Der
Große Trögler, ein dem Stubaier Hauptkamm vorgelagerter
Gipfel, bietet alles, was man sich von einem Gipfel erwartet: einen unüberbietbaren
Panoramablick, Ruhe, erträgliche Gehzeiten, einige Action-Stellen
zum Zugreifen und Wachbleiben.
Die
hier vorgestellte Tour wählten wir als Anfangsetappe einer gemütlichen
Bergwoche, die in der Besteigung von Zuckerhütl
& Co. im wahrsten Sinne des Wortes "gipfelte".
Mit
dabei meine treuen Wegbegleiter: Roger, Maggi, Mexi, Biggi, Christoph,
Max, Stefan, Christian
Aufstieg
zur Sulzenau Hütte (2191m)
HU
600m/GZ 2 Stunden
Nach
einer Jause in der Jausenstation Grawa Alm (1590m, Parkplatz gratis
für Bergsteiger) überqueren wir den Bach "Die Ruetz"
und steigen zunächst über steilere Serpentinen, dann etwas flacher
durch den "Rauhen Lehner" bis unter das Sulzegg. Von
dort durch einen von Bächen und Rinnsalen zerfurchten Talgrund (=
Moos), an der Sulzenau Almhütte vorbei (bei Schönwetter
geöffnete, urige Labestation), schließlich in endlosen Windungen
zur schön gelegenen Sulzenau
Hütte (2191m).
Diese
an den Ausläufern der Gletschergiganten gelegene Hütte bietet
herzhafte Tiroler Küche, saubere Matratzenlager und moderate Preise.
Außerdem dient sie als beliebter Ausgangspunkt für die Touren
auf die Klassiker der Stubaier: Zuckerhütl,
WilderPfaffund Freiger sind von hier aus in etwa 4,5-5 Stunden erreichbar.
Von
der Sulzenauhütte
gut markiert in südwestlicher Richtung bis zu einem Wegweiser, der
uns nach rechts (Norden) zum Großen Trögler lenkt. Über
einmal mehr, dann weniger steile Gras- und Schrofenhänge sowie einige
ausgesetzte Stellen (Drahtseile, etwas Trittsicherheit nötig!) hoch,
schließlich über Blockwerk auf den Kleinen Trögler
(Scharte, Stange, 2885m) und über den breiten Gratrücken auf
den bekreuzten Gipfel des Großen Trögler (2 Stunden
von der Sulzenau
Hütte).
Abstieg
in Richtung Dresdner
Hütte durch mitunter äußerst steile Schotterhänge
(Steinschlaggefahr!), sonst aber ungefährlich
hinab zur weithin sichtbarenDresdner Hütte (2308m, 1,5-2 Stunden vom Gipfel).
Die
Dresdner
Hütte - ein historischer Ort - erlernte ich doch dort
vor vielen Jahren die Hohe Kunst des Tarockierens. Seither hat
sich an der damals sehr gastfreundlichen Bergsteiger-Unterkunft einiges
zum Negativen verändert:
Die
Preise sind unverschämt teuer. Trotz der leichtest
möglichen Versorgbarkeit durch die Eisjoch-Gondelbahn ist die Dresdner
die mit Abstand teuerste Hütte der Stubaier Alpen! Man merkt, hier
sind die Gletscher-Skifahrer Könige und Abgezockte zugleich. Dass
hier kein Unterschied zwischen Wanderern und Tagestouristen gemacht
wird, ist schade. Die Dresdner Hütte ist so leider zu einer unerschwinglichen
Touristenabsteige verkommen.
Was
bei vielen Hütten gang und gäbe ist, können sich die
armen Dresdner Hüttenwirte nicht leisten: Auf die Frage, ob ich
als Leiter einer 9-köpfigen Gruppe Ermäßigung bekomme,
antwortet mir die Wirtin: Leider nein, deine Gruppe hat nur 9 Mitglieder,
Ermäßigung gibt es nur ab 10!
Piste
und Lifte entstellen die Landschaft rund um die Hütte auf's Schlimmste.
Leider
ist es an diesem Tag schon zu spät, um das Weite zu suchen ...
Dresdner
Hütte - Egnesensee - Punkt 2635m
HM
300/GZ 2 St.
Da
jetzt die Sonne vollends durchbricht, starten wir - Maggi, Christoph und
ich - noch zum Egnesengrat hoch. Zu Beginn ein Übungsklettersteig
von gewaltigen 10 Metern Länge und Schwindel erregenden 2 Metern
Höhe, dann über Almwiesen hoch, bis wir erstmals den Wilden
Pfaff sehen - eines unserer Traumziele.
Nach
einer Stunde haben wir den durch eine Steinpyramide bezeichneten Punkt
2635 des Egnesengrates erreicht (Warum hat dieser traumhafte
Aussichtspunkt noch keinen Namen? Meine Vorschläge: "Wilder
Abzocker" oder "Aperer Geizkragen").
Wir
genießen die Fernsicht auf die Granden der Stubaier, gustieren die
Leckerbissen, die uns diese Woche noch erwarten - Zuckerhütl,
Freiger, Pfaff
- und wollen gar nicht mehr so recht weg von hier.
Dem
nicht genug, beim Abstieg wartet noch DAS Erlebnis des Tages: Ein Sprung
in den gar nicht so kalten, aber sehr idyllisch gelegenen Egnesensee
(siehe Bild oben). Aaaaaaaah!
Tipps/Wissen:
Vorsicht
bei Nässe, da Auf- und Abstieg über steile Grashänge
führen!
Der
Trögler kann auch gehtüchtigen Kindern ab 10
zugetraut werden (Steinschlaghelm
und Klettersteig-Sicherung!).
Wer
von der Sulzenau-
zur Dresdner
Hütte will, kann auch den weniger anstrengenden und ausgesetzten
Weg 102 über das Peiljoch (2676m) wählen
(Seilsicherungen!).