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"Von poetischem Zauber umwoben"

Buschandlwand

Wachau, Mai 2005

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

Über die Schönheiten und Reize der Wachau wurden schon viele Bücher geschrieben, bereits Ende des 19. Jhds. war in einem Wanderführer zu lesen:

"Der majestätische Donaustrom ... entfaltet seinen größten landschaftlichen und malerischen Reiz auf der etwas über 30 km langen Strecke zwischen Melk und Krems, in dem von poetischem Zauber umwobenen, prächtigen Tale der Wachau. Düstere Waldgehänge und sonnige Rebengelände wechseln mit schroffen Felsenklippen, friedliche Dörfer mit dräuenden, sagenumkränzten Burgruinen; und alledem wird ein besonderer magischer Zauber durch die in gewaltiger Breite dahineilenden, viel besungenen Fluten verliehen. Fürwahr eine Landschaft von großer, eigenartiger Schönheit, diese Rheinlandschaft Österreichs, ebenso reich an malerischen Bildern als geschichtlicher Erinnerung."

Und dieser Lobgesang trifft zu. Der Wanderer wird diese Naturenklave auf den ersten Blick lieben, eröffnet sich doch hier eine Unzahl an unschwierigen, aber umso ergiebigeren Touren. Eine sei hier einmal vorgestellt, ein Pflichtziel im Bereich Spitz an der Donau: Die Buschandlwand.


Anfahrt & Aufstieg

St. Michael (211 m) - Station Atzberg - Buschandlwand (738 m)

HU ca. 550 m / GZ 2 ½ Stunden


Mutter mit Kind

Abmarsch am Ortseingang von St. Michael bei der alten Wehrkirche, der ersten Attraktion unserer Tour: Steigt man die Treppen durch das geschichtsträchtige Gemäuer hoch und lugt durch die Luken, eröffnet sich schon einmal ein erster vielversprechender Ausblick über das Donautal. Jetzt aber wirklich los, dem Wegweiser "Buschandlwand" folgend nach der Wehrkirche gleich links zwischen zwei Häusern rot markiert (mit gelbem Punkt) durch und gleich zünftig bergauf. Bei einer Lichtung nimmt die Steigung ab, die wunderschöne Blickweite in das Donautal hingegen zu. Nun etwas flacher über eine steinige, kargere Passage bis zu einem an einen Baum befestigten Kisterl, das man zuerst für ein Vogelhäuschen halten möchte, allerdings beherbergt es das Gipfelbuch für die "Station Atzberg" inkl. Stempel. Der eigentliche Atzberg-Gipfel lohnt weniger. Jetzt eben dahingeschlendert auf Karrenweg durch die bewaldete Westflanke des Atzberg-Buschandlwand-Kamms nord- und aufwärts, an einem ehem. Erzstollen vorbei (mehr eine Nische als eine Höhle) und nach einer Weggabelung nur mehr gelb weiter zur Kammhöhe. Immer wieder eröffnen sich nette Ausblicke über Spitz, den Buchberg und unseren Abstiegsweg durch die Weingärten von Radlbach. Über den breiten Waldrücken nordwärts zu einem pultförmigen Felsvorsprung und der sog. Gruber-Warte auf dem "Walkürenfels" Buschandlwand (2 ½ Stunden, 738 m, err. 1998). Ein hübsches Sitzplatzerl, daneben ein kleines metallenes Gipfelkreuz. Auf der Warte sitzt man wie der Donaukönig über seinem Reich, der Wachau; daneben ein kleines Gipfelkreuz.


Abstieg

Mosinggraben - Rotes Tor (285 m) - Tausendeimerberg (300 m) - Radlbach - Spitz - Treppelweg - St. Michael

