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Mountainbiken rund um Wien

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Dürrenschöberl

1. Mai 2004, Gesäuse, 1737 m

Text/Bilder: Johnny, mit Shin & Nena

Intro oder Warum man am 1. Mai unbedingt auf den Berg gehen sollte

Es gibt viele Gründe, um auf Berge zu gehen. Wenn man am 1. Mai zum Beispiel von flotten Marschklängen geweckt wird, sollte man schleunigst den Rucksack packen. Die Erklärung ist ganz einfach:

Der 1. Mai ist in vielen Gemeinden vor allem im westlichen Teil Österreichs jener Tag, an dem traditionell die Blasmusik schon frühmorgens durch die Straßen zieht und diverse Lärmstücke zum Besten gibt. So wurde ich schon vor 7 Uhr von zackigen Marschtrommeln und hellen Trompeten nicht geweckt, sondern regelrecht aus dem Schlaf gerissen. Die Musikanten machen zwischendurch in Hausein- und zufahrten Halt und bitten um Spenden. Dabei kann es auch vorkommen, dass so mancher mitfühlende Dorfbewohner zusätzlich ein paar Getränke und Hochprozentiges anbietet, damit die vom Tuten und Blasen beanspruchten, trockenen Kehlen geschmiert werden können. Es ist leicht nachzuvollziehen, dass sich beim gleichzeitigen Musizieren und Durch-die-Straßen-Ziehen ein erhöhtes Durstgefühl bemerkbar macht. So kann es vorkommen, dass der eine oder andere seinen Alkoholpegel stündlich um ein halbes Promille nach oben schraubt und das wiederum um die Mittagszeit zu einem desaströsen Getute und Getröte führt.
Sollte man daher am 1. Mai von einer Blasmusikkapelle sehr früh geweckt werden, dann gleich Jause richten, Trinkflasche befüllen und rein in die Bergsandalen.


Anfahrt & Route

Frauenberg (645 m) - In der Girn (1290 m) - Dürrenschöberl (1737 m) - Spießkogel (1675 m) - Hubereck (1455 m) - In der Girn (1290 m) - Frauenberg (645 m)

HU ca. 1000 m / GZ 2 ½ - 3 Stunden

 

 

Am Grat vor dem Gipfel
Der Grat zum Dürrenschöberl

 

 

 

 

In Admont fährt man vom Bahnübergang nahe dem Stift den Geleisen entlang nach Westen bis zum Bahnhof Frauenberg.
Von Liezen auf der Bundesstraße 146 kommend, kann man bereits bei einer Holzbrücke (Mödringerbrücke) rechts abbiegen und beim Erreichen der Bahntrasse links zum Bahnhof Frauenberg.

Der markierte Weg beginnt direkt an der Straße durch Frauenberg in der Nähe der Kapelle. Nach einem kurzen Stück auf dem Feldweg gewinnt man im Wald einigermaßen rasch an Höhe. Nach den ersten 350 Höhenmetern geht es gemütlich weiter auf breiten, weitkurvigen Feldwegen. Wenn man die Jagdhütte erreicht hat, ist bereits mehr als die Hälfte des Aufstiegs geschafft. In der Kehre kurz vor der Jagdhütte führt der markierte Weg in den Wald und die Route direkt in "die Hölle". So wird nämlich das Kar vor dem Gipfel genannt. In diesem Fall ist der Weg in die Hölle ein wesentlich einfacherer als dann wieder hinaus. Die 200 Höhenmeter auf den Nordgrat sind nämlich das steilste Stück der Wanderung, und da Anfang Mai noch eine dicke Schneedecke in diesem Bereich kriegen kann, muss man doch einiges an Kraft mobilisieren. Schließlich geht man am Grat entlang und steigt in einfacher Weise zum Gipfelplateau auf.

Der Schofhirt und seine Hunde
Johnny, der "Schofhirt", mit seinen Hunden

In der Nähe des Gipfelkreuzes wurde vom Bergrettungsdienst eine Orientierungsplatte platziert, auf der in alle Himmelsrichtungen sichtbare Berge und Gebirgsgruppen verzeichnet sind. Mit Hilfe der Richtungspfeile findet man z.B. die beiden Reichensteine oder sogar Dachstein und Großglockner.


Vom Warscheneck links über den Großen Phyrgas und den Scheiblingstein bis zum Mittagskogel

Abstieg

GZ 2 ½ - 3 Stunden

 

 

Dicke Schneedecke im Mai

Nach einer längeren Gipfelpause führt der weitere Weg in östliche Richtung. Man spaziert auf der Hochebene über den Spießkogel (1675 m), gelangt danach wieder in dichteren Wald und benötigt weniger als eine Stunde bis zum Hubereck. Bis zum Gipfel waren die Markierungen nahezu lückenlos und weithin sichtbar. Speziell im Wald nach dem Spießkogel musste ich zweimal etwas intensiver suchen, was wahrscheinlich auch mit der Schneelage zusammenhing. Ich gehe davon aus, dass sich einige Markierungen auf Steinen am Boden befinden und auch der Weg genug ausgetrampelt ist, sodass man nach der Schneeschmelze keine Schwierigkeiten haben wird, den Weg zu finden.

Vom Hubereck könnte man weiter zum Schloss Röthelstein und bis nach Admont absteigen. Dazu wäre allerdings ein zweites Fahrzeug nötig. Man folgt ansonsten kurz den Markierungen und dem Feldweg links zurück, kommt an der Jagdhütte vorbei und gelangt von da an den Aufstiegweg hinab ins Tal bis zum Ausgangspunkt zurück.


Schwierigkeiten:
Bei Schneelage ist der Aufstieg zum Nordgrat etwas mühsam
Höhenmeter: Etwa 1000 in Auf- und Abstieg
Gesamtgehzeit: ca. 6-7 Stunden
Beste Jahreszeit: Frühling bis Herbst
Kinder: Eher für ältere und konditionsstarke Kinder geeignet. Aufgrund fehlender Attraktionen sollte man Motivationsmaterial im Rucksack mittragen. Achtung: Am Gipfel in nördlicher Richtung Absturzgefahr.
Hund und Katz':

Für Hunde geeignet. Am Gipfel gilt auch für Vierbeiner Absturzgefahr.

Shin

Ausrüstung: Pack-Checkliste >>>
Einkehrmöglichkeiten:

Keine

Karte: ÖK 99 "Rottenmann", 1:25.000
Freytag & Berndt WK 062 Gesäuse - Ennstaler Alpen - Schoberpass, 1:50.000
Kompass Wanderkarte WK 69 Gesäuse - Pyhrn - Eisenerz, 1:50.000
Internet:

Tourismusverband Gesäuse: www.gesaeuse.at
Nationalpark Gesäuse: www.nationalpark.co.at