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Mountainbiken rund um Wien

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Stille Wege nach Mariazell



Pilgern abseits der Trampelpfade

Text/Bilder: Bernhard Baumgartner

Intro

Mariazell ist das österreichische Santiago de Compostella. Wie auf den Jakobswegen geht es daher auch auf den Zellersteigen immer lebhafter zu. Pilgerrouten sollen aber nicht nur Wege der Kraft, sondern auch der Stille sein!
Entlang der beliebtesten Wanderstrecken nach Mariazell ist von Mai bis September schon in "normalen" Jahren nur bei langfristiger Reservierung ein Quartier zu bekommen. Wer sich trotzdem in die Schar der "Fußwallfahrer" einreihen will, hat eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Tageswanderungen mit günstiger Rückfahrmöglichkeit können jederzeit und ohne große Vorbereitung angetreten werden. Gewusst wo – das ist die entscheidende Frage! Ebenso wenn man Routen sucht, die nicht so stark begangen sind wie der Wiener, der Burgenländische oder der Steirische Mariazellerweg.
Übrigens liegen die günstigsten Wandertage eher am Wochenbeginn, denn gegen Samstag und Sonntag zu werden auch entlang der weniger bekannten Pilgerrouten die freien Nächtigungsmöglichkeiten immer spärlicher.


Falkenschlucht und Walster

FalkenschluchtEine bei frühem Aufbruch an einem Tag samt Rückfahrt bewältigbare Strecke bietet der zum NÖ Mariazellerweg gehörende "Falkenschluchtsteig" (Bild links, © Thomas Rambauske). Er verbindet Türnitz mit Ulreichsberg und der Walster, wo der Wiener Mariazellerweg 06 weiterführt. Gehzeit für die direkte Strecke ca. 8 Std. Rückfahrt von Mariazell mit dem Autobus nach Türnitz bereits um 16 Uhr.

Einzige Nächtigungsmöglichkeit (Gasthof Labenbacher in Fadental geschlossen!) – im Annaberger Haus auf dem Tirolerkogel (Hüttentelefon 0664/4432003). Dorthin geht es nach dem Ausstieg aus der Falkenschlucht auf der ersten rechts abzweigenden Forststraße unmarkiert bis zum Lackenkogel und auf dem Dachsentalweg zum Schutzhaus. Bis zum Annaberger Gscheid absteigend, erfolgt der Anschluss über den Walster-Ursprung nach Ulreichsberg.


Der "eiserne Wallfahrerweg"

JoachimsbergEntlang der Mariazellerbahn und über die "Heiligen Berge" – ob von Puchenstuben an als starke Tagestour oder als bequemere Strecke ab Wienerbruck. Joachimsberg (Bild), Josefsberg und St. Sebastian sind die auch kunsthistorisch bedeutsamen Wallfahrerstationen. Dazwischen gibt es gut beschilderte Wege, höchst überraschend fast zur Gänze abseits der Straße und wegen der geringen Bekanntheit nur mäßig stark begangen. Der letzte Zug von Mariazell fährt erst in den Abendstunden ab (18.39 Uhr), und man kann die Wanderstrecke mit ihrem überwältigenden Ötscherblick als Abschluss noch in einer nostalgischen Panoramafahrt genießen! Gehzeiten nach Mariazell von Puchenstuben 8 Std., von Wienerbruck 4 Std. Bei der Wanderung über die "Heiligen Berge" nicht versäumen – Pfarrhof Josefsberg mit volkskundlich und historisch bedeutsamen Wandgemälden (um 1830).

Der Annaberger Wallfahrerweg

Eine Tageswanderung zwischen Pielachtal und Ötscherland führt von Schwarzenbach an der Pielachtal nach Annaberg, der Weiterweg zur "Mariazeller Gnadenmutter" erfordert einen zweiten Wandertag. Start beim Bahnhof Schwarzenbach an der Pielach, Rückfahrt von Annaberg-Reith oder Mariazell mit der Mariazellerbahn. Gehzeiten insgesamt 5 ½ Hölzerne KircheStd. bzw. 13 Std. in zwei Etappen. Einkehr und Nächtigung in Annaberg.
Vom Bahnhof Schwarzenbach 6,5 km Straßenmarsch bis zum Dorf Schwarzenbach, bald danach äußerst reizvoller Wanderweg zur "Hölzernen Kirche" (Bild) und über das Weiße Kreuz nach Annaberg (5 ½ Std.).
Nächtigung in Annaberg (Info Gemeindeamt, Tel. 02728/8245) oder in der neuen Anna-Alm auf dem Hennesteck (nach dem Weißen Kreuz abzweigend in 1 ¼ Std. erreichbar, Weiterweg anderntags nach Annaberg 2 Std., Info Tel.0664/2303390 oder www.anna-alm.at).
Von Annaberg in die Schmelz und weiter über den "Sabel" ins Fadental. Weiter zur Klauskirche am Hubertussee oder gleich durch die schluchtartige Schwarzwalster in den Rechengraben. Dort von der Straße markierte Abzweigung zum Habertheuersattel, jenseits hinab zum Sebastianiweg und auf diesem nach Mariazell (insgesamt ca. 7 Std.).

