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Cho Oyu
Die Göttin des Türkis in reinstem Alpinstil
Himalaya, 8.201 m, Mai 2004

Aus dem Expeditionstagebuch von Otto Harrer; Bilder: Bernhard Teischl

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In Demut ...

Ohne Hochträger, Sauerstoff und teure Expeditionsmaschinerie, still, elegant und schnell auf einen Achttausender - heute zollt man gerade solchen Expeditionen mehr Respekt als jeder noch so aufwändigen Rekord- oder Extremtour.
Einen Achttausender by fair means, wie es fairer nicht mehr geht, und in reinstem Alpinstil besteigen - diesen Leitsatz haben sich jene fünf aus Niederösterreich, Salzburg und der Steiermark auf den Pickel geschrieben, die Mitte Mai 2004 den Cho Oyu um des Berges, des Erlebnisses, der eigenen Leistung willen - in Demut - bestiegen haben. Gewissenhaft vorbereitet, alles in Eigenregie und ohne Sponsoren finanziert und organisiert, keine lauten Ankündigungen im Vorfeld, kein Firmenlogo am Gipfelbild. Schnell, rund und elegant haben sie den sechsthöchsten Berg der Welt bewältigt, wie die "Göttin des Türkis" es verdient - by fair means, in lupenreinem Alpinstil.
Drei Breitenauer, ein Salzburger und ein St. Pöltner standen am 16. Mai alleine am Gipfel des 8.201 Meter hohen Gipfel des Cho Oyu.

Der Cho Oyu in der Abendsonne"Als ich 1988 das erste Mal in Nepal war, habe ich den Cho Oyu von der Südseite gesehen. Vom ersten Blick an hat mich dieser Berg fasziniert, und es war mein Traum, einmal auf diesem Gipfel zu stehen", erinnert sich Otto Harrer (42), Assistent an der Montanuni Leoben und Leiter dieser Expedition.

Gemeinsam mit seinen Freunden Bernhard Teischl (30) und Hannes Posch (38) holte er sich die nötige Erfahrung am Huascaran und am Mustagh Ata.
Mit dabei noch zwei weitere Bergsteiger: Hubert Leitner, ein in Salzburg lebender Gstatterbodner, und Ronald Newerkla aus St. Pölten. Für alle war der Cho Oyu der erste Achttausender. Und alle fünf haben den Gipfel am gleichen Tag erreicht.

Für die körperliche und mentale Kraft der Bergsteiger spricht, dass sie nur zwei Hochlager auf der klassischen Route Herbert Tichys (vor 50 Jahren bestieg Tichy als erster Mensch den Cho Oyu - auch ohne Sauerstoff!) gebraucht haben. Eine Ausnahme. Wie auch das besonders gute Wetter. "Wir hatten am Gipfel mit minus 18 Grad tropische Temperaturen und kaum Wind. Außerdem waren wir alleine am Berg. Am Everest waren am gleichen Tag 72 Leute, davon 50 Sherpas", erzählt Posch. Als Dank für das Gelingen ihres Unternehmens hinterlassen sie tibetische Gebetsfahnen am Gipfel.

Und was denkt man sich so am Gipfel des ersten Achttausenders? "Nichts. Ich war fix und fertig und habe es emotional erst nach zwei Tagen realisiert", erzählt Posch. Harrer: "Ich habe sofort an den weiten und harten Abstieg gedacht." So richtig klar werde einem aber alles erst zu Hause, meint Teischl. "Aber es ist ein irrsinniges Gefühl der Dankbarkeit entstanden, dass alles so gut gelaufen ist. Da wird einem erst bewusst, was bei anderen passiert ist", so Posch. Etwa einem schwer verletzten Schweizer, den sie zu bergen halfen. Das habe zwar viel Substanz gekostet, aber sie seien sehr froh, geholfen zu haben. Vielleicht habe auch das die Götter, allen voran die Göttin des Türkis, gnädig gestimmt.

Wenn du den Berg achtest, wird er dich achten.
Wir haben uns in Demut genähert.

Tagebucheintragungen: Otto Harrer
Bilder: Bernhard Teischl

Die Teilnehmer

Otto Harrer (Expeditionsleiter), Universitätsassistent, Breitenau, *1962
Johannes Posch, Finanzbeamter, Bruck/Mur, *1965
Bernhard Teischl, Maschinenschlosser, Breitenau, *1973
Hubert Leitner, Geschäftsmann, Kuchl, *1957
Ronald Newerkla, Bergführer, Obergrafendorf, *1969

Die fünf Expeditionsteilnehmer
Hubert, Ronald, Bernhard, Otto, Johannes

Hubert: "Wir sind Sunnyboys und werden das Glück auf unserer Seite haben!"

Die Anreise

22. April 2004: Abflug von Wien um 10.30 Uhr nach Kathmandu. Ankunft in Kathmandu um 22.30 Uhr Ortszeit. Flugzeit: 7,5 Stunden

23. April 2004: Rasttag in Kathmandu. Interview mit Mrs. Elizabeth Hawley. Diese Journalistin arbeitet für etwa zehn verschiedene Zeitschriften und Magazine und verfolgt seit 1963 den Verlauf aller Expeditionen in Nepal. Wer etwas über die Geschichte des Alpinismus im Himalaya wissen möchte, wendet sich am besten an sie.

Letzte Vorbereitungen für die Reise nach Tibet.

Yak-Karawane24. April 2004: Abfahrt nach China. Über Kodari, der nepalesischen Grenzstadt, geht es nach Zhangmu, wo wir die Nacht verbringen.

25. April 2004: Von Zhangmu nach Naylam

26. April 2004: Rasttag in Nayalm, 3.750 m

27. April 2004: Von Naylam nach Tingri

28. April 2004: Rasttag in Tingri, 4.350 m

Karawane am Fuß des Cho Oyu29. April 2004: Ins sog. "Fahrer-Basislager"

30. April 2004 bis 1. Mai 2004: Akklimatisation im Fahrerlager, 4.850 m. Spaziergänge bis 5.500 m.

2. Mai 2004: Vom Fahrerlager ins Zwischenlager, 5.300 m

3. Mai 2004: Vom Zwischenlager ins Advanced Base Camp (ABC), 5.600 m

4./5. Mai 2004: Ruhetag im ABC

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