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Zuckerhütl

Zuckerhütl - Wilder Pfaff

2 Varianten ins Dachgeschoss der Stubaier Alpen


Vorbemerkung:

Das elegant geformte Zuckerhütl ist der höchste Gipfel der Stubaier Alpen. Von seinem gutmütigen Nachbarn, dem Wilden Pfaff, gesehen, erscheint es als kühnes Firnhorn mit Zuckerhut-Charakter, von Norden her roh und abweisend.

Als Aufstiegsvarianten sollen jene von der Dresdner Hütte (Gletscherseilbahn) und von der Hildesheimer Hütte vorgestellt werden. Natürlich bieten sich auch andere an - von der Sulzenau Hütte (hier im Abstieg) oder der Nürnberger Hütte.


Variante 1: Dresdner Hütte - Fernau-/Sulzenaugletscher - Zuckerhütl (3505m) - Wilder Pfaff (3458m)

HU 1250m/GZ ~ 4 Stunden

 

Abklettern vom Pfaffengrat

Handarbeit beim Abstieg vom Pfaffengrat zum Sulzenauferner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zuckerhütl vom Pfaffen aus gesehen ...

Das Hütl vom Pfaffen aus gesehen

Von der Dresdner Hütte (2302m, leicht erreichbar per Gletscherseilbahn) in südlicher Richtung in den Kessel des Fernauferners. Von dort gemächlich ansteigend bis zu einer Geröllinsel (bis hierher 2 Stunden). Nun nahezu eben über Firn nach Osten unter die Einsattelung der Langen Pfaffennieder am Aperen-Pfaffen-Grat. Über Randkluft, steiles Geröll und Blöcke hinauf zur sog. Nieder, 2935m. Kurz vor einem Holzpfahl in der Scharte nach rechts über einen kurzen Felsabsatz auf den Rücken des Pfaffengrates. Auf diesem nach Süden und den Markierungen folgend auf den oberen Sulzenaugletscher (Kletterei an einigen Stellen). Auf dem Gletscher in weitem Bogen nach Südosten (Spalten!) in den Pfaffensattel (3,5 Stunden), wo wir einen Teil des Gepäcks ablegen.

Vom ebenen Firnsattel zuerst flach, dann immer steiler werdend den Ostgrat des Hütls hoch. Anfangs können Spalten den Weg erschweren und ein Ausweichen in die N-Flanke erzwingen. Achtung bei eisigen Verhältnissen, dann werden wohl Eisschrauben und Steigeisen vonnöten sein. Ein paar Spreizschritte über Felsplatten hoch zum Gipfel (3505m), wo nicht ist, was dort hätte sein sollen: das Gipfelkreuz. Befanden wir am richtigen Gipfel?, lautet die bange Frage. Aber ja, es hielt sich nur zwecks Erholung im Tal auf und erstrahlte wenige Wochen nach unserem Gipfelgang an gewohntem Ort in neuem Glanz.

Fantastischer Ausblick auf Ötztaler und Zillertaler Berge sowie auf den Großen Trögler, unser vortägiges Ziel.

Kurz vor dem Gipfel des Zuckerhütls

Wir steigen über die Aufstiegsroute wieder ab (Vorsicht bei eisigen Verhältnissen! Seilsicherung!). Von einer Querung in die Felsflanke (die AV-Karte verspricht dort einen versicherten Klettersteig) würde ich abraten, die paar verhungerten Seile liegen meist unter Schnee vergraben, dem brüchigen Felsen ist nicht zu trauen.

Zum Pfaffenjoch und über Firn und Blockwerk unschwierig hinauf zum Wilden Pfaff (3458m, 30 Minuten).

Von dort am besten den Ostgrat über mitunter luftige Kletterstellen (I) hinab, dann über Blöcke und Absätze, schließlich über Firn zur Müller Hütte oder zum Becherhaus, um anderntags den Wilden Freiger anzugehen.


Variante 2: Hildesheimer Hütte (28998)- Pfaffenjoch - Zuckerhütl

HU ~ 600m/GZ 3,5 St.

