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Traisental Sky Walk

Paulmauer
Türnitzer Höger

Mai 2005

Paulmauer-Türnitzer Höger

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

Wer das Obere Traisental im Mostviertel von seiner ursprünglichen und schönsten Seite kennenlernen will, dem sei diese Tour empfohlen. Schattige Wälder, von Enzianen und Narzissen bemalte Lichtungen, zwei gastfreundliche Hütten, idyllische Gipfel und weitsichtige Sky Walks bilden die Zutaten für ein Wandermenü, das keine Wünsche offen lässt.

Anfahrt & Aufstieg

St. Aegyd (Ortszentrum, 588 m) – Zdarsky Hütte (1082 m) – Starkhöhe - Paulmauer (1247 m) – Linsberg (1238 m) – Grabner Alm (Gschwendt Hütte) – Stadlberg Türnitzer Höger (Türnitzer Hütte, 1372 m)

HU ca. 840 m / GZ 4 Stunden


Ich hab's gewusst: Max und Ferdl, diese Gäuche, haben den Steig verlegt und nicht wiedergefunden ...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Paulmauer

Gschwendt mit Blick auf Türnitzer Höger
Gschwendt mit Blick auf Türnitzer Höger

Vom Ortszentrum St. Aegyds (Parkplatz) dem Wegweiser "Zdarsky Hütte – Traisenberg" nach hinaus und hinauf. An der Kapelle des Heiligen Aegydius (auch Hubertuskapelle), einem hübschen Aussichtsbalkon über St. Aegyd, vorbei, die Asphaltstraße verlassend und über den Hans Wancura-Steig (1937 erbaut) in sanft geneigten Kehren auf den Traisenberg. Dort gewährt uns hin und wieder Eure Hoheit, der Schneeberg die Ehre eines flüchtigen Anblicks. Die Gebrüder "Gippel & Göller" begleiten uns sowieso treu. Über ein Stück Forststraße zur "Hermannsrast", einer weitere, mit Tischen und Bänken versehene Galerie mit garantierter Fuß- und Blickfreiheit. Schließlich auf den Max und Ferdl-Steig gewechselt. Nach 1 ¼ Stunden erreicht man einer jener sonnigen baumfreien Wiesenflächen, wie man sie nur hier im Oberen Traisental findet. Durch ein Meer von Enzianen und Narzissen (im Mai!) zieht man gemächlich an einer Hütte vorbei zur im Wald versteckten Zdarsky Hütte (1,5 Stunden), einer gemütlichen Unterkunft, die allerdings gern zur Überfüllung neigt.


Narzissen im Mai

Hinter der Hütte vorbei kurz rot markiert durch Wald, dann über den weitsichtigen Wiesenkamm der Starkhöhe, wo man die Seele ruhig baumeln lassen darf und den Blick schweifen zu Paulmauer und Ötscher.
Sobald man die Wegkreuzung "Paulmauer", "Türnitzer Hütte" erreicht, links einen Weidezaun entlang in etwa 20 Minuten auf die Felskanzel der Paulmauer (1247 m, 1 Stunde von der Hütte weg). Der Gipfel war 30 Jahre bekreuzt, zur Wiedererrichtung des renovierten Kreuzes kam ich um eine Woche zu spät.

Über den Paulmauer-Kamm rot markiert etwas bergab bis zu einer Lichtung mit Marterl. Anschließend unter einem Felsaufwurf und wieder am Kamm weiter bis zur Grabner Alm. Hier könnte man links über eine Skipiste zur Gschwendt Hütte absteigen, was aber kaum lohnt, weil die über uns thronende Türnitzer Hütte verlockender wirkt. Nochmals an Höhe verlierend bergab, bis nach einem Waldstück der breite Rücken des Türnitzer Högers aufragt. Kurz auf einer Straße bergan, bis ein Schild verrät, dass sie nicht zur Hütte führe, sondern man rechts in einen Waldsteig abzweigen solle. 300 Höhenmeter müssen noch schwer verdient werden, ehe sich beim Geldloch der Wald öffnet und der baumfreie Gipfelaufschwung zur Türnitzer Hütte am Türnitzer Höger führt. Nach 4 Stunden bei diesem Schmuckkastl von Hütte (Infos siehe unten).

Das Schmuckkastl Türnitzer Hütte
Das Schmuckkastl Türnitzer Hütte

Abstieg

Türnitzer Höger (1372 m) - Högerbachgraben - Traisenbachrotte (534 m) - Wallersbach Graben - Traisenberg Sattel (ca. 1080 m) - Bürgeralpe oder Weißes Kreuz - St. Aegyd

HU ca. 1340 m ca. 560 m
GZ 4 Stunden

 

 

Die Hermannsrast mit Blick auf Gippel & Göller
Die Hermannsrast mit Blick auf Gippel & Göller

