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Der Göller, der Nebel und wir

Forums-Gemeinschaftstour, Wiener Hausberge, 14.9.2003


Guide: Erich; Text und Bilder: Thomas

Intro

Was entsteht, wenn sich 13 Teilnehmer eines Alpin-Forums zu einer Gemeinschaftstour zusammenfinden? Ein Bandlwurm, der ungefähr so aussieht:

ErichKiowaRudiChristianJohannaElisabethMichelEigiThomasMonikaSusiGertrudeBrigitt

Und was ist ein Rucksack-Kondom? Du weißt das nicht? So etwas lernt man eben nur auf einer Forumstour. Aber du wirst des Rätsel Lösung ebenso erfahren wie die Sache mit dem "Alpinvibrator" und dass es tatsächlich möglich ist, im Gehen mit Stöcken in der Hand und Rucksack am Buckel die Jacke auszuziehen, ohne sich spitalsreif zu verrenken. Ja, dem Gipfeltreffen-Treffen fehlten zwar die Weit- und Ausblicke, nicht aber die Ein-Blicke!


Aufstieg

Kernhofer Gscheid (Parkplätze unter Kapelle, 963m) - Gsenger (1442m) - Göller (1766m, Kreuz mit Buch)

HM ca. 800 m / GZ 2 Stunden

 

 

 

 

Am Gipfel des Göller

Einige Gesichter sind uns beim Treff in Kernhof schon bekannt - Erich, der Tourenorganisator, Susanne und Karl, Rudi und Brigitt -, einige "Neue" sind hinzugekommen. Männchen und Weibchen halten sich heute in angenehmer Weise die Waage, die Angst, aus dem Bandlwurm würde sich ein lärmender Almauftrieb entwickeln, bestätigt sich nicht. Im Gegenteil: Über weite Strecken wanderte es sich wirklich ruhig und gemächlich, man ließ dem anderen seine Ruhe und kleinen Erlebnisse - das tat gut. Viele Marschierer und trotzdem Wanderqualität - das schaffen eben auch nur eingefleischte Bergfexe.

Geh'n wir's an! Der Aufstieg am Waldrücken zwischen Andre- und Feichtenbachgraben südostwärts hinauf zur Schulter des Gsenger kommt einigen täuschend ähnlich vor wie der Kernhofer Aufstieg zum Waldhüttsattel - eigentlich haben sie recht: die Wälder, Steigungen und Wegerln hier gleichen sich alle ein wenig - bis sich die Bäume lichten und man durch Latschengassen zu den Geröllserpentinen des Gipfelaufbaus gelangt. Dann bekommt auch der Göller sein unverwechselbares Gesicht, aber leider: Heute sieht er aus wie ich nach einer Tarock-Nacht - blass, duselig, ein wenig grantig. Nebel verstellt uns den Aus- und Weitblick, es ist feucht und kalt, wir müssen uns in die Regenschale werfen. Ein Rucksack-Kondom [= Regenschutz für den Rucksack] hat niemand dabei. Und wenn wir schon bei den Fach-Ausdrücken des modernen Alpinismus sind: Was ist ein Alpinvibrator? Eine Eisschraube. Das erwärmt Brigitt auch nicht: "Mir is kolt! Geh' ma." Also gehen wir.

Göllerwiesen

Abstieg:

Göller - Göllerhütte (1440m) - Waldhüttsattel (1266m) - Kernhof (690m)

HM ab: 1080m / GZ 2-2,5 Stunden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor der Göllerhütte

Nun über den Ostrücken des Göller zum Steilabfall auf die Karlgrube zu. Links hinab in einen Sattel, am schmalen Kamm aufwärts und eben in eine Scharte vor dem Kleinen Göller. Den lassen wir aus, weil wir ihn gar nicht sehen. Durch dessen Nordflanke, dann bergab bei aufklarendem Wetter - aha! - durch Wiesen ("Göllerwiese"), Kuhweiden und Wald abwärts zur Göllerhütte.

Diese gemütliche Bergunterkunft zwischen Gippel und Göller hat heute den letzten Tag geöffnet - Hirschbrunft und beginnende Jagdsperre. Sehr wichtig. Also stimmen die Jäger schon heute und in der Hütte ihre Schlachtgesänge an -

Akkordeonspieler

und sind die Hunde vor Jagdfieber kaum mehr zu halten:

Jagdhund

Nach Schweinsbratl und Bauernschmaus bergab zu einer Wiesenschulter, dann auf einem Fahrweg durch die Südflanke des Schwarzkogels in den Waldhüttsattel, 1266m.

