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Sagenstein- oder

Wilhelmsburger Rundwanderweg

1. Mai 2004

Wilhelmsburger Rundwanderweg

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

Die Rudolfshöhe, der Hausberg von Wilhelmsburg bei St. Pölten, an der Nahtstelle zwischen westlichem Wienerwald und Voralpenland, reizt mit viel Wald, freien Wiesen- und Ackerflächen, aber auch mit einer liebevoll hergerichteten Hütte - der Ochsenburger Hütte.
Kaum an Höhe verlierend, wandert es sich stundenlang nie steil über Kämme und Lichtungen, stets begleitet von den sog. "Sagensteinen", die kleine Geschichten aus den Mythen und Sagen des Landstrichs wiedergeben. Unsere Tour hat aber noch viele andere Namen wie "Wilhelmsburger" oder "Perschlingtaler Rundwanderweg".

Blick auf Wilhelmsburg
Blick auf Wilhelmsburg gleich nach dem Start

Anfahrt & Aufstieg

Wilhelmsburg/Kreisbach (321 m) - Ochsenburger Hütte (594 m) - Rudolfshöhe - In der Oed - Haberegg (693 m) - Katzelhofer Höhe (613 m) - Kreisbachtal - Kreisbach

HU ca. 400 m / GZ 3½ - 4 StundenEin Meer von Löwenzahn

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Ochsenbauer Hütte

 

 

Anreise über die Westautobahn (A1), St. Pölten und Wilhelmsburg. Das Auto kann gleich nach Wilhelmsburg am Kreisbacher Bahnhof abgestellt werden.

Pfeile und Markierungen weisen von Anfang an deutlich zur Ochsenburger Hütte. Gleich nach den letzten Siedlungshäusern betritt man freie Wiesen, die vor allem im Frühling mit einer gelb-violetten Prachtdecke aus blühendem Löwenzahn und Obstbäumen bedeckt sind. Wie der größte Teil des Weges verläuft auch der Anfang dieser Tour über breite Güterwege, bis man erstmals beispielhaften Mischwald oder besser: einen Waldlehrpfad betritt. Vogelkirsche, Buche, Tanne - fast jeder Baum hat hier sein Schild. Kurz vor der Ochsenburger Hütte, am Rand einer Lichtung die sog. Vierbrüderbuche mit dem ersten Sagenstein. Diese Geschichte sei hier bloß als Appetizer erzählt: Ein Blitz soll an dieser Stelle vier Bösewichte erschlagen haben, die ihr Unwesen unter dem Bauernvolk getrieben haben sollen. Kurz danach sollen hier vier Buchen gekeimt und ineinander verwachsen sein.


Die Vierbrüderbuche

Wie am gesamten Weg laden Bänke, Tische und wie hier auf der Rudolfshöhe ein Salettl zum Verweilen, Schauen und Rasten ein. Der Blick über die weiten Wiesen ins Wald- und Weinviertel bis hin zu Ötscher und Schneeberg hat schon etwas sehr Meditatives an sich, wenn man sich Zeit und Ruhe nimmt. Apropos Ruhe: Die darf man sich durch Mountainbiker, die hier zuhauf herumkurven, und Wander-Familien nicht nehmen lassen.
Nach einer Stunde etwa erreicht man schon die Ochsenburger Hütte (Naturfreunde, 594 m), ein gemütliches Refugium für das Mischvolk, das sich hier einfindet: Drahtesel-Reiter, Kinder, Senioren - alles, was Beine und Räder hat, strebt dieser Labestation zu.

Wir verlassen die Hütte wieder in Richtung Stockerhütte, schlendern weiter über flache und helle Wiesenplateaus - die Sonne kann hier nach Herzens Lust ihres Amtes walten: nämlich uns die Wintertristess aus dem Gemüt zu brennen. Die nächste Sage, nämlich die von der "Bekehrung des Jägers" wartet bei einer kleinen Kapelle. Von der Geschichte selbst soll hier nichts verraten werden - am besten selbst lesen und sich überraschen lassen!
Bei einer Wegkreuzung Richtung Haberegg bzw. Kukubauerwiese weiter. Das Angenehme an diesem Weg: Er steilt sich nie anstrengend auf; wenn bergauf, dann sehr schonend und familienfreundlich. "Die Kartenspieler am Geißriegel" titelt der nächste Sagenstein. Abwechselnd durch Wald und Wiesen, zwischen Feldern und durch vereinzelte Gehöfte zum Haberegg, wo man sich nicht verhauen sollte: Nicht weiter in Richtung Kukubauerwiese, sondern gen Stockerhütte bzw. Stadelböck.

Ab hier dominiert bäuerliche Kulturlandschaft, geht es doch über Weiden, Felder und an mehreren Höfen vorbei. Auf der Katzelhofer Höhe hat man schließlich die Wahl: Entweder weiter zur Steinwandleiten und zur Stockerhütte, um von dort rot markiert und über steile Wiesenwege und das Gehöft Stadelböck (Parkplatz) wieder zum Ausgangspunkt zu gelangen (Gesamtgehzeit: 5 ½ bis 6 Stunden) oder aber von der Katzelhofer Höhe gleich hinab (rot markiert) und über den Stauberlechner ins Kreisbachtal und zum Gefährt zurück (3 ½ bis 4 Stunden). Geschmack- und Konditionssache. Der Umweg über die Stockerhütte wird allerdings mit interessanten Tief- und Weitblicken, moosbedeckten Sandsteinaufschüssen und einer Einkehr in die Hütte entlohnt.


Schwierigkeiten:
Keine
Höhenmeter: Etwa 400 in Auf- und Abstieg
Gesamtgehzeit: ca. 3½ - 4 Stunden
Beste Jahreszeit: Frühling, Sommer
Kinder: Die Länge der Tour sollte dem Alter der Kinder angepasst werden. Die hier vorgestellte Kurzversion des Wilhelmsburger Rundwanderweges (also ohne Umweg zur Stockerhütte) ist Kindern ab 12 durchaus zuzutrauen, da jedwede Steigung oder Schwierigkeit fehlt und überdies mit Sagensteinen, Waldlehrpfad und Hütte für genug Unterhaltung und "Action" gesorgt ist.
Hund und Katz': Gut geeignet
Ausrüstung: Pack-Checkliste >>>
Einkehrmöglichkeiten:

Ochsenbauer Hütte
Stockerhütte

Karte: Freytag & berndt "Wanderatlas Wienerwald"
Internet:

Wilhelmsburg