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Sonne, Meer und Berge

Pico de Teide

(3718m, Teneriffa, Spanien)

Pico de Teide


begangen und beschrieben von: Christoph Beywinkler


Vorbemerkung:

 

Der Teide ist ein auf der kanarischen Insel Teneriffa gelegener Vulkan, der mit seiner einmaligen Wüstenlandschaft, der phantastischen Aussicht von seinem Gipfel "Pitón" (an schönen Tagen kann man sogar bis Afrika sehen) und der Tatsache, dass er der höchste Berg Spaniens ist, auf jeden Fall eine Besteigung wert ist.

Um für die Höhe und die konditionellen Anforderungen gewappnet zu sein, haben wir uns vorher am Guajara, einen der vielen wander- und wunderbaren Berge auf dem kanarischen Archipel, "aufgewärmt".

Ausgangspunkt:

Canadas-Straße ("canadas" = flaches Land) bei Kilometer 40, Abzweigung des Fahrweges in Richtung Teide (Tafel, 2350m, zwischen El Portillo und Teleférico)

Aufstieg:

3,5 Stunden

 

 

 

Die "Nase des Teide"

Wir starten unsere Tour kurz nach Mitternacht von einem kleinen Parkplatz an der oben erwähnten Abzweigung und folgen zunächst dem deutlich beschilderten, gemütlich ansteigenden Fahrweg in Richtung Teide. Nach etwa 10 Minuten zweigt rechts ein weiterer Weg ab - hier aber geradeaus weiter. Langsam schlängelt sich der Weg in großen Serpentinen an den Berg heran. Nach einigen Kehren sehen wir im Schein unserer Stirnlampen die großen, pechschwarzen "Huevos", kugelartige Lavabrocken. Sie bilden einen seltsamen Kontrast zum beigefarbenen Bims-Sand, der die Hänge überzieht. Wir steigen höher, bis wir schneller als erwartet an der Abzweigung des eigentlichen Gipfelpfades stehen. Diesem folgend gelangen wir über einen steilen, wegen des "bröseligen" Lavagesteins unangenehmen Geröllhang höher. Erleichtert kommen wir nach insgesamt 1,5-2 Stunden an eine leichte Hangverflachung mit riesigen runden Felsbrocken: die Estanca de las Igleses (= Aufenthalt der Engländer), und tatsächlich schlummert zwischen den Felsen ein (britischer?) Wanderer friedlich vor sich hin. Nun streifen bereits die ersten Sonnenstrahlen die Berggipfel, während im Tal noch die stockdunkle Nacht herrscht.

Der Weiterweg führt in Serpentinen über langgestreckte Lavafelder weiter. Nach etwa 30-45 Minuten kommen wir zum Refugio de Altavista, einer Schutzhütte auf 3260 Metern Höhe. Wir legen eine kurze Pause ein und genießen ein faszinierendes Schauspiel: Nach und nach erhebt sich die Sonne wie ein Feuerball über das Meer und taucht die Insel in pastellrotes Licht. Beeindruckt setzen wir den Aufstieg über Lavaflüsse und steile Hänge fort. Als wir an eine Hangverflachung gelangen, kommt zum ersten Mal die Gipfelhaube des Teide in Sicht.

Wir haben die Hütte vor etwa 1 Stunde verlassen, als uns eine Absperrung am Weiterweg hindert. Während ein anderer wegen der fehlenden Sondererlaubnis die wenigen Meter zum Gipfel nicht mehr zurücklegen darf, lassen uns die Nationalparkwächter durch, schließlich haben wir uns rechtzeitig um die "Lizenz" zur Gipfelbesteigung gekümmert (siehe auch unten). Nach weiteren 30 Minuten stehen wir am höchsten Gipfel Spaniens und blicken auf alle Elemente, die die Erde bietet: Himmel, Sonne, Meer, Berge, erloschenes Feuer in Lavaform - Wanderer, was willst du mehr!

Abstieg:

2,5 Stunden

Der Abstieg folgt dem Aufstiegsweg.

Tipps und wichtige Hinweise:

 

 

 

Der Teide und wir

  • Für den Aufstieg zum Gipfel benötigt man unbedingt eine Sondererlaubnis! Diese muss persönlich im Nationalparkbüro, Calle Emilio Calzadilla 5, 38002 Santa Cruz (Pass nicht vergessen!) gelöst werden.
  • Wegen des großen Höhenunterschiedes (0 ---> 3718m!) in kurzer Zeit ist es empfehlenswert, vor der Besteigung des Teide andere Eingehtouren zu unternehmen. Dafür eignet sich z.B. der Guajara (2715m).
  • Nicht zu unterschätzen sind ungünstige Wetterverhältnisse (bei Nebel, Schnee oder Sturm ist unbedingt von einer Tour auf den Teide abzuraten!), Höhenkrankheit (Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel) sowie die Steilheit mancher Passagen, die doch hohe Anforderungen an die Kondition stellt.
  • Empfehlenswert die Möglichkeit, den Teide in zwei Tagen zu besteigen (Übernachtung im Refugio de Altavista, keine Bewirtschaftung, Selbstversorgung möglich)!
  • Ein besonderes Erlebnis stellt der Sonnenaufgang am Gipfel dar. Timing danach ausrichten!
  • Bei besonders hohen Temperaturen rate ich eine Besteigung bei Nacht an.
  • Nach Anstrengung lohnt es sich natürlich, ins Meer zu springen - aaahhh!

Wissenswertes:

Der Teide bildet die nördliche Begrenzung des 1954 gegründeten Nationalparks "Parque Nacional del Teide".

Christoph Kolumbus beobachtete den letzten großen Ausbruch des Teide-Vulkans im Jahr 1492, unmittelbar bevor er seine Entdeckungsreise nach Amerika fortsetzte. 1798 erfolgte ein weiterer, diesmal weniger starken Ausbruch.

Insgesamt 12 Millionen Kubikmeter vulkanischen Materials hat der Teide vor rund 500.000 Jahren an seinen Seiten abgelagert, die Insel-Bewohner bezeichnen die seltsam aufragenden Lava-Skulpturen als die Nasen des Teide.

Der Name Teide leitet sich wahrscheinlich vom alten Namen "Echeide" (= Hölle) für den Vulkankegel ab, der bei den Ureinwohnern als Sitz der bösen Gottheit "Guayota" galt.

 

Internetadressen:

Teneriffa

Santiago del Teide

Bilder


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