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Mountainbiken rund um Wien

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Hochalmspitze (3360m) - Säuleck (3086m)

(Detmolder Grat, Ankogelgruppe, 7/99)

Der Detmolder Grat

"Nur aufi, frisch aufi, dem Hochalmer zua, wer sie aufi net traut, is ka lustiger Bua",

besingen die Kärntner heute noch ihre Hochalmspitze.

Da sie zu den architektonisch schönsten Bergen der Ostalpen zählt, tituliert man sie gerne als "Tauernkönigin", als "Gemahlin" Seiner "Majestät" Großglockner.

Die von vier großen Gletschern flankierte Berggestalt gipfelt in zwei Erhebungen, der (inzwischen auch ausgeaperten) Schneeigen und der Aperen Hochalmspitze. Der Grat dazwischen, der Detmolder Grat, erweist sich als großartiger, in seinem oberen Teil fast durchwegs mit Stahlseilen versicherter hochalpiner Steig.


1.Tag: Detmolder Grat - Hochalmspitze

 

Bei den Steinernen Mandln

Ausgangspunkt: Gößkarspeicher (1707m). Von dort über eine Forststraße zur Gießener Hütte (2202m).

1 Stunde

Nun den Schwarzenburger Weg zur Winkelscharte (2862m), wo der Klettersteig beginnt.

Detmolder Grat: zunächst Randschneefeldern entlang (Achtung: Die Kletterhilfen können mitunter noch unter Schnee vergraben sein! Verborgene, aber nicht tiefe Randklüfte!) zum eigentlichen Steig des Detmolder Grates: anfangs über großblockiges Gelände (kurze Stellen 1 bis 1-) bis zur breiten Einsattelung westlich des Trippkees-Gletschers. Von hier gut gesichert, aber mitunter recht luftig (B-C) und über die brüchige Grathöhe, in eine Scharte hinab, dann über eine Rampe, einen kleinen Überhang (C) und einen kurzen Aufschwung zum Gipfelkreuz der Hochalmspitze. Herrliches Panorama! Der Sichtradius soll an klaren Tagen über 200 Kilometer betragen ...

4-5 Stunden

Vom Gipfel über den Gratrücken zu den sog. Steinernen Mandln (Bedeutung siehe unten) - auffälligen, abbruchbereiten Felstürmen - , dann heißt es wieder "zupacken": Drahtseile führen über manchmal steile Wände bergab, weiter über das Gletschergelände des Trippkeeses und an Seen vorbei den Rudolstädter Weg (gemeint ist hier nicht "Rudol-f", sondern die Stadt!) zur Gießener Hütte zurück.

2 Stunden

Höhenmeter:

ca. 1755m

Gehzeit:
8-9 Stunden

Tipps:

Luftig, luftig!

Für halbwegs schwindelfreie, trittsichere Bergsteiger kein Problem: C/I+.

Im Frühsommer liegen einige Versicherungen oft noch unter Schnee. Zu beachten ist der für seine Blitzschlaggefahr berüchtigte Hochalm-Gipfelgrat! Beim Heraufziehen eines Gewitters sollte man den Grat schleunigst verlassen.

Entsprechende Ausrüstung wie Steigeisen (oft vereiste Stellen!), Pickel und ein kurzes Seil nötig; für weniger Geübte 2-3 Sicherungsschlingen.

Wem fast 1800 Höhenmeter zu viel sind, sollte vor der Tour in der gemütlichen und gastfreundlichen Gießener Hütte übernachten.

2.Tag: Detmolder Steig - Säuleck

Die Schlüsselstelle

Gießener Hütte - Schwarzenburger Weg bis Punkt 2662m, dort links zum Grat hoch, wo der Detmolder Steig (B) beginnt. Nun gesichert über die Schneewinkel Spitze (3016m) und leicht weiter bis zur Schlüsselstelle, einen senkrechten 30-Meter-Abbruch: 1999 wurden die Steighilfen von einem Klettersteig-Gegner so sehr zerstört, dass ein erhebliches Maß an Kletterkönnen (II - III) erforderlich wurde. Inzwischen wurde die Drahtseilpassage wieder gut instand gesetzt, die Stelle ist damit kein Problem mehr.
Nun leicht über breite Gratrücken zum Gipfel des Säulecks (3086m). Imposant der Blick über den gesamten Detmolder Grat bis hin zur "Tauernkönigin", der Hochalmspitze.

4 Stunden

Nun ohne Schwierigkeiten unter dem Großen Gößspitz entlang zur Mallnitzer Scharte, 2673m (kleine Muttergottes-Statue in einer Felskerbe), von dort über Schneefelder, Geröll und den schönen Budenusweg zurück zur Gießener Hütte.

2,5 Stunden

Abstieg von der Hütte zum Ausgangspunkt, dem Gößkarspeicher

1 Stunde

Höhenmeter:

ca. 1200m

Gehzeit:
7-8 Stunden

Tipps:

Auch dieser Tourenabschnitt sollte nicht unterschätzt werden: Blitzschlaggefahr, Vereisung und die senkrechte Schlüsselstelle (bis III) verlangen bergsteigerisches Können und Erfahrung. Zur Ausrüstung sollten auch hier Steigeisen, Pickel und Seil gehören.

Geschichte:

Erstbesteigung der Aperen Spitze durch Paul Grohmann, einen der Gründer des Österreichischen Alpenvereins, am 15. August 1859. Nur einige Tage vorher, am 12. August, gelangte Anton von Ruthner bis auf die dem Hauptgipfel vorgelagerte Schneeige Hochalmspitze, verschenkte aber den Erfolg, weil ihm der zum höchsten Punkt führende, schmale Grat zur Aperen Spitze als zu gefährlich erschien.

Zur Namensherkunft der "Hochalm-Spitze" kann nur eine der vielen Sagen führen, die sich die Einheimischen des Mallnitzer Tales noch heute erzählen: Als die Sennleute auf den fetten Hochalmen übermütig und gotteslästerlich geworden waren, kam ein göttliches Strafgericht mit Blitz und Donner über sie. Nachdem sich die Wolken wieder verzogen hatten, lagen die Weiden unter vier dicken Eispanzern begraben und standen die schlimmsten Sünder als "Steinerne Mandln" über dem Trippkees. Heute noch nennen die Einheimischen ihren Berg "Hochalmer".

Das kostbare Eis unserer Tauernkönigin wäre in jüngster Vergangenheit beinahe noch von der Skiindustrie missbraucht worden: Die Baumaschinen standen schon für Lifte und sogar eine Seilbahn bis hinauf zum Gipfel bereit, als der Kärntner Alpenverein im letzten Moment die Zerstörungsabsichten verhinderte, indem er im Sommer 1988 bei einer Zwangsversteigerung gleich die ganze Hochalmspitze kaufte: der damalige Preis für eine Königin: ATS 1.120.000,-

Danke!