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Mountainbiken rund um Wien

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Almen, Mühlen, Höhlen: alles, was
(Kinder-)Herzen höher schlagen lässt:

Paulinenhöhle

Eisenstein

(1185 m, Türnitzer Alpen)

In der Paulinenhöhle

Vorbemerkung:

Der Spaß- und Abenteuerfaktor der hier vorgestellten Tour ist sicher der höchste, der für eine Tour vergeben werden kann: sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Das Eisensteingebiet mit seinen Mühlen, Höhlen, Almen und uralten Bäumen (Dirndlsträucher) drängt sich als "actionreiche" Familientour förmlich auf.

Ich unternahm diese Wanderung vor einem Jahr mit einem Flohzirkus neugierigier Miniatur-Bergfexe und die Kinder schwärmen heute noch von dieser Tour.


Anthofsiedlung - Mühlhofgraben - Eisenstein (Julius Seitner Hütte), 1185m

1,5 Stunden, 762 Hm

Dem Gipfel des Eisensteins entgegen

Startpunkt ist ein kleiner Parkplatz zwischen Türnitz und "Knedelhof" (Abzweigung in Türnitz Richtung Schwarzenbach) bei einem Wegweiser "Paulinenhöhle" (600m). Wir gehen aber ein Stück die Straße entlang bis zum "Knedelhof" und zweigen dort nach rechts in den Mühlhofgraben ab. Gemütlich geht's bis zum Ortbauer (690m, Mostschenke), etwas steiler bergauf, eine kurvenreiche Forststraße lang, diese hin und wieder abkürzend bis zum Südrücken des Eisensteins. Nun in weitem Bogen um die schon im Frühjahr blumenreiche, traumhaft schöne Almmulde herum zum Gipfelkreuz des Eisensteins gleich neben der Julius Seitner Hütte. Bei schönem Wetter lässt sich der Blick auf Gippel, Göller, Ötscher und Hochschwab genießen.

Eisenstein - Hochgraser - Sulzbachgraben oder Anthofrotte - Paulinenhöhle

1,5 - 2,5 Stunden

 

 

 

 

 

 

 

Uralter Baumbestand am Kneschelberg

Nun über den Kamm des Eisensteins mit ständigem Blick auf grandioses Bergpanorama zum Beginn der Almwiesen, bei einer Wegkreuzung rechts, etwas steiler bergab zu einem Sattel, danach eine Hangquerung und einen steileren Waldsteig zum malerisch gelegenen Hochgraserhof hinunter. Weiter durch Wälder bis zu einer Weggabelung. Hier nicht in Richtung Kalköder, sondern rechts in den Sulzbachgraben. Beim "Sulzböck" bieten sich zwei Varianten an:

Variante a) (für Konditionsstarke)

Geradeaus weiter durch den reizvollen Sulzbachgraben, eine felsige Engstelle mit zwei alten Mühlen (in der "Schaflucken-Höhle" ist das "k. u. k.-Museum untergebracht) bis knapp vor Türnitz, eine markierte Sandstraße rechts weiter über den Kneschelberg. Dort treffen wir beim Gehöft Feuchten zunächst auf einen uralten, vielstämmigen Dirndlstrauch (Kornelkirsche, angeblich 600 Jahre alt) und nach einer Wiese auf die Abzweigung "Paulinenhöhle".

Zeitaufwand vom Gipfel: 2,5 Stunden

Variante b)

Ohne Markierung rechts auf einer Güterstraße am Sulzböck und einem Marterl vorbei in die Anthofrotte. Nach etwa 20 Minunten gelangen wir auf den markierten Weg 622 in Richtung Türnitz bzw. Knedelhof. Wir wenden uns in westliche Richtung, bis wir auf den Wegweiser "Paulinenhöhle" treffen.

Zeitaufwand vom Gipfel: 1,5 Stunden

Paulinenhöhle

40 Minuten

 

 

Philip und Maria in der Paulinenhöhle

Durch Wald bergab, an der "Jungfrauen-Höhle" vorbei (unergiebig), bis wir am großen Portal der Paulinenhöhle angelangt sind.

