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Mountainbiken rund um Wien

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Höhlen, Warten, Föhrenwälder

Pfaffstättner Kogel, Einödhöhlen, Anninger

Pfaffstättner Kogel, Einödhöhlen, Anninger
Jänner 2007

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

Eine Wanderung auf den Pfaffstättner Kogel, einen Ausläufer des Anningers in der Region Baden bei Wien, bietet Familien mit Kleinkindern etliche spannendes Abenteuer: dichte Föhrenwälder, Waldtiere, seltene Pflanzen, eine Aussichtswarte und die Einödhöhlen. Eine rundum actionreiche Unternehmung fürs Wochenende!

Zudem sei hier eine Tagestour von den Einödhöhlen, über den Paffstättner Kogel bis zum Anninger vorgestellt - der Rückweg durch die Weinfelder über Gumpoldskirchen setzt dieser Wanderung die Krone auf.


Tour für Familien mit Kindern

Einöde - Hölle - Pfaffstättner Kogel (541 m, Rudolf Proksch-Hütte, Klesheimwarte) - Kleines Kiental - Einödhöhlen - (Großes Kiental) - Einöde

HU ca. 261 m, GZ 1 ½ Stunden, Kinder: ab 5

 

Wegschild

Blick von der Klesheimwarte am Pfaffstättner Kogel
Blick von der Klesheimwarte am Pfaffstättner Kogel

Ausgangspunkt für die Wanderung auf Pfaffstättner Kogel oder "Tschapperl-Anninger", wie er von Insidern gerne genannt wird, ist der Einöde- bzw. Parkplatz der Rudolf Proksch-Hütte auf der Straße von Pfaffstätten nach Gaaden. Von hier bis zur ersten Gabelung, wo wir uns rechts und blau markiert durch die sog. "Hölle" etwas steiler, dann flacher durch Föhrenwald bergan begeben. Im Laufe der Wanderung trifft man auf zwei weitere Kreuzungen, wo man sich stets an die blaue Markierung und die Hinweisschilder "Pfaffstättner Kogel" hält. Nach etwa 35 bis 40 Minuten am Gipfel des "Tschapperl-Anningers" und bei der ganzjährig bewirtschafteten Rudolf Proksch-Hütte. Noch sind wir allerdings nicht ganz am Gipfel, da geht’s ja noch weiter hinauf, nämlich über die Gittertreppen auf die Plattform der 9 m hohen Klesheimwarte mit ihrem wunderbaren Ausblick über die östlichen Ausläufer des Wienerwaldes sowie über nahezu das gesamte Wiener Becken bis weit hinein ins Burgenland. Dann aber eingekehrt in die gemütliche AV-Hütte, ordentlich gemampft und gleich hinter der Hütte steil bergab durch das zauberhafte Kleine Kiental (Hinweistafel an der Hauswand der Hütte). Nach 20 Minuten lenkt eine Abzweigung nach rechts zum absoluten Über-Drüber-Knaller dieser Tour, der Einöd- und Elfenhöhle (30 Min., Infotafeln, Bank + Tisch, Infos siehe unten). Wonderful World für Abenteurer jedes Alters! Für Kinder geschaffene Kletterfelsen, geheimnisvolle Nischen, Grotten und jede Menge Staub und Dreck - welch Paradies! Stundenlang darf auch Opa wieder Kind sein, sich verstecken, Indianer und Gespenst spielen, suchen, finden, kraxeln, sich im Dreck wälzen. Taschenlampen nicht vergessen, wenn man ins Innere der Grotten vordringen will!
Das letzte Wegstück führt entweder zurück zur Abzweigung und in wenigen Minuten über einen Spiel- und Rastplatz zum Ausgangspunkt. Oder aber an den Höhlen vorbei weiter durchs Große Kiental bis zu einem Bauernhof mit frei laufenden Geflügel und durch Einöd zum Parkplatz (10 Min.).

In der Einödhöhle
Abenteuerland Einödhöhle

Rundtour

Einöde (280 m) - Großes Kiental - Rudolf Proksch-Hütte (541 m) – Drei EichenAnninger (675 m, Wilhelmswarte) – Anninger Schutzhaus (653 m, Jubiläumswarte) – KalenderwegRotes KreuzWaldandachtEinöde

