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Ehrliche Handarbeit ...

Gamsecksteig

Über den Gamsecksteig auf die Rax, 2007m; Wiener Hausberge, November 2003

Von Thomas Rambauske

Intro

Als streng gehütetes Jagd-, Forst- und Wasserschutzgebiet ist Hinternasswald eine der letzten Ruhepole im Reich der Wiener Hausberge. Die Aufstiege von dort auf die Rax bleiben den Gourmets unter den Berglern vorbehalten, sind sie doch lang und mit gewaltigen Höhenunterschieden verbunden. Das gilt vor allem für den Gamsecksteig, der durch die nach Westen gerichtete Felsflanke des "Zahmen Gamsecks" zur höchsten Erhebung der Raxalpe, der Heukuppe, führt. Ausdauernden Bergwanderern bietet dieser Anstieg imposante Eindrücke in wildromantische Bergnatur und jede Menge ehrlicher "Handarbeit" ...

Das Gamseck

Aufstieg

Hinternasswald (Parkplatz, 771m) - Reißbachgraben - Nassriegel - Nasskamm (1210m) - Gamsecker Hütte (1330m) - Gamseck-Wiese (1477m) - Gamsecksteig - Heukuppe (2007m)

HU ca. 1300 m / GZ 3,5 - 4 Stunden


Handarbeit 1 ...


Handarbeit 2 ...


Handarbeit 3 ...

Schon die Anfahrt entlang der Schwarza durch das Höllental zählt zu den Erlebnissen erster Klasse. Ein Parkplatz in Hinternasswald bietet ausreichend Abstellmöglichkeiten. Von dort gleich links in Richtung "Nasskamm" und über eine asphaltierte Straße in Richtung "Kaisersteig/Habsburghaus", vorbei an einer hübsch gelegenen Gedenkstätte (Bank/Tisch) für Konrad Kain, den bekannten Bergführer, bis zu einem Gehöft auf der Rehbodenwiese im Talschluss, wo nach links der Weg zum Kaisersteig und rechts jener auf den Nasskamm abzweigt. Nun recht heftig hochgeschraubt über den steilen Waldrücken des Nassriegels und diesen südwärts in Kehren zur Lichtung des Nasskamms (Abzweigung Altenberg, 1 Stunde, 1210m).

Dem rot markierten Weg 801 nach Osten folgend kurz über eine Forststraße zur Anton Zimmermann-Hütte der Gamsecker Alpingesellschaft, einem urigen Unterstand mit begehbarem Aufenthaltsraum. Gleich oberhalb die Gamsecker Hütte (1330m), ein unbewirtschaftetes, privates Haus, dem man die Handarbeit erst richtig ansieht (Malerei auf der Veranda, siehe Bild links oben).

Von den Hütten zur Gamseck Wiese (1477m), wo sich der Weg auf das Wilde Gamseck (Kletterstellen II) und den Gamsecksteig teilt. Der Wegweiser lässt darauf schließen, dass sich die neuen Schilder hier noch nicht ganz durchgesetzt haben - man schwört auf der Rax halt doch noch auf solide, originale Handarbeit. Dem Wegweiser "Gamsecksteig - Heukuppe - Karl Ludwig-Haus" nach. Unterm Zahmen Gamseck durch Latschen und Geröll hinauf an den Wandfuß, wo auch für den Begeher des Gamsecksteigs die Handarbeit beginnt- im wahrsten Sinne des Wortes, vor allem bei winterlichen Verhältnissen. Beginnend mit einer kleinen, gesicherten Abstiegsstelle, einem Drahtseil über eine abschüssige Felsrippe, zwei alten Leitern bis zu einer sehr steilen, aber ausgezeichnet gesicherten Schrofenwand heißt es hier ordentlich zugreifen, da die Füße an den eisglatten Tritten nur schwer Halt finden.


Handarbeit 4 ...

Nach etwa 1 Stunde hat man die Via Ferrata hinter sich und betritt auf 1849m das Plateau der Raxalpe. Niedrigen Stangen (Achtung: Orientierungsschwierigkeiten bei hoher Schneelage!) nach südöstlich auf den Gipfel der Rax, die Heukuppe (20 Minuten, 2007m).


Abstieg

W.o.

GZ 2 ½ Stunden

Als mögliche Abstiegsvarianten bieten sich folgende Möglichkeiten an:

  • Den Gamsecksteig wieder retour
  • Über das Karl-Ludwig-Haus zum Habsburghaus und über den Kaisersteig zurück nach Hinternasswald (nur bei sichtigem Wetter zu empfehlen, da die Orientierung am Plateau bei Nebel/Schneefall nahezu unmöglich ist.)
  • Über die Wildfährte (Klettersteig B, ungesicherte Stellen I)

Am sichersten ist noch immer den Rückzug über den Gamsecksteig Mir ist es Ende November 2003 passiert, dass der eiskalte Sturm auf der Heukuppe keine 5 Meter Sicht zuließ und also der Rückweg über den Aufstiegsweg am besten war.


Gamsecksteig

Der Gamsecksteig gehört zu den ersten Raxsteigen, die mittels Sicherungen erschlossen und begehbar gemacht worden sind. Noch heute strahlt der 1875 errichtete Steig vor allem an den gusseisernen Leitern und Verankerungen viel Nostalgie, aber solide Handarbeit aus.

Heukuppe

HeukuppeDie höchste Erhebung der Raxalpe liegt gänzlich auf steirischem Boden, während weite Teile des Gebirgsstocks zu Niederösterreich gehören. Die Rax wurde einst auch "Brachkogel" genannt.
Auf dem Gipfel steht ein 5 Meter hoher gemauerter Steinsockel mit Marmortafel - eine Gedenkstätte für gefallene Mitglieder des Österreichischen Touristenklubs in den beiden Weltkriegen.
Der Name "Heukuppe" rührt von den vielen, zum Bärengraben gerichteten Rasenflächen (Heukuppenleiten) her.
Die Bezeichnung "Rax" ist auf das Adjektiv "rau" zurückzuführen, was die Natur dieses Berges treffend charakterisiert: Bei Schlechtwetter ist's dort oben mehr als rau ...


Schwierigkeiten:

Klettersteig-Schwierigkeit A-B. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Kondition für die fast 1400 Höhenmeter sind absolut erforderlich.

Ende November kann der Steig bereits mit Schnee gefüllt, Tritte, Stahlseile und Treppen mit Eis überzogen sein. Dann heißt's doppelt aufpassen.

Klettersteigset für Anfänger zu empfehlen.

Höhenmeter: 1300 m
Gesamtgehzeit: ca. 5-6 Stunden
Beste Jahreszeit: Mai bis Oktober
Kinder: Ab 14
Hund und Katz': Nicht geeignet
Ausrüstung: Pack-Checkliste >>>
Einkehrmöglichkeiten: Keine
Sehens- und Wissenswertes: Natürlich gehört der Ausblick bis in die Karawanken, die Steiner- und Seckauer Alpen, auf Dachstein, Gesäuse und Ötscher zu den absoluten Highlights der Rax.
Karte: Freytag & berndt, WK 022 "Semmering, Rax, Schneeberg"
Internet:

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