Die Walster mit dem Hubertussee

Letzte Zugabfahrt von Mariazell für die Rückfahrt zum Ausgangspunkt um 18.39 Uhr, Fahrplan über Online-Auskunft www.oebb.at oder CallCenter 05


Mostviertler Mariazelleweg

Wandervorschlag für 4 bis 5 Tage, je nach den Nächtigungsmöglichkeiten, Anmeldung unbedingt erforderlich!
Von Sonntagberg nach Ybbsitz: Zufahrt mit Westbahn und Ennstalbahn bis Station Rosenau/Sonntagberg und Aufstieg zur Wallfahrtsbasilika, Höhenwanderung (großteils Asphalt) bis St. Leonhard am Wald (4 Std., Nächtigungsmöglichkeit Gasthof Ettel, Tel. 07442/7221). Allenfalls Weiterweg über St. Aegidi am Walcherberg nach Ybbsitz (2 ½ Std.; Info Gemeinde, Tel. 07443/86601).

Kartause GamingÜbergang nach Lunz oder Gaming (Kartause Gaming im Bild rechts): Über Prochenberg (zum Wochenende auf halber Strecke Nächtigung in der Alpenvereinshütte möglich, Tel. 0664/3387905) in 4 Std. nach Maria Seesal (Gasthof Krumpmühle, 12 Betten, Tel. 07443/88318). Weiter über Schwarzois rot-06 markiert nach Lunz am See in 4 Std. (Info Gemeinde Tel. 07486/8081). Oder von Bodingbach über Pfaffenschlag auf Asphaltstraße (Variante über Hochalm oder auf "Bahn-Erlebnisweg") nach Gaming (5 Std. von Maria Seesal, Info Gemeinde Tel. 07485/97308-12).

Über Ötscher und Gemeindealpe (rot-06 markiert): Von Lunz nach Lackenhof über Lunzer See – Durchlass – Maierhöfen in 3 ½ Std., mit Sessellift zum Ötscher-Schutzhaus (Besteigung des Ötschers insgesamt 3 Std.) und Nächtigung. Übergang zur Feldwiesalm, über die Gemeindealpe oder direkt zum Erlaufsee und nach Mariazell (5 bis 6 Std.). Nächtigungsmöglichkeit in Lackenhof (Ötscher-Tourismusverband Tel. 07480/20020).

Vordere TormäuerTormäuer und Ötschergräben: Von Gaming auf der Tormäuerstraße über Gasthof Schindlhütte (Tel. 07485/68430) zum Naturpark-Eingang Eibenboden (2 ½ Std., Seitenweg nach Nestelberg und von dort Anschluss über Kirchensteig zusätzlich 1 Std.) und durch die Vorderen Tormäuer nach Trübenbach (Gasthof "Alte Schule") und Erlaufboden (2 bis 3 Std.). Durch die Hinteren Tormäuer nach Stierwaschboden, nun zwei Möglichkeiten – über den Lassingfall nach Wienerbruck und über Josefsberg nach Mitterbach und Mariazell (6 Std.) oder durch die vorderen Ötschergräben nach Mitterbach und Mariazell (5 ½ Std.).
Nächtigungsmöglichkeiten in Nestelberg (Gasthof Gross, für größere Gruppen Herberge in der ehemaligen Volksschule, Tel. 07485/98891) oder in Erlaufboden (Gasthof Buder/Digruber, 12 Betten, Tel. 02728/220).
Besonders lohnend ist auch der Umweg durch die hinteren Ötschergräben zum Schutzhaus Vorderötscher und über die Ötscherstraße nach Mitterbach und Mariazell (4 ½ Std.): Schutzhaus Vorderötscher T 02728 21100 (Ötscher-Basis), info@naturpark-oetscher.at, www.vorderoetscher.info

Literatur-Tipp:

Wandererlebnis Mariazeller LandBernhard Baumgartner: Wandererlebnis Mariazeller Land & Ötscher, Residenzverlag 2006, ISBN: 3701730067, 176 Seiten
Bernhard Baumgartner präsentiert hier seine Wander-Favoriten von Mariazell bis zu Schneealpe, Veitsch und Hochschwab mit ausgeklügelten Routen, von gemütlich bis alpin. Kurze Genießer-Varianten für Familien finden sich genauso wie Touren für anspruchsvolle "Bergfexe" und auch die Wallfahrerwege im Nahbereich von Mariazell.

Der Führer "Wandererlebnis Wallfahrerwege. Ost-Österreich" von Bernhard Baumgartner ist nur mehr beim Autor p. A. 3161 St. Veit an der Gölsen erhältlich.

Wanderkarten': Freytag & Berndt WK 031 und 051