HU ca. 400 m, GZ 3 ½ Stunden

Blick von der Jubiläumswarte
Blick von der Jubiläumswarte

Das Rote Kreuz
Kreuz am Wegrand

Entweder wie oben beschrieben durch die "Hölle", das Kleine oder das Große Kiental (am Einöde-Ortsende bei einem Heurigen rechts durch einen Bauernhof und Weg 404 rot, dann grün markiert durch Laubwald bergan; rechts in 10 Minuten zu den Höhlen) auf den Pfaffstättner Kogel mit der Rudolf Proksch-Hütte (30 Min.).
Von dort Weg 448 leicht bergab bis zu einer größeren Wegkreuzung, wo wir stets geradeaus Richtung Anninger weiter gehen. Nächster markanter Wegpunkt die "Drei Eichen" (30 Min.). Von hier in etwa 15 Minuten zur Wilhelmswarte am echten Anninger. Durch eine knarrende Holztür wird ein Verlies betreten, aus dem eine uralte, schmiedeeiserne Wendeltreppe durch stockfinstres Gemäuer hochführt, nur zwei bullaugenartige Gucklöcher gewähren einen Blick in die Freiheit, von der Plattform natürlich toller Rundumblick über die Wienerwald-Berge bis Schneeberg und Rax.
Flugs dann auch schon über den rot markierten Weg beim Anninger Schutzhaus mit der Jubiläumswarte am Eschenkogel und dem ebenfalls nicht weniger traumhaften Ausblick auf Wien, den Wienerwald, die Hainburger Berge bis zum Wechsel, Schneeberg und Ötscher.
Von der Hütte über den grün markierten Kalenderweg durch Wald hinab, dann kurz bergauf, ehe nach 30 Minuten die ersten Weinfelder über Gumpoldskirchen erreicht werden. Nun durch Weinland eben auf Weg 40 dahin, bald auch über einen Steinbruch hinweg bis zum Roten Kreuz. Hin und wieder öffnet sich ein hübscher Blick auf die Weinstadt Gumpoldskirchen, lauschige und mit Sitzgelegenheit ausgestattete Rastplätze wechseln mit Waldpassagen und Weinfeldern. Die Raststation Waldandacht (Bankerl, Marterl) lädt zum Innehalten vor dem Finale der Tour ein. Von hier aus immer dem Wegweiser "Einöde" nach teils über ausgebaute Güterwege, teils durch Wald wie den schon bekannten Föhrenwald bis zum Einöde-Parkplatz.

Einöd- und Elfenhöhle

Bei der Einöd- und Elfenhöhle in ca. 370 Meter Seehöhe im Einödkogel bei Pfaffstätten handelt es sich um im Mittelalter der Erdgeschichte (obere Trias) entstandene Brandungshöhlen, die am 22. April 1925 erschlossen und eröffnet wurden.
Zwei Eingänge führen in das Höhleninnere der Einödhöhle. Durch den westlichen Eingang gelangt man in die erste Halle, aus der gegen Südwesten das "Fenster" zu Tage führt. An der "Zerfressenen Wand" vorbei erreicht man den so genannten "Thronsaal" und die "Trümmerhalle", in der abenteuerlich geformte Gebilde zu stehen sind. Am "Riesen Einöder" vorbei kommt man schließlich in den "Fledermausgang" und durch diesen zurück zum östlichen Eingang. Die Einödhöhle ist die größte erhaltene jungtertiäre Brandungshöhle am Westrand des Wiener Beckens.
Vom Eingang der daneben liegenden Elfenhöhle gelangt man an einem mächtigen Versturzblock, der "Schneespitze", vorbei über einige Stufen absteigend zur "Kulissenwand", an deren Fuße ein eigenartiger Hohlraum mit mehreren Öffnungen liegt, "Schneewittchens Grab". An der gegenüberliegenden Seite zieht sich entlang einer Spalte nischenförmig bergeinwärts die "Kapelle", die durch einen mächtigen Pfeiler gestützt wird.

Klesheimwarte

Der Aussichtsturm wurde 1914 erbaut und wurde nach dem Dichter und Schriftsteller Anton Freiherr von Klesheim benannt (Neben einer Unzahl von Gedichten und Theaterstücken sind heute noch die Volkslieder "Mailüfterl" und "Das ist mein Österreich, das ist mein Vaterland" bekannt). 1925 wurde auf Ansuchen des Gebirgsvereines die Bewilligung zur Errichtung eines "Unterkunftshauses" am Pfaffstättner Kogel erteilt. Im Jahre 1930 wurde das gemauerte Schutzhaus fertiggestellt und ist seither als Jausenstation ganzjährig bewirtschaftet. Sie wurde nach dem langjährigen Leitungsmitglied des Österr. Gebirgsvereines der Ortsgruppe Baden, Rudolf Proksch, benannt.

Anninger

Das Gipfel"massiv" des Anningers setzt sich aus vier Höhen zusammen: der Anninger (Wilhelmswarte) - auch Hochanninger genannt - ist mit 675 m der höchste davon. Weiters der Buchkogel und der Vierhochkogel mit seiner Richtfunkstation. Schließlich der Eschenkogel mit der Jubiläumswarte.

Jubiläumswarte

Die 25 m hohe Eisenwarte auf dem Eschenkogel (653 m) wurde 1898 anlässlich des 50-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Josef I. als "Kaiser-Jubiläums-Warte" erbaut. Ursprünglich fand sich auf dem Fundamentsockel der Warte auch eine Unterkunftshütte, die allerdings nicht mehr existiert. Die Warte ist ganzjährig frei zugänglich.

Wilhelmswarte

Die Warte wurde 1878 vom "Verein der Naturfreunde Mödling" aus Holz gebaut. An deren Stelle trat 1887 ein steinerner Aussichtsturm, die nach dem Gönner des Vereins Erzherzog Wilhelm (21.4.1827 - 29.7.1894) benannte Wilhelmswarte. Die Warte ist ganzjährig frei zugänglich.

Schwierigkeiten:
Keine
Höhenmeter: Etwa 400 in Auf- und Abstieg
Gesamtgehzeit: ca. 3 ½ Stunden
Beste Jahreszeit: Selbst im tiefsten Winter möglich
Kinder: Ab 8 (Höhlen, Warten, zwei sehr gemütliche Schutzhäuser, keine anstrengenden Steilwege)
Hund und Katz': Gut geeignet
Ausrüstung: Pack-Checkliste, Taschenlampen nicht vergessen!
Einkehrmöglichkeiten:

Rudolf Proksch-Hütte (ganzjährig geöffnet)
Anninger Schutzhaus (ganzjährig geöffnet)

Karte: Freytag & berndt "Wanderatlas Wienerwald", Blatt 19
Internet:

www.anningerhaus.at