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Mountainbiken rund um Wien

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Alle Vorzüge eines Wanderberges
Vom Hohenstein himmelwärts

Hohenstein

Wanderung, Türnitzer Alpen, August 2012; Text/Bilder: © Thomas Rambauske

Der Hohenstein bei Lilienfeld gleicht von Westen her gesehen tatsächlich einem "Hohen Stein", der ob seiner Steilheit unnahbar scheint. Dabei führt eine für Wanderer ideale Linie auf seinen Gipfel und weist die Tour mit dem sonnenüberfluteten Almplateau des "Himmels", dem maßgeschneiderten Waldkamm zwischen Himmel, Engleitensattel und Gipfel sowie mit dem grandiosen Ausblick von ganz oben alle Vorzüge auf, die ihn zu einem Traumtourenberg machen.

Die Route

Das Gefährt wird in Schrambach kurz nach Lilienfeld bei einer Brücke über die Traisen abgestellt. Aufnaschen Asphalt ins Zögersbachtal, ein feucht-frisches Refugium für tropenheiße Sommertage, wo nichts anderes zu vernehmen ist als der uns begleitende, vor sich hingurgelnde Bach. Vorbei an der Kirche von Niederhof gen Oberhof, wo der Asphalt in Kies übergeht. Im Engleitengraben durchwandern wir einen Bio-Selbstbedienungsladen, wo es Gesundes absolut gratis gibt: Dirndln, Brom- und Himbeeren – wir kommen vor Naschen kaum weiter. Der Prinz Leo-Steg hilft uns den Zögersbach zu übersetzen. Sobald die Forststraße verlassen wird, wird es steiler und waldiger. Der Norbert Mader-Weg führt in weiten, schön angelegten Kehren bergauf und durchquert immer wieder helle Lichtungen, duckt sich unter Felswände hindurch und führt stellenweise durch eine wild anmutende Landschaft. Am Engleitensattel eine Wegkreuzung, wo wir auf den 04er von Kirchberg/Pielach treffen. "45 Minuten zur Otto Kandler-Hütte", steht hier geschrieben. Na dann! Zuerst durch finstren Wald, dann etwas steiniger und offener durch einen reichhaltigen Brombeer-Schlag, wo man bei aller Naschrei nicht vergessen sollte, sich umzudrehen, um den Traumblick ins Traisen- und Pielachtal nicht zu versäumen. Dass der Gipfel nahe ist, verrät uns ein Holzstoß mit der auf einem Schild verzeichneten Bitte, ein Scheit zur Hütte mitzunehmen. Nach 4,5 Stunden langen wir etwas erschöpft und halb verdurstet beim Otto Kandler Haus am Gipfel des Hohensteins (1195 m) ein, das jedoch lt. Anschlag freitags, also heute, geschlossen hat. Als wir etwas geknickt den Winterraum betreten, wo Getränke bereitstehen, lugt plötzlich ein Kopf aus der Gastraumtüre: die Wirtsfrau höchstpersönlich! Ob wir etwas zu essen und Erfrischendes zu trinken haben wollen, die Hütte sei ausnahmsweise wegen einer GeburtstagsfeiWirtsleuter geöffnet! Freude! Wohlverdientes Nachtanken mit Dirndlsaft, Kaffee und jeder Menge Geschichten, brühwarm vom Wirt erzählt auf der sonnigen, panoramareichen Himmels-Terrasse. Zehn ehrenamtliche Hüttenwarte führen hier mit Freude das Haus und schneiden die Wege aus, die Jahr für Jahr aufs Neue zuwachsen. Verdienen würden sie bestensfalls am (ausgezeichneten) Essen, ansonsten werken sie hier heroben nur aus Liebe und Leidenschaft. Mühe bereitet vor allem der uns noch bevorstehende Ratzenecksteig, der nicht leicht in Stand zu halten sei. Genauso schwer sei es, der Mäuseplage im Winter Herr zu werden. Dennoch würden sie es lieben, hier heroben zu werken, Traumnächte mit sternklarem Himmel oder Sonne über Herbstnebel zu erleben oder Besuch von Steinböcken zu bekommen, schwärmt der Wirt. Seltsam allerdings der multifunktionelle Hollunderbusch nebenan, der Ende August noch weiße Blüten, dazu aber auch grüne und schwarze Früchte trägt! Er wird sich wohl nicht entscheiden können, was nun zu tun sei, lacht ein Gast, soll bei Menschen ja auch vorkommen. Stolz erzählt uns der Wirt noch, dass die Küche über alle Renovierungsarbeiten hinweg im über 100 Jahre alten Originalzustand belassen wurde und man noch auf einem alten Holzofen koche, der die Temperaturen bis 60° ansteigen lasse. "Diese Hitze lässt das Gesicht meiner Frau so rot anlaufen, dass ich stets glaube, sie ärgere sich wieder mal über mich" Abstieg, lacht er.
Nachdem wir dem Gipfelkreuz hinter der Hütte einen Besuch abstatten, schließlich darf man sich ja das Gipfelpanorama über Reisalpe, Klosteralpe, Schneeberg, Rax, Göller, Veitsch, Hochschwab, Ötscher, an klaren Tagen bis Dachstein und Totes Gebirge nicht engehen lassen, steigen wir zum Engleitensattel ab und wenden uns himmelwärts, also Richtung "Himmel-Alm". Kurz folgen wir der Forststraße, bis ein schmaler Pfad in lichten Wald abzweigt. Der schön angelegte, fast eben verlaufende Pfad führt beschaulich den Bergrücken des Hochkogels entlang. Brombeeren-Alarm! Wieder stecken wir unweigerlich fest. Nach einer Stunde treten wir aus dem Wald auf die Himmel-Alm: Nomen est omen, gelangt man hier doch aus der Schummrigkeit des Waldes auf ein großes, sonnenüberflutetes AAm Himmellmplateau samt Almwirtschaft. Ganz und gar nicht gastfreundlich verbellt uns allerdings ein zorniger Hund. Vielleicht will man hierorts ja keine Gäste!? Also weiter geflüchtet über Almwiesen an vereinzelt stehenden Birnbäumen vorbei, bis dorthin, wo wir unsere unverbellte Ruhe haben. In der beschaulichen Rast im Schatten eines Birnbaumes samt Traumblick ins Traisental und auf den Tirolerkogel gegenüber konzentriert sich alles, was den Hohenstein und seine Umgebung so unvergesslich macht: Stille, eine rundum schöne Landschaft und liebevoll angelegte Wege. Apropos: Der dann folgende Ratzenecksteig (Weg 655) leitet in sorgfältig ausgeschnittenen Serpentinen ins Zögersbachtal, von wo wir schnell beim Gefährt in Schrambach sind.