 

 

Um dem Rummel im Bereich der Gletscherbahn und den überhöhten Preisen der Dresdner Hütte zu entgehen, empfiehlt sich der einsamere, kürzere und meiner Meinung nach einfachere Anstieg von Westen, von der Hildesheimer Hütte aus. Die Hildesheimer Hütte, erreichbar von Sölden in 4,5 Stunden oder von der Dresdner Hütte über das Eisjoch in 3,5 Stunden, verwöhnt uns mit toller Lage, einem idyllisch gelegenen See, freundlichem Service und phantastischem Essen. Außerdem bleibt man dort unter sich, während die Dresdner Hütte mit Scharen von Tagestouristen aufwartet.

Nun aber zu unserer Tour auf das Zuckerhütl! Von der Hütte führt ein markierter Steig zunächst zum Hüttensee, an diesem rechts vorbei und am Fuß einer Wandflucht steil hinab. Eine recht luftige Stelle ist mit Drahtseilen gesichert. Dann in das Geröllkar unter dem Gaißkarferner (ca. 2800m), von dort streckenweise über steile Schneefelder (Steigeisen bei morgendlicher Vereisung!) und Geröll um den Südwest-Ausläufer des Aperen Pfaffen herum, bis man auf einen spaltenlosen Firnhang trifft. Diesen problemlos hoch zum Pfaffenjoch (3212m; 2,25 Stunden).

Auf dem Weg zum Zuckerhütl

Nun in OSO-Richtung über den Sulzenauferner (versteckte Spalten, manchmal tiefer Firn) in den Pfaffensattel (1 Stunde) zwischen Zuckerhütl und Wildem Pfaff. Von dort wie oben beschrieben auf den Gipfel (30 Minuten).

Der Gipfel des Zuckerhütls ohne Kreuz ... Mexi, Roger, Biggi, Maggi, Christian, Christoph

Ein historisches Bild - das Zuckerhütl ohne Kreuz ... (wurde im Sommer 2002 erneuert)


Abstieg zur Sulzenau Hütte

2,5 Stunden

 

Nach dem Felssturz zur Fernaustube hinab ...

Abseilen zur Fernerstube hinab ...

 

Der wohl beliebteste Abstieg, der sich überdies hervorragend als Aufstiegsweg empfiehlt, erfolgt von der Müller Hütte durch die Fernerstube, an der Blauen Lacke vorbei zur Sulzenau Hütte (2191m).

Von der Müller Hütte in Richtung Pfaffennieder, P. 3149m. Dort verweisen Markierungen zum Abstiegsweg nach rechts hinab. Aber Achtung: Diesen laut AV-Karte als gesicherten Steig markierten Weg fanden wir im unteren Drittel von einem Felssturz zerstört vor (Stand: Sommer 2002). Wir mussten uns über den nun äußerst bröseligen und steilen Hang abseilen. Vorsicht ist ebenfalls vor der Randkluft des Gletschers der Fernerstube geboten.

Nun in nördlicher Richtung zum rechten Rand der Fernerstube (nicht in der Mitte halten - sehr viele verdeckte Spalten), den NW-Ausläufer des Aperen Freiger entlang bis zum Beginn des Lübecker Weges, der uns gut markiert an der Blauen Lacke vorbei zur Sulzenau Hütte hinabführt.


Tipps/Wissen:
  • Sämtliche hier vorgestellten Touren müssen mit kompletter Gletscherausrüstung begangen werden!
  • 1-2 Eisschrauben und Bandschlingen für den O-Grat des Zuckerhütls und andere Eventualitäten
  • Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit
  • Orientierungsprobleme bei Nebel auf den Gletschern
  • Auf keinen der in den AV-Karten eingezeichneten versicherten Klettersteige ist wirklich Verlass! Besser mit ordentlicher Handarbeit rechnen.
  • Beste Zeit: Juli bis September
  • Erstbestiegen wurde das Zuckhütl von Josef Anton Specht zusammen mit Alois Tanzer und einem zweiten Führer im Sommer 1863.
  • Das Becherhaus kann auf eine spannende Geschichte zurückblicken: Von der AV-Sektion Hannover 1893/94 erbaut, wurde es 1922 enteignet, bis 1949 militärisch besetzt. Die Lage der Hütte hat in der gesamten Ostalpen-Region kaum ein Gegenstück: Die höchstgelegene Hütte Südtirols thront auf dem Gipfel des Becher hoch über dem Übeltalferner, dem größten Gletscher der Stubaier Alpen.
Hütten:
Karte:
AV-Karte Nr.31/1 "Stubaier Alpen - Hochstubai", 1:25.000
Ausrüstung:

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