieg und im 8. Österreichischer Türkenkrieg hervor und erwarb hier in Hadersdorf ein Anwesen, auf dem er ein Schloss und mehrere Denkmäler errichten ließ. Eines davon ist der sog. Türkenstein, auf dem Laudon u. a. seinen siegreichen Feldzug gegen die Türken darstellen ließ. An diesen Stein kommen wir mitten im Wald vorbei, nachdem wir auch Laudons Grabmal passiert haben.

Laudon-GrabTürkenstein

Nun dann doch ein kleines Stück auf der Landstraße durch Hadersdorf am Schloss Laudon vorbei auf der Mauerbachstraße zum Bahnhof.

Lexikon: Gideon Ernst Freiherr von Laudon

Gideon Ernst Freiherr von Laudon (auch Laudohn oder Loudon) (* 13. Februar 1717 auf Gut Tootzen (Toce) bei Laudohn, Livland (heute Lettland); † 14. Juli 1790 in Neutitschein, Mähren) war ein österreichischer Feldherr.
Quelle: Wikipedia (mehr erfahren >>>) und über diverse Denkmäler und Bauten: www.viennatouristguide.at/Friedhoefe/Laudon_Hawei/laudon.htm

Kartause Mauerbach

Die Kartause Mauerbach ist ein ehemaliges Kloster der Kartäuser und liegt in der Marktgemeinde Mauerbach in der Nähe von Wien. Die barocke Kartause zählt zu den bedeutendsten ihrer Art in Österreich. Der Kreuzgang der Klosteranlage zählt zu den längsten Europas.
Quelle: Wikipedia (mehr erfahren >>>)

Römerstein am Scheiblingstein

Nur wenige Wiener wissen, das unweit ihrer Hauptstadt, inmitten des mysteriösen Wienerwaldes und nur 5m neben der Straße, ein römischer Meilenstein steht. Kurz vor der östlichen Ortseinfahrt von Scheiblingstein, nahe dem Exelberg, befindet sich ein ca. 1m aus dem Boden ragender länglicher Stein, der die Form eines römischen Meilensteines hat, jedoch keine Inschriften oder dergleichen aufweisen kann.
Quelle: Mehr zur Bewandtnis des Steines ...

Baumrinde

Ausgangspunkt:
Größere Kartenansicht
Route:
Hadersdorf – Buchberg – Hahnbaumberg – Gablitz – Laabacher Schenke – Rauchbuchberg – Passauerhof – Cafe-Restaurant Hirschengarten – Kartause Mauerbach – Scheiblingstein – Sophienalpe – Dianabründl – Ghf. Zum Grünen Jäger – Gideon Laudon-Grab – Türkenstein – Hadersdorf
Gesamthöhenmeter:
Pfeil up Pfeil 850
Gesamtfahrzeit (in Stunden):
ca. 2,5
Bewertung:
Power-Strecke

Schwierigkeiten:

Die Wald-Steigung von der Kartause Mauerbach zum Scheiblingstein hat es in sich.

Sreckenlänge:
39 km
Asphalt:
13,45 km
Forststraße/Schotterweg:
25,45 km
Attraktionen:
Kartause Mauerbach, Türken- und Römerstein, Schloss Laudon
Einkehrmöglichkeiten:
Laabacher Schenke, Passauerhof, Cafe-Restaurant Hirschengarten, Mostheurigen Pölzer, Landgasthaus Scheiblingstein, Grüner Jäger
Karte:
Mountainbike Wienerwald (www.mbike.at)
Geocaches:

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