Weitere Bilder

Kirche Brombeeren Engleitensattel Am Himmel Otto Kandler Haus
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Fauna & Flora am Weg

Baum
Ein riesiger Baum auf der Himmel-Alm

Lexikon: Otto Kandler Haus

Das Haus wurde 1905 von der Alpinen Gesellschaft "D'Ennsecker" errichtet und nach ihrem Obmann Otto Kandler benannt. Die Gesellschaft hat sich inzwischen auflöst, seit 1955 ist die Selbstversorgerhütte im Besitz der Alpenvereinssektion St. Pölten. Das Haus wird von dessen Funktionären liebevoll betreut (Anfang Mai bis Ende Oktober, nur an Wochenende) und bietet 35 Schlafplätze. Im Sommer vorbeischauen lohnt sich ob der Schmankerln, die hier geboten werden, und des wahren Wanderparadieses ringsum.

Video



Ausgangspunkt:
Größere Kartenansicht
Route:
Schrambach – Zögersbachtal – Niederhof (433 m) – Oberhof – Engleitengraben – Norbert Mader-Weg – Engleitensattel – Hohenstein (Otto Kandler-Haus, 1195 m) – Engleitensattel – Himmelalm – Ratzenecksteig – Zögersbachtal – Schrambach
Gesamthöhenmeter:
Pfeil up Pfeil down 800
Gesamtgehzeit (in Stunden):
Pfeil up Pfeil down ca. 5½–6
Schwierigkeiten:
Der stellenweise steile Ratzenecksteig kann nach Regenfällen und bei Schneelage heikel, d.h. rutschig sein.
Eignung für Kinder:
Wenn gehfreudig und trittsicher, gut geeignet
Eignung für Hund & Katz':
Wenn gehfreudig und trittsicher, gut geeignet
Ausrüstung:
Einkehrmöglichkeiten:
Otto Kandler-Haus am Hohenstein-Gipfel
Karte:
Freytag & berndt 031, ÖK 73
Geocaches:
Wikipedia-Wissen:
Hilfreiche Links:

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