Dort links und auf gut bezeichnetem Weg durch die bewaldete Ostflanke unseres Berges hinab, dann am Nordostrücken zu einer Felsgruppe mit Forststraße.
Ich habe das Glück hinter Johanna, der Studentin, zu gehen und so zu einer sensationellen Entdeckung zu gelangen: Trotz umgehängten Rucksacks und Stöcken in den Händen schafft sie es, sich im Gehen ihrer Jacke zu entledigen, ohne sich dabei spitalsreif zu verletzen. Die Gebrauchsanleitung für dieses Kunststück vielleicht demnächst im Gipfeltreffen.at-Forum.

In Kehren grabenabwärts und jenseits durch Wald, zuletzt über Wiesen nach Kernhof, 690m.

Ein Abschiedsstrudel im Alpengasthof Gruber am Gscheid - ja, alles hat gepasst, wir haben wieder auftanken können für die Zeit bis zur nächsten Forums-Tour, haben Sinnvolles gelernt und sehen uns wieder.


Göller Hütte

Die kleine Göllerhütte fasst 60 Schlafgäste (wo bitte sollen die in dieser winzigen Hütte inklusive Schlafsack Platz finden?) und ist vom 11. Oktober bis 15. November an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen geöffnet. Die Wirtsleut' freuen sich über jeden Gast, in der Stub'n prasselt gemütliches Ofenfeuer und selbst wenn die Hütte geschlossen ist, wird man nicht verdursten: Im frei zugänglichen Vorraum stehen Getränke, die man sich gegen einen Euro (Wandkasse) nehmen kann.

Hüttenwart: Erwin Burger; Tel. 02742/74855
Information Hütte: 0663/882275

Naturfreunde St. Pölten: Tel. 02742/353345 (Tonband)

Die Mann- und Frauschaft in und vor der Göllerhütte

Schwierigkeiten:
Unschwierige, aber bei feuchten Verhältnissen etwas rutschige Wanderung. Auf den mitunter steilen und wurzeligen Waldsteigen ist Trittsicherheit gefordert. Der sturmanfällige Göller und seine Kämme erfordern gute und warme Kleidung.
Tipp:
Die Überschreitung Gippel-Göller gehört sicher zu den schönsten Kammwanderungen Ostösterreichs. Gegen Voranmeldung kann man sich neuerdings per Taxi auch zum Ausgangspunkt (St. Ägyd am Neuwalde oder Gscheid) zurück-bringen lassen .
Beste Jahreszeit: Außer winters immer ...
Kinder: Ab 13
Ausrüstung: Pack-Checkliste >>>
Einkehrmöglichkeiten: Göllerhütte, Alpengasthof Gruber am Gscheid (Die Familie Gruber lockt mit köstlichen "Pfaffenbäuchln", "Kasnockerln" & Speckknödln!)
Sehens- und Wissenswertes:

Für den Namen "Göller" gibt es zwei mögliche Deutungen: Die eine leitet ihn von einem slawischen Wort für "kahler" Berg ab. Dieser breitschultrige, im zerbröckelnden Dolomit ebenmäßig geformte "Kahlkopf" ragt auch wirklich hoch über die voralpine Waldgrenze empor. Die andere Deutung führt ihn auf das "Gellen" der Lawinen zurück, die besonders auf der Südseite durch die Kare und Gräben brausen.

Don Kamelo nennt sich ein uriger Erlebnis-Park in Kernhof, der mit vielen, für Kinder und Erwachsene gleichermaßen unterhaltsamen Attraktionen aufwartet: Blumen-, Tier- und Naturpark, ein Felsenwirtshaus (mit Affenband und herrlichen Meeresfrüchte-Spezialitäten!), Kamelreiten, Streichelzoo (Bergziegen, Steinböcke, Rentiere ...), Sepp-Forcher- Aussichtswarte und dem 1. Kamel-Theater der Welt.

Informationen unter: 03882/4141 oder 02768-2568; E-Mail: eder.reisen@aon.at

Karten: Freytag & berndt, Wander Atlas Wiener Hausberge, 1:50.000