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Zu Fuß über Mausefalle, Steilhang, Hausbergkante ...

Hahnenkamm

August 2004

Text/Bilder: Johnny, mit Tanja, Rita + Shin & Nena

Intro

Das legendäre Hahnenkammrennen über die sog. "Streif" in Kitzbühel gilt als das bedeutendste und wohl spektakulärste Rennen des internationalen Skizirkus. Jahr für Jahr zieht es Millionen von Zuschauern vor die Bildschirme, Zehntausende reisen in die Gamsstadt, um live dabei zu sein, wenn die Stars der internationalen Skiszene um Hundertstel und Tausendstel Sekunden kämpfen.
Bei diesen
Rennen fragen sich aber sicher genauso viele, wie die Läufer mit solch Höllentempo da bloß heil herunterkommen. Und eine zweite Frage: Kommt man die Streif überhaupt auch im Sommer - per pedes - hinunter? Ich musste es wissen und bin über die Hausbergkante und die Mausefalle hinauf- und hinuntergekeucht. Dabei kann ich gleich mal eines vorwegnehmen: Der Respekt vor den Rennläufern ist seither noch viel größer geworden ...

Streif-Plan

Aufstieg

Parkplatz der Hahnenkammbahn (800 m) – EinsiedeleiMelkalm - Ehrenbachhöhe (1802 m)

HU ca. 200 m / GZ 2 ½ - 3 Stunden

 

Der Ausgangspunkt ist die Talstation der Hahnenkammbahn, wo es einen gebührenpflichtigen großen Parkplatz gibt. Die Parkgebühr ist aber erschwinglich. Da schlägt die Bergfahrt mit der Seilbahn (Erwachsene 14,50 / Kinder 8,-) schon weitaus heftigere Kerben in die Familiengeldbörse.

Vom Parkplatz zuerst die Straße entlang und den Wegweisern Richtung Einsiedelei folgend. Dort weiter entlang des Ehrenbachs und vorbei an der Ehrenbachkapelle und zur Melkalm. Von hier nördlich Richtung Bergstation. An der Kreuzung links den Fahrweg hinauf bis zur Ehrenbachhöhe.

Einsiedelei
Einsiedelei

Abstieg

Ehrenbachhöhe (1802 m) – Hahnenkamm Bergstation (1668 m) – Seidlalm (1206 m) - Parkplatz (ca. 800 m)

GZ 2 - 2 ½ Stunden

Die Mausefalle
Die Mausefalle

 

Die Hausbergkante
Der Steilhang

Von der Ehrenbachhöhe geht man hinunter zur Bergstation. Dort sieht man das Starthaus und kann auch das hochinteressante Bergbahnmuseum besuchen.

Vom Starthaus weg umgeht man gleich einmal das erste steile Stück in großem Bogen und kommt sogleich zur Absprungkante der Mausefalle. Unterhalb der Kante ist die Hangneigung bis zu 85%. Auch hier führt der Weg außen herum. Gott sei Dank - die Mausefalle kann wegen ihrer Steilheit schnell zur Familienfalle werden ...

Der nächste Teil: der Steilhang. Dieser lässt sich zwar begehen, aber auch nur deswegen, weil man hier unzählige Treppen in mehreren Serpentinen angelegt hat. Für mich am wenigstens nachvollziehbar ist die Tatsache, dass die Rennläufer nach dem Steilhang in einer fast 90 Grad-Kurve in das "Gschöß" einbiegen! Etwas links abseits liegt am Ende des Gleitstücks der Seidlalmsee.

Im nächsten Streckenabschnitt geht's von der Alten Schneise hinunter zur Seidlalm. Auch die wird etwas abseits umgangen. Unterhalb der Alm dann der Lärchenschuss. Der Weg führt aber in diesem Fall aus Gründen des Naturschutzes durch den Wald. Etwas weiter unten, beim Oberhausberg, trifft man wieder auf die Rennstrecke und kann noch bis zur Hausbergkante marschieren. Vor dort sieht man bereits den restlichen Streckenverlauf bis nach Kitzbühel.
An der Hausbergkante trennt sich der markierte Weg endgültig von der Skipiste. Zuerst nahe am Wald entlang und schließlich fast unterhalb der Seilbahn bis zurück zum Ausgangspunkt.

