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Verborgen über dem romantischen Fadental

Großer Sulzberg

Dezember 2006

Großer Sulzberg

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

"Mit dem Großen Sulzberg habe ich ein mir bislang unbekanntes Tourenziel in meiner Heimat gefunden ...", ist im Gipfelbuch der höchsten Erhebung der Türnitzer Alpen zu lesen. Auch dass sich relativ wenige Eintragungen im Gipfelbuch finden und kein einziger markierter Weg auf den bekreuzten Gipfel führt, beweist, dass der Große Sulzberg über dem Naturschutzgebiet der Walster und dem romantischen Fadental ein absoluter Geheimtipp ist. Dabei hätte er mit seiner grandiosen Rundumsicht, seiner vielfältigen Fauna, seinem dolomitenähnlichen Felszähnen und dem almhaften Gipfelaufbau doch sicher das Zeug, in die Riege der großen Gipfel Gippel, Göller, Reisalpe & Co. aufgenommen zu werden. So allerdings bleibt es hier sehr, sehr still.

Route

Hubertussee (Bruder Klaus Kapelle, 825 m) – FadentalLärch Alm LärchentrogGroßer Sulzberg (1400 m)

HU ca. 600 m, GZ 3 ½ Stunden

 

Der Hubertussee an der Grenze zwischen Herbst und Winter
Der Hubertussee an der Grenze zwischen Herbst und Winter

Der Weg ist trotz fehlender Markierungen leicht zu finden. Bei der Bruder Klaus Kapelle führt eine Forststraße nördlich zuerst entlang eines kleinen Teiches eben dahin. Er wird auch dann nicht steiler, wenn es auf der rot markierten Loipe Richtung Fadental-Siedlung führt. Nach 20 Minuten hat man diese erreicht. Die Zufahrtsstraße rechts hinab, bis auf der Lichtung der Lärch Alm eine Forststraße links in ein Tal führt. Nach wenigen Minuten sollte man an einer kleinen Grotte vorbeikommen. Ab nun nur mehr auf der sog. "Hauptforststraße"; bei folgenden Gabelungen sollte man aufpassen: bei der ersten gerade aus und nicht links, dann links und nicht rechts, dann wieder rechts nach dem Lärchentrog. Auf einer Lichtung zwischen Sulzberg und Schwaighüttenboden wird’s nett: Einerseits eröffnet sich hier ein großartiger Ausblick auf Gippel, Göller & Co., andererseits schlängelt sich der Weg zwischen dolomitenähnlichen Felszähnen hindurch. Sobald man den Westrücken des Sulzberges vor sich sieht und die Forststraße eine enge Linksbiegung vollzieht, geradeaus über einen baumfreien Hang und über diesen etwas steiler zum Gipfelkreuz. Spätestens angesichts des grandiosen Panoramas stellt man sich die Frage, weshalb auf dieses Kleinod von Berg kein markierter Weg führt. Allerdings ist’s vielleicht so besser, da man auf dem Gipfelbankerl garantiert seine selige Ruhe hat.

Abstieg auf der gleichen Route.

Am Gipfel

Hubertussee

HubertusseeDer Hubertussee verdankt seine Entstehung der Feier der Silbernen Hochzeit des Ehepaares Krupp im Jahr 1906. Damals wurde in einer Talenge unterhalb des Jagdhauses durch eine Talsperre das Wasser der Walster aufgestaut. Der See wurde nach dem Hl. Hubertus benannt und präsentiert sich als Paradies für Wasservögel (Stockenten, Blässhühner) und Fische.
Die erhöht am Ufer liegende Hubertuskapelle ist dem Patron der Jäger geweiht.
Die Bruder Klaus Kirche mit ihrer sehr eigenwilligen Dachkonstruktion wurde dem Schweizer Nikolaus von der Flüe geweiht. Bruder Klaus, der Patron des Friedens, entschloss sich 1467 zu einem Leben des Gebetes in der Einsamkeit einer Schweizer Schlucht. Das Leben dieses Eremiten wird in den kunstvoll gestalteten Kirchenfenstern der Kapelle dargestellt.

Die Walster

Der Name des Naturschutzgebietes Walster rührt von der Walster her, einem kleinen Fluss in der Steiermark in der Nähe von Mariazell, der mit einer Länge von 6,5 km und einer Breite zwischen 6 und 12 m das Halltal durchfließt, ehe er in die Salza mündet.
Das gesamte Gebiet entlang der Walster ist Naturschutzgebiet, wo sich schon lange Zeit ausgedehnte Jagd- und Fischreviere befinden. Auch Kaiser Franz Joseph hielt sich hier zum Jagen auf.
Im Jahr 1906 ließ Margret Krupp als Geschenk an ihren jagdbegeisterten Mann Arthur anlässlich ihrer Silberhochzeit die Walster zum 15 ha großen Hubertussee aufgestaut und so ein größeres Fischgebiet geschaffen.
Heute gehört das Gebiet entlang der Walster den Österreichischen Bundesforsten.

Schwierigkeiten:
Keine
Höhenmeter: Etwa 600 in Auf- und Abstieg
Gesamtgehzeit: ca. 3 ½ Stunden
Beste Jahreszeit: Außer im tiefsten Winter jederzeit möglich
Kinder: Die Tour eignet sich gut für gehfreudige Kinder. Der See zu Beginn, die Labestation Labenbacher in der Mitte, die geheimnisvolle Grotte im Lärchentrog und das Gipfelerlebnis auf breiter Wiese entschädigen bei weitem für die lange Gehzeit.
Hund und Katz': Gut geeignet
Ausrüstung: Pack-Checkliste
Einkehrmöglichkeiten:

Buchtlwirtin am Ostufer des Hubertussees

Karte: Freytag & berndt WK 031 "Ötscherland - Mariazell - Scheibbs - Lunzer See"

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