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Mountainbiken rund um Wien

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Rund um Wien 10, Etappe 3
Hadersdorf – Liesing

Etappe 4

Rund um Wien 10, Etappe 3, Wien, April 2011; Text/Bilder: © Thomas Rambauske

Rund um Wien 10 – Etappe 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6

Die wohl längste Mauer Wiens, nämlich die des Lainzer Tiergartens, ist das bestimmende Element der 3. Etappe. Doch wer dabei an steinerne