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Wenn es frühlingt im

Kamptal

Stift Altenburg - Ödes Schloss, Steinegg, Waldviertel; April 2004

Durchs Kamptal

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

Wer den Frühling nicht erwarten kann, wird im Kamptal bestens bedient. Während hoch oben der Winter erst zu Ende geht, beginnt hier der Frühling schon in farbenprächtiger Vielfalt. Außerdem kann diese Tour im Kamptal als vollwertiger Ersatz für eine Bergtour gelten, stellt sie doch die Kondition auf eine harte Probe, wird keineswegs mit Weitblicken gegeizt und wechseln sich Kultur- und Naturgenuss auf reizvolle Weise ab.


Route

Stift Altenburg (398 m) - Ödes Schloss - Rauschermühle (Kraftwerk Rosenburg, 266 m) - Bründleitensteig - Steinegg (302 m) - Stift Altenburg

HU ca. 460 m / GZ 5,5-6 Stunden

 

 

 


Es frühlingt im Kamptal


Ödes Schloss

 

 


Den Kamp entlang

Ausgangspunkt ist der Parkplatz direkt beim Stift Altenburg, das man von Horn her am leichtesten erreicht.

Hat man Picknickvorräte vergessen, sollte man die beim alten Greißler gegenüber vom Stift einkaufen. Die Zeit scheint dort seit vielen Jahrzehnten still zu stehen: Das Geschäft liegt in einem uralten Gewölbe, wo es nach modrigen Mauern riecht, wo sich abgegriffene Holzladen mit Gewürzen, Schrauben und anderen Kleinigkeiten bis zur Decke türmen, und wo man von einer Greißlerin der Marke Tante Emma liebevoll bedient und von den Dorfgranden, die sich dort ein Stelldichein geben, argwöhnisch begutachtet wird. Und ein "Sackerl" gibt's sogar gratis dazu.

Das prachtvolle Barockstift Altenburg mit mittelalterlichem Kloster sollte man gleich besichtigen, nach Tour wird nämlich garantiert das Stehvermögen dafür fehlen.

Nun aber vom Stift weg und rot markiert auf einer Forststraße zum sog. Jägerhaus, dort den Wegweisern "Rosenburg, Ödes Schloss, Steinegg" nach durch frühlingsfrischen Mischwald. Kurze Zeit noch begleiten dich die Glocken der Stiftskirche wie auch die Wegweiser - da kann es kein Verirren geben. Dann etwas bergab über eine Lichtung und durch lichten Wald, dem Rauschen des Kamps entgegen. Auf einem Sattel (1,5 Stunden) leitet ein Schild zum Öden Schloss, einer idyllisch über steilen Felsabstürzen liegenden Burgruine, wo es sich herrlich rasten und zur still dahin ziehenden Kamp blicken lässt.

Zurück zur Abzweigung und bergab in Richtung Rosenburg und Kamptal weiter. Hier sicher der schönste Abschnitt unserer Tour: Entlang der Kamp und zeitweise zusammen mit Kajakfahrern, Radlern und Familien dahin - oft innehaltend, schauend, hörend - an den alten Gemäuern der Rosenburg vorbei bis zum Kraftwerk Rosenburg (1 Stunde).
Hier heißt es erstmals aufpassen, da der Weiterweg nur schwer zu finden ist: Auf jeden Fall über eine Brücke und geradeaus bis zu einem Schild: "Bründlleitenweg - Hängender Stein - Steinegg". Hinauf zum Sattel des sog. Umlaufberges, eine von einer Flussschlinge umschlossene Felsklippe. Dort links weiter zum sog. "Hängenden Stein", einem turmartigen Felsen. Dann rot markiert entlang grün bemooster Felswände, die allesamt wie Mauerreste aussehen. Bald verengt sich der breite Weg zu einem engen Steig, dem Bründlleitenweg. Gelbe und blaue Frühlingsboten säumen den Weg. Von der Bründlleiten toller Blick auf den seltsamen Flussverlauf des Kamp. Nun einmal bergab, dann wieder bergauf, mitunter etwas langatmig über Felder und Forstraßen Richtung Steinegg. Nach etwa 3 Stunden hat man endlich den Gasthof Dunkler in der Ortschaft Steinegg erreicht.

Von dort über Treppen, dann Steig bergauf. Wegweiser führen zum Stift Altenburg zurück. Wald, Forststraße, Wald bis zum Jägerhaus und von dort wie oben zum Stift zurück.


Am Umlaufberg

Benediktinerabtei Altenburg

Das Benediktinerkloster Altenburg wurde 1144 neben der Kirche einer alten Burg gegründet. Im 14. Jahrhundert stand an dieser Stelle bereits eine große gotische Kirche mit einem Kloster, das zum Zentrum des religiösen und kulturellen Lebens in dieser Region wurde.
Ein Schüler Jakob Prandtauers, Josef Mungenast, gestaltete nach der Zerstörung der Anlage durch die Schweden 1645 an eben dieser Stelle das neue Kloster. Neun prachtvolle Kuppeln mit Deckengemälden und überaus reiche Stukkaturen ließen aus dem Stift ein grandioses Kunstwerk entstehen, das erst kürzlich vollends renoviert wurde.
Die Bibliothek - ein wahrer Tempel des Buches, des Geistes und der Wissenschaft -, die Stiftskirche mit dem Hochaltarbild des barocken Malers Paul Troger, der Kaiserhof, die Hauptkuppel mit einer Darstellung des Besuchs der Königin von Saba bei König Salomo und weitere wahre Sehenswürdigkeiten machen das Stift zu einem Anziehungspunkt dieser Region.

Aber das Kloster birgt auch seine Geheimnisse: Unter dem heutigen Barockstift befindet sich eine komplette zweite Klosteranlage aus dem Mittelalter, die in den letzten Jahren teilweise freigelegt wurde.

Als Thema der Feststiege zum Marmorsaal des Kaisertraktes hat Troger "Quam bene conveniunt" gewählt: "Wie gut passen Glauben, Wissenschaft und Kunst zusammen!" Das Benediktinerstift beherbergt noch heute treu diesem Motto vielfältig kulturelle Veranstaltungen.

Das Stift Altenburg bildet mit Zwettl und Pernegg-Geras den Mittelpunkt des Waldviertler Klosterradweges, der auch in vier Tagesetappen zu Fuß zu bewältigen ist.


Schwierigkeiten:
Keine
Höhenmeter: Etwa 460 in Auf- und Abstieg
Gesamtgehzeit: ca. 5,5-6 Stunden
Beste Jahreszeit: Immer ein Erlebnis
Kinder: Zumindest Teilabschnitte können für Kinder durchaus zu einem Abenteuerfest werden: Von Altenburg zum Öden Schloss z.B. oder den Kamp entlang vom Kraftwerk Rosenburg (Parkmöglichkeiten) aus.
Hund und Katz': Gut geeignet
Ausrüstung: Pack-Checkliste >>>
Einkehrmöglichkeiten:

Gasthof Dunkler in Steinegg; Restaurant im Stift Altenburg

Karte: Österreich Karte 21 + 22
Internet:

www.stift-altenburg.at
www.kloesterreich.at