Eine bequeme Rastbank lädt zum Rasten ein, die Neugier auf die Geheimnisse im Inneren des Berges treibt uns jedoch weiter. Die frei zugängliche und bequem gangbare Höhle bietet - vor allem für Kinder - ein tolles Abenteuer. Bewaffnet mit Taschenlampen und warmer Kleidung betreten wir das ewige Dunkel. Treppen und Holzstege entschärfen steilere Passagen - Relikte aus einer Zeit, als die Höhle noch eine gern besuchte Schauhöhle war.

Etwa 15 Minuten bzw. 200 Meter dringen wir über glitschige Fels- und Erdböden in das Innere des Berges vor, müssen mehrere große Versturzblöcke überklettern, bis wir in der Riesenkluft den Endschluff der Höhle erreichen.

Die Reste heute leider zerstörter Tropfsteine, das undurchdringliche Dunkel, die feuchte Kälte, kleine Bergbäche und schlafende Fledermäuse bieten einen beeindruckenden und unvergesslichen Einblick in die Vielfalt der Natur.

Nach 5-10 Minuten erreichen wir den Parkplatz.

Gesamtgehzeit:

Höhenunterschied:

4-5 Stunden

ca. 750-850m


Mit Kindern in Höhlen:

  • Ängstliche Kinder (auch sonst sehr couragierte Jugendliche können es angesichts der ewigen Nacht in einer Höhle mit der Angst zu tun bekommen!) sollten nicht gezwungen werden, mit in die Höhle zu kommen. Was den einen Heidenspaß bereitet, kann bei anderen schockartige Angst auslösen. Schon ein einziges "Ich will nicht" muss bedingungslos respektiert werden. Auch auf Schauermärchen wie "Dort sitzt der Schwarze Mann!" oder "Jetzt gehen alle Lampen aus!" sollte man während der Tour verzichten. Besser, erklärend und beruhigend auf den kleinen Höhlenforscher einzuwirken und ihn niemals allein der gespenstischen Stille zu überlassen.
  • Ein Höhlenbesuch ist eine einmalige Gelegenheit, alle Sinne - Seh-, Gehör- und Tastsinn - einzusetzen: Kinder wollen die feuchtkalten Felswände berühren und im Schlamm wühlen. Diese gerade für Stadtkinder großartige Chance, mit den Händen "sehen" zu lernen, sollte, selbst auf die Gefahr hin, dass das Kind schlammweiß wie ein Grottenolm ans Tageslicht zurückkehrt, nicht verhindert werden.
  • Zwei Lampen mitnehmen! Für jedes Kind eine (am besten: Stirn-)Lampe. Eine Ersatzbatterie hat insofern keinen Sinn, als sie ja im Dunkeln schwer einzusetzen ist. Von Fackeln ist absolut abzuraten: Brand- und Verbrennungsgefahr (tropfendes Wachs!), Ruß, schlechte Sicht durch Blendung.
  • Regenjacke, Mütze und Handschuhe schützen gegen Unterkühlung.

Wissenswertes:

Türnitz wurde 1209 erstmals urkundlich erwähnt und leitet seinen Namen vom slawischen "Durnize": "schwer zugänglicher, abgeschiedener Ort", her.

Die kleine Gemeinde im Quellgebiet des oberen Traisentales erlangte Bedeutung einerseits durch seinen schwarzen Marmor, andererseits durch den Aufstieg der Mariazeller Basilika zum Nationalheiligtum der Donaumonarchie. Massen von Wallfahrern strömten durch das Tal und rasteten in Türnitz, ehe sie auf der "Via Sacra" in Richtung Annaberg weiterzogen.

Die Mühlen und vor allem das in der Schaflucken-Mühle untergebrachte "k. u. k.-Museum" erinnern an die in Türnitz bis in die Fünzigerjahre beheimatete Sensenerzeugung.                                          


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