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Mountainbiken rund um Wien

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Die Finsternis im Nacken ...

Hoher Lindkogel

Auf den Hauptgipfel des südlichen Wienerwaldes von der Kurstadt Baden aus
23. November 2003


Guide/Text: Erich, Bilder: Erich

Intro

Der Hohe Lindkogel beherrscht durch seine Höhe und Ausdehnung den Wienerwald-Rand zwischen Baden und Bad Vöslau. Der Wienerwald packt am Hohen Lindkogel sein ganzes Repertoir an Reizen aus: Laubwald, Nadelwald, steile Anstiege, breite Trampelpfade und einsame Wege, beim "Brennersteig" handelt es sich sogar um eine gesicherte Felspassage – ja,ja, im Wienerwald gibt’s so was auch!

Das Gipfelplateau des Hohen Lindkogels ist recht flach und breit. Die Warte bietet bei klarer Sicht einen wunderschönen, besonders weiten Ausblick.


Abmarsch

Aufstieg

Bahnhof Baden - Weichseltalgraben - Brennersteig - Schutzhaus Eisernes Tor (Sina-Warte, Hoher Lindkogel, 847m)

HU ca. 600 m / GZ 2 Stunden

 

 

Route: Wir starten beim Bahnhof Baden und nutzen ein Stück des Wienerwald-Rundwanderweges 42. Noch säumen Villen und Kurhäuser unseren Weg. Vor dem mächtigen Aquädukt der 1. Wiener Hochquellenwasserleitung schwenkt die Straße und endet im Wald beim ehemaligen Ausflugsrestaurant Jägerhaus. Dann geht’s durch den Weichseltalgraben, der mit einer noch leichten Steigung aufwartet. Die Flanke des Hinteren Lindkogels ist dann jedoch recht steil und steinig. Aber rauf wollen wir und bald ist der Hauptanstieg erledigt. Wir hoffentlich noch nicht.

Kurz vor dem Hohen Lindkogel kommen wir zu dem gesicherten Brennersteig. Nach Überwindung dieser kurzen Felspassage durchschreiten wir ein eisernes Tor (so wird auch der Hohe Lindkogel benannt). Wir sind am Ziel – die Sina-Warte, die ORF-Sendeanlage und, ganz wichtig, das Schutzhaus Eisernes Tor sind alle in nächster Nähe. Jetzt sind wir reif für eine ordentliche Rast im Schutzhaus. Hoffentlich treffen wir dort unsere Mountainbiker.

Erichs Tourenbericht: Wir trafen uns alle pünktlich bei unserem Ausgangspunkt, den Bahnhof in Baden. Feuchtes Wetter und Nebel konnten die Wanderlust nicht dämpfen. Dreizehn muntere Wanderer und zwei Mountainbiker haben sich zusammengefunden, um den Hohen Lindkogel zu besteigen.

Schnell noch ein Gruppenfoto und "Auf geht's"! Zuerst doch ziemlich lang durch die Kurstadt Baden, alle freuten sich schon auf den Stadtrand. Endlich kommt das Aquädukt in Sicht, die ersten gehen unten durch. Steht nicht im Wanderführer "vorher links vorbei"? Im Zweifelsfall halten wir uns nach der Beschreibung und gehen doch die beschriebene Strecke. Sicherheitshalber fragen wir eine „Einheimische“, ob wir richtig seien. „Ja – stimmt, aber die andere Strecke wäre die schönere gewesen, zumindest bei klarer Sicht hätte man eine tolle Sicht auf ganz Baden runter."

Macht nichts. Gut gelaunt wandern wir im Weichseltalgraben weiter. Angeregte Unterhaltung: Welche Wanderungen wir wohl noch machen werden? Erinnerungen an vergangenen Touren werden wach, bis der recht steile und steinige Anstieg auf den Hinteren Lindkogel die Lautstärke dämpft.

Links? Rechts? Wir verlassen uns auf die Angaben des Wanderführers, der uns dann auch richtig ans Ziel bringt. Zuvor überwinden wir das kleine „alpine" Stück, den gesicherten Brennersteig. So! Einen Klettersteig hätten wir also auch überwunden, auch wenn er recht kurz war. Ganz im Gegenteil zu den sich schon einschleichenden Hungergefühlen. Es ist Zeit zum Einkehren, doch schon nach kurzer Zeit durchschreiten wir das Eiserne Tor und kommen im Schutzhaus an. Wir mussten wohl alle brav die Teller leer gegessen haben, da der Nebel plötzlich verschwand und der Sonne Platz machte. Herrlich!

Im Schutzhaus warten schon geduldig unsere Mountainbiker Bergpeter und Bernhard. Auch Bergfex Martin gesellt sich zu uns. Schnelle Bedienung, gute Speisen, Kaffee und Süßes lassen unsere Gemütsstimmung dort wo sie ist – hoch oben.

