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Wienerwald-Swing
Laurenzi-Strecke

Laurenzi-titel

Neulengbach – Altlengbach – Hochstraß – Buchberg, Mai 2010

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

Eine landschaftlich sehr hübsche Strecke, die nicht nur durch Wald führt, sondern auch über aussichtsreiche Hügel, Wiesen und einen behütteten Berg. Zwei kernige Uphills und fast 800 Höhenmeter machen diese Tour aber zu einer durchaus fordenden Tagesunternehmung.

Route

Neulengbach – Altlengbach – Steinhäusl – Hochstraß (599 m) – Rekawinkel – Erlaa-Siedlung – Johannesberg – Buchberg (Warte, Schutzhaus, 469 m) – Almersberg – Neulengbach.

Power-Strecke, HU Pfeil uppfeil down ca. 790 m, 42,2 km, 4 Stunden

Buchberg
Am Buchberg befindet sich eine architektonisch interessante Aussichtswarte und das Buchberg-Schutzhaus.

 

Buchberg
Schöne Fernsicht vom Gipfel des Buchbergs

 

Aussicht
Es zahlt sich aus, auf die Warte zu steigen!
Einstieg in Neulengbach, deren Wahrzeichen, die Burg Neulengbach, in beherrschender Lage auf einer Felskuppe liegt.
Die Ouvertüre der Laurenzi-Tour ist leicht und gemütlich. Beschwingt pedalieren wir entlang des Laabenbaches, eines Teiches und einigen sehr schönen Uferlichtungen durch St. Christophen. Erst nachdem wir die Autobahn (A1) über eine Unterführung kreuzen, müssen wir erstmals auf einen niedrigeren Gang schalten. Nach einer weiteren Unterführung und einem Kreisverkehr gleich rechts auf einen Radweg und wieder der A1 entlang. In Altlengbach ein drittes Mal die A1 gekreuzt. Nach einem Sportplatz ist Schluss mit Lustig und verengt sich der Radweg zu einem schmalen, steilen Waldaufstieg: Powerbiken samt Schenkelbrennen und Kampfschwitzen ist angesagt. Dieser kurze Uphill hat es in sich. Sobald der Weg wieder auf Forststraße, dann sogar auf Asphalt übergeht, beginnt eine der angenehmen Etappen der Strecke. Zwischen Wald und blühenden Wiesen geht es sehr genussvoll und panoramareich um den Kaltenberg herum nach Hochstraß, dem mit fast 600 m höchstgelegenen Punkt der Tour. Dann aber sanft auf- und abpendelnd, also im richtigen Wienerwald-Swing, um den Jochgrabenberg herum, ehe eine schnelle Asphalt-Abfahrt nach Rekawinkel führt.

Die zweite ordentliche Bergeetappe erwartet uns von Johannesberg auf den Buchberg mit der Buchbergwarte und dem gemütlichen Schutzhaus. Das absolute Highlight der Tour! Von den vier Buchbergen des Wienerwalds gilt jener nördlich von Neulengbach, nichtzuletzt wegen der 2004 neuerrichteten Aussichtswarte und dem bewirtetem Schutzhaus als der schönste und beliebteste. Von der Plattform des 19 m hohen, architektonisch interessanten, hölzernen Turmes genießt man eine traumhafte Rundsicht: Vom Exelberg am Rande Wiens sieht man die Alpenkette über Wienerwald mit Schöpfl und Gföhlberg und die Voralpen, über Ötscher und Dürrenstein bis zum Toten Gebirge mit Hohem Priel und zu den Bergen des Salzkammerguts mit Höllengebirge und Traunstein. Über das Tullnerfeld – mit dem markanten Kraftwerk Dürnrohr – und das Donautal hinweg schweift der Blick bis zu Ostrong im Waldviertel, zu den Erhebungen der Wachau und zu den Hügelketten des Weinviertels.

Neben vielen lokalhistorischen Ausstellungsstücken findet sich im Treppenaufgang der Buchbergwarte auch das Buchberglied:

Hoch vom Buchberg oben ist die Aussicht schön,
rings herum kann man die liebe Heimat sehn!
Weithin Berg und Tal, Wälder überall
Und das schöne, schöne Anzbachtal.

Übern Kohlreith hin, über Schöpfels Höh',
siehst du leuchten fern des Schneebergs Eis und Schnee!
Grüßt der Hochstaff her und der Unterberg,
Gippel, Reisalm und der Hegerberg

Dann nach Osten hin, schau,. unendlich bald,
Well' um Welle liegt vor uns der Wienerwald!
Einmal dunkelgrün, einmal blaugrün fein,
o wie herrlich ist die Heimat mein!

Jetzt nach Norden blick' in das Tullner Feld!
O wie weit leigt hier vor uns die ebne Welt.
Dieser dunkle Streif sind die Donauau'n,
kannst noch weithin übern Wagram schaun!

Wenn am Abend dann rot der Himmel glüht –
Weit im Westen dort man Vater Ötscher sieht.
Preis und danke Gott! und sei eingedenk:
Allen Menschen gab er dies Geschenk!