Die geplante Tour ist noch lange nicht zu Ende. Zurück zum Geldloch, dort nach links in den "Högerbachgraben", Weg. 34. Steil durch Wald, dann abwechselnd durch Lichtungen, Wiesen und Wald an zwei Fütterungstellen vorbei, bis eine Forststraße gekreuzt wird. Auf dieser entlang eines meist trockenen Bachbetts, das sich erst in der Traisenbachrotte füllt. Vom Rauschen des Baches begleitet bis zu einem Forellenteich und zum Högerhof. Nach 1 ½ Stunden mündet der Güterweg in das Gehöft des Hofbauers, vulgo Ebnerhof. Parkplatz und Marterl. Bis hierher kann von Türnitz aus zugefahren und zur Türnitzer Hütte aufgestiegen werden. Da wir aber nach St. Aegyd zurück wollen, folgen wir der roten Markierung nach links. Zuerst flach durch gepflegte Kulturlandschaft an einem Marterl vorbei während langsam die Paulmauer ins Blickfeld rückt. Bei einer Weggabelung dem "Forstweg Traisenbach" nach. Bei einer weiteren Weggabelung weist ein Schild in Richtung Wallersbachgraben. Der Weg steigt hier schon verdächtig an, bis er sich bei einer Jagdhütte unverschämt anstrengend aufsteilt. Hier heißt es nun die letzten Energiereserven ausgraben und zum Traisenberg Sattel hochgekeuchen (1 ½ Stunden vom Hofbauer). Dort heißt es wählen: entweder rot weiter hinunter zum Weißen Kreuz, wobei der Weg allerdings auch eine ungesicherte Querung einer steilen Lichtung beinhaltet, die besonders bei nassem Boden absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert, und dann nach links der Straße entlang zum Ausgangspunkt in St. Aegyd oder blau markiert auf die Bürgeralpe mit dem Ochsen Schutzhaus und über den bekannten Aufstiegswegweg (gen Zdarskyhütte) nach St. Aegyd zurück (1 Stunde).

Türnitzer Hütte

Idyllisch auf der Spitze des Türnitzer Högers in 1372 m Höhe gelegen (Ausblick vom Schneeberg über die Rax bis zum Ötscher), von der Bauweise ein Schmuckkastl aus Anno dazumal (1895 erbaut), liebevoll renoviert und betreut, gilt die Türnitzer Hütte als absoluter Geheimtipp.
Die Hütte wird ehrenamtlich von Mitgliedern der ÖGV-Gruppe St. Pölten gemanagt, die sich wochenendeweise abwechseln. Diese Laien-Wirte sehen die Hütte als ihr Liebhaber-Projekt, was auch die Gäste spüren. Alles blitzsauber, liebevoll hergerichtet - und bist du angekommen, setzt sich schon der "diensthabende" Wirt an deinen Tisch und erzählt dir aus dem reichhaltigen Fundus der Hüttengeschichte. Hüttenfeeling par excellance.
Bewundernswert, dass das alte Häusl nach und nach ökologischen Standards angepasst wurde: Eine Wasserentkeimungsanlage sorgt für sauberes Regenwasser, Sonnenkollektoren für den notwendigen Strom, und auch die Abwasserentsorgung funktioniert auf biologischer Basis.
Zur Hütte führt keine Straße, die Wirte müssen alles Notwendige etwa 300 Höhenmeter hinauf schleppen. Wer jetzt vermuten würde, dass es angesichts mangelnden Stroms/Wassers und schwieriger Zubringermöglichkeiten nichts zu essen gibt, täuscht sich: Du kriegst zu jeder Zeit eine warme - und ausgezeichnete! - Gulasch- oder Gemüsesuppe. Und das Bier ist so kalt, wie's sein soll.

Bewirtschaftungszeit: 1. Mai bis 1. November an Wochenenden und Feiertagen. In den Wintermonaten gesperrt.
Erreichbarkeit: Über insgesamt fünf Wanderwege in einer Zeit von 2 bis 4,5 Stunden. Keine Zufahrtsmöglichkeit bis zur Hütte. Das umliegende rund 40 km lange Wegenetz wird ebenfalls von der Ortsgruppe St. Pölten instand gehalten und markiert. Die Hütte fasst 36 Schläfer, für größere Gruppen wird auch im Winter geöffnet.

Internet: www.tuernitzerhuette.gebirgsverein.at

Schwierigkeiten:
Keine
Höhenmeter: Etwa 1400 in Auf- und Abstieg
Gesamtgehzeit: ca. 8-9 Stunden
Beste Jahreszeit: Außer im tiefsten Winter jederzeit möglich
Kinder: Diese Länge ist keinem Kind zuzutrauen. Touren von St. Aegyd zur Zdarsky Hütte und Paulmauer, vom Hofbauer zur Türnitzer Hütte oder von Hohenberg auf die Gschwendt Hütte ist kleinen Bergzwergen durchaus zuzutrauen. Die Zdarsky Hütte wartet überdies mit einem tollen Kinderspielplatz auf.
Hund und Katz': Gut geeignet
Ausrüstung: Pack-Checkliste
Einkehrmöglichkeiten: Zdarskyhütte
Türnitzer Hütte
Karte: Freytag & berndt "Wanderatlas Wienerwald"
Internet: St. Aegyd/Neuwalde