Nach einigen Gruppenfotos vor dem Schutzhaus noch rauf auf die Sina-Warte - ob so mancher dort in der engen Wendeltreppe der guten Essens wegen stecken blieb? Die Aussicht war den Besuch wert. Die Nebeldecke unter uns glich einem Watteteppich, den die Gipfelspitzen der umragenden Berge durchstachen - das vermittelte auch bei nicht klarer Sicht einen wunderschönen, fast mystischen Eindruck. Wir freuten uns, auf dem Lindkogel zu sein!

Abstieg

Hoher Lindkogel - Steiniger Weg - Augustiner Hütte - Beethovenstein - Antonsgrotte - Bahnhof Baden

GZ 1 ½ Stunden

 

 

 

 

Route: Nach dieser gemütlichen Einkehr geht’s frisch gestärkt weiter. Den „Steinigen Weg“ entlang (er macht seinem Namen alle Ehre) wandern wir hinab in das schöne Helenental. Auf der Strecke befindet sich zur linken Hand die Blasenhöhe - hoffentlich ist diese nicht auch ihrem Namen gerecht. Nach ca. 45 min kommen wir zur Augustinerhütte, vielleicht für eine Einkehr zu früh. Die nächste Hütte, die Krainerhütte ist nur mehr ca. 15 min entfernt.

Weiter geht’s ganz romantisch am viel besungenen und berühmten „Wegerl im Helenental“. Wir wandern stets entlang der Schwechat, vorbei am Beethovenstein, an der Antonsgrotte und mit Blick auf bizarre Felsköpfe kommen wir wieder am Stadtrand von Baden an. Wir können noch das Gemäuer der Ruine Rauhenstein erblicken, auch Überreste einer ehemaligen mächtigen Weilburg und eine steinerne Adler- und Löwengruppe.

Danach kommen wir wieder zu dem Aquädukt und auf den Weg 42. Diesen gehen wir entlang bis zum Endpunkt, den Bahnhof Baden. Müde, aber entspannt haben wir unsere Wanderung hinter uns gebracht und sind stolz darauf!

Erichs Tourenbericht: Jetzt musste es aber weitergehen, es wird schon recht zeitig finster um diese Jahreszeit. Der Steinige Weg machte seinem Namen alle Ehre. Vorsichtig, die Knie „meldeten" sich schon, ging es doch recht glitschig Schritt für Schritt hinunter ins Helenental. Auf der Blasenhöhe verabschieden sich die ersten Wanderer. Weiter unten bei der Schwechat treffen wir auf unseren Mountainbiker Bernhard, der uns schadenfreudig noch einen „Gut Hatsch" nach Baden wünschte.

Die Finsternis im Nacken immer entlang der Schwechat hurtig weiter. Für einige war es eine neue Erfahrung, durch immer dunkler werdenden Wald zu wandern. Gruselgeschichten und Taschenlampen ausgepackt! Apropos Taschenlampen: Die leisten gute Dienste - wenn man sie mit hat. Wie war das doch mit der Packliste? Alles dabei? Trotz der Dunkelheit kamen uns Jogger entgegen, nein, es gibt nicht nur „irre Wanderer" ...

Auch das beschauliche, viel besungene und berühmte „Wegerl im Helenental" wurde zum „finsteren Schlund". Verschluckt hat er uns aber nicht, sondern vielmehr in Baden beim Aquädukt wieder ausgespuckt. Der Beethovenstein, die Antonsgrotte, die Ruine Rauhenstein lassen wir heute lieber links liegen, waren wir doch froh, wieder im Hellen zu sein.

In Baden gingen wir ein ordentliches Stück am Fußweg. Die Gefahren der Dunkelheit waren vorbei, die in der Stadt waren nicht minder. Wahrhaftig realer, ein Autofahrer wollte uns trotz Beleuchtung und Zebrastreifen einfach nicht erkennen. Gut, dass Wanderer recht flott sein können.

Am schönen, vorweihnachtlich beleuchteten Hauptplatz angekommen, beschlossen einige, die Wanderung bei einem der schönen Punschstände ausklingen zu lassen. Köstlicher, heißer Orangen- und Beerenpunsch, ein letztes Plaudern, ein guter Ausklang. Der Montag konnte kommen, die erlebnisreiche Wanderung hatte uns Energie gebracht!


Schwierigkeiten:
Der Aufstieg ist eher lang gezogen und nur am kurzen Brennersteig steil. Vorsicht bei Nässe und Laubfall, es besteht (wie gewöhnlich im Herbst) Rutschgefahr. Der Abstieg ins Helenental wird berechtigterweise „Steiniger Weg" genannt – Stöcke sind von Vorteil.
Höhenmeter: 600 m
Gesamtgehzeit: ca. 5 Stunden
Beste Jahreszeit: Der Hohe Lindkogel geht eigentlich immer, selbst im Winter und per Ski!
Kinder: Ab 11
Hund und Katz': Gut geeignet
Ausrüstung: Pack-Checkliste >>>
Einkehrmöglichkeiten: Schutzhaus Eisernes Tor am Hohen Lindkogel, Augustinerhütte, Krainerhütte
Karte: Österreich Karte 58 + 76