HU ca. 550 m / GZ 3 ½ Stunden

Nun ein kurzes Stück der gelben Markierung nach, bis sie auf blau trifft. Bergab am Hof Heiglbauer vorbei und in weiten Kehren zum Mösinghof hinab. Dort südlich durch den romantischen, erdig-feuchten Mosinggraben, dann den munter rauschenden, gar nicht so miesen Mieslingbach entlang. Durch diesen Waldgraben führte im Mittelalter ein Handelsweg aus dem Waldviertel zur Donau. Unterwegs durch diesen Graben passiert man ein Barbara-Marterl, eine Quelle mit Tisch und Bänken und eine Brücke, die es zu überschreiten gilt, um wenig später zum Roten Tor (285 m), einem alten Stadttor aus den Schwedenkriegen, zu gelangen - ein selten idyllisches Rastplatzl mit Blick auf Spitz, Tausendeimerberg und Donautal.
Vor dem Roten Tor aber rechts eine Kopfsteinpflaster-Straße Richtung Huthof (Rundwanderweg) entlang, blau markiert, Schotterstraße, Marterl, dann Richtung Radlbach. Nun etwas steiler durch Wald bis zu einem weiteren Stempelkisterl mit dem Wegbuch für den "Jagerriedl". Flach dahin auf Forststraße, bis sich der Weg gabelt und zwar zum Erholungswald Jägerriedl oder auch blau markiert Richtung Radlbach. Letztere Markierung nach durch sonnige Weinrieden Spitz entgegen.

Wer noch Lust hat, kann auf den Haushügel von Spitz, den "Tausendeimerberg" (300 m, 20 Minuten) steigen. Von dort durch das sehenswerte Stadtzentrum von Spitz an das Ufer der Donau, von wo der Treppelweg entlang der Donau nach St. Michael zurückführt.

Wachau

Die Wachau wurde erstmals 860 als "Uuahauua" (urgermanisch "wanhö" = Krümmung" erwähnt. Diese Bezeichnung galt für den inneren Bereich der Wachau zwischen Spitz und Dürnstein. Heute wird unter "Wachau" der Donaudurchbruch durch die Böhmische Masse zwischen Melk und Krems verstanden. Wahrscheinlich haben schon die Römer mit dem Weinanbau begonnen, in Krems wurden schon vor dem Jahr 300 Reben gepflanzt. Das einzigartige Ensemble aus Natur- und Kulturlandschaft zählt zum exklusiven Club jener Orte, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erwählt wurden.

Spitz

Dieser am linken Donauufer im Zentrum der Wachau gelegene Markt wurde um 830 "Spizzun" genannt. Sehenswert die spätgotische, später barockisierte Pfarrkirche St. Mauritius (15. Jhd.), der 500 Jahre alte Pfarrhof, das Schloss Spitz, das Rote Tor, ein Stadttor aus den Schwedenkriegen, und die Burgruine Hinterhaus (Kuenringer-Fest, 14. Jhd.).

St. Michael

Dieser uralte Ort nordöstlich von Spitz, beherbergt die älteste Pfarre der Wachau, die vermutlich über einer heidnischen Kultstätte erbaut wurde. Sehenswert die spätgotische Kirche aus dem 16. Jhd. mit ihren wuchtigen Wehranlagen.

Tausendeimerberg

So wird der fast frei stehende Burgberg genannt, um den sich malerisch die Häuser von Spitz scharen. Seinen Namen hat vom Weinertrag in besonders starken Erntejahren - 1000 Eimer entsprachen etwa 56.000 Litern.

Schwierigkeiten:
Lange, aber unschwierige Wanderung
Höhenmeter: Etwa 550 in Auf- und Abstieg
Gesamtgehzeit: ca. 6 Stunden
Beste Jahreszeit: Am schönsten ist die Tour sicher entweder zur Obstbaumblüte im Frühjahr oder wenn die Weinberge grünen (Sommer-Herbst).
Kinder: Die Tour ist für Kinder zu lang, kürzere Varianten lohnen kaum, da es an Attraktionen für Kinder fehlt. Am ehesten zu empfehlen der Tausendeimerberg, der in 20-30 Minuten von Spitz aus zu schaffen ist.
Wagt man dennoch die Buschandlwand mit Kindern, ist am Gipfel Vorsicht anzuraten, der Fels bricht nach Westen zu senkrecht ab.
Hund und Katz': Gut geeignet
Ausrüstung: Pack-Checkliste
Einkehrmöglichkeiten:

Unterwegs keine, dafür aber zahlreiche Heurige, Gasthäuser und Restaurants in Spitz und St. Michael

Karte: Freytag & berndt WK 071
Internet:

Wachau
Spitz