Maria Theresia Waldherr

Stilleben
Stilleben mit Rad

Ein steiler, aber kurzer Downhill führt zum Ausgangspunkt in Neulengbach zurück.

Burg Neulengbach

Die Burg Neulengbach liegt in beherrschender Lage auf einer Felskuppe über dem Markt Neulengbach im Bezirk Sankt-Pölten Land. Die Burg-Schlossanlage ist ein dreigeschoßiger Vieleckbau, zweifacher Wehrring mit acht Rundtürmen, Vorbau mit prachtvollem Renaissanceportal, stimmungsvoller Hof mit toskanischen Doppelsäulen und steinernem Brunnenbecken. Die Burg wurde gemeinsam mit dem Markt von den Hochfreien von Lengenbach um das Jahr 1189 gegründet und wurde zum Zentrum der lokalen Herrschaft der Lengenbacher. Nach Aussterben der Lengenbacher im Jahre 1236 kam sie in den Besitz der Babenberger. Im späten Mittelalter war Burg Neulengbach Sitz landesfürstlicher Pfleger und oftmals verpfändet. 1565 erhielt Rudolf Khuen von Belasy die Herrschaft Neulengbach. Unter Freiherrn von Khuen wurde die Burg zu Beginn des 17. Jahrhunderts großzügig zu einem Wohnschloss erweitert.

Im Jänner 1912 wütete ein Brand im Schloss. Dabei wurde die gesamte Innenausstattung zerstört. 1920 erwarb die Gemeinde Wien das Schloss und nutzte es als Kinderheim. 1952 folgt der Schloßverein Neulengbach als Besitzer, und 1962 Martin Wakonig.
Genauere Geschichte von Neulengbach und Burg >>>

Geschichte des Buchbergs

Nördlich von Maria Anzbach befindet sich oberhalb von Burgstall der 469 Meter hohe Buchberg. Funde von Keramikscheiben weisen auf eine Besiedlung des Hochplateaus von der ausgehenden Jungsteinzeit bis zur keltischen Periode hin. Ausgrabungen ergaben, dass sich hier die größte urzeitliche Wallanlage des Wienerwaldes befand. Der Wall dürfte 350 bis 400 Meter lang und 150 Meter breit gewesen sein. Infolge der Bedeutung für die Geschichte unseres Landes wurde der gesamte Anlagenbereich unter Denkmalschutz gestellt. Die Erbauung dieser Anlage dürfte in mehreren Phasen vor sich gegangen sein, wobei die größte Ausdehnung aus der späten Bronzezeit stammt. Diese Epoche wird auch Urnenfelderkultur genannt, weil es vorherrschende Sitte war, die Toten einzuäschern und in Urnen zu bestatten. Diese Kulturform drang im 13. bis 14. Jahrhundert v. Chr. ausgehend vom Norden bis nach Mitteleuropa und sogar nach Südeuropa vor. Vor allem in der Spätphase bevorzugten die Urnenfelderleute Großsiedlungen auf Bergkuppen, die einen besseren Schutz boten und von wo man die Handelspfade überwachen konnte.
Römische oder mittelalterliche Keramik war nicht auffindbar. Nach älteren Berichten soll es jedoch römische Funde vom Berg geben, die hier eine römische Wachstation wahrscheinlich machen. Die erscheint auch dadurch gesichert, dass ein wichtiger Verbindungsweg über den Berg führte, der oberhalb der Laurenzikirche noch gut erkennbar ist. Auf eine römische Besiedlung in der Umgebung des Buchbergs weisen vor allem die Römersteine hin, die in der Laurenzikirche von Markersdorf aufbewahrt bzw. eingemauert sind.

Aus einem Artikel von K. Moser (Gedenkschrift zur feierlichen Eröffnung der Buchbergwarte am 18.8.1901, Verlag Geissler, Neulengbach sowie H. Windl, Die Urzeit, Heimatbuch Neulengbach.) Zur sehr informativen Homepage des Schutzhauses am Buchberg >>>

Ausgangspunkt:
Größere Kartenansicht
Schwierigkeiten:
Keinerlei Schwierigkeiten. Die Beschilderung ist o. k., die zwei steilen Passagen beanspruchen ordentlich Muskelschmalz, Radler mit mangelhafter Kondition sollten aber heiße Sommertage meiden, da sehr anstrengend.
Bewertung:
Power-Strecke
Gesamthöhenmeter:
790 m
Gesamtfahrzeit:
4 Stunden (ohen Pausen)
Streckenlänge:
42,2 km
Asphalt:
26,3 km
Forststraße/Schotterweg:
15,9 km
Attraktionen:
Buchberg mit Warte, hübsche, weitsichtige Hügel-Schaukeln, kernige Waldtrails
Einkehrmöglichkeiten:
Genug in den Städten und Dörfern, empfehlenswert aber sicher das Schutzhaus am Buchberg
Karte:
Mountainbike Wienerwald (www.mbike.at)

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