Auf der Ehrenbachhöhe
Auf der Ehrenbachhöhe

Das Hahnenkammrennen auf der Streif

Das Hahnenkammrennen wurde erstmals 1931 ausgetragen. Während der Entstehungsjahre gab es noch keine festgelegte Rennstrecke, vielmehr wechselten die Austragungsorte im Kitzbüheler Skigebiet mehrfach.

Erst in den 50er Jahren etablierten sich "Streif" und "Ganslern" als fixer Bestandteil des Hahnenkammrennens. Während der nächsten zwei Jahrzehnte wurden die Abschnitte "Startschuss", "Mausefalle", "Steilhang Einfahrt" sowie "Alte Schneise" zur renntauglichen Befahrung ausgebaut.

1966 wird ein weiteres Stück Skirennsportgeschichte geschrieben, als auf der "Seidlalm" die Idee des Weltcups geboren wird - ein Jahr später findet der erste Hahnenkamm-Weltcup in Kitzbühel statt. In den 70er Jahren erfolgt die Fertigstellung des "Hausbergs", in den 80- und 90er Jahren wird erstmals damit begonnen, ausgiebig an der Streckensicherheit der "Streif" zu arbeiten, eine Beschneiungsanlage soll Ausfälle durch Schneemangel verhindern.

Heute präsentiert sich das Hahnenkammrennen als regelrechtes Medienspektakel und Maßstab für den internationalen Skirennsport. Der Sieg bei der Königsdisziplin, der Abfahrt auf der "Streif", ist dabei für viele Rennläufer der absolute Höhepunkt ihrer Karriere und jedes Jahr aufs Neue absolutes Highlight der internationalen Skirennsaison.

Der erste Sieger des Hahnenkammrennens war 1931 Ferdl Friedensbacher aus Österreich mit einer Zeit von 04:34,2. Der darauf folgende Sieger, Walter Prager aus der Schweiz, durfte sich für seinen Sieg wohl die meiste Zeit aller Streif-Rennen lassen: 7 Minuten, 56 Sekunden und 4 Zehntel. In der Siegerliste das Who is Who der Skigeschichte: Helmut Lantschner (1948), Anderl Molterer (1955), Toni Sailer (1956 ff), Egon Zimmermann (1963), Karl Schranz (1966 ff), Jean-Claude Killy (1967), Bernhard Russi (1971), Franz Klammer (1975 ff), Pirmin Zurbriggen (1985 ff), Peter Wirnsberger (1986), Patrick Ortlieb (1994), Hermann Maier (2001) und Stephan Eberharter (2002 ff).


Schwierigkeiten:
Keine
Höhenmeter: Etwa 1000 in Auf- und Abstieg
Gesamtgehzeit: ca. 5-6 Stunden
Beste Jahreszeit: Frühling bis Herbst
Kinder: Mit entsprechender Kondition ist's auch für Kinder ein Erlebnis.
Hund und Katz': Für große und kleinere Hunde geeignet
Ausrüstung: Pack-Checkliste Wandertag >>>
Pack-Checkliste Kinder
>>>
Pack-Checkliste Hunde
>>>
Einkehrmöglichkeiten:

Sowohl in Kitzbühel, auf der Seidlalm als auch in den Gasthöfen zwischen Bergstation und Ehrenbachhöhe

Karte: Österreichische Karte Blattnummer 122 "Kitzbühel", 1: 50 000
Internet:

Offizielle Hahnenkammwebside: www.hahnenkamm.com
Kitzbühel Tourismus: www.kitzbuehel.info
Bergbahn Kitzbühel: www.bergbahn-kitzbuehel.at
Seidlalm: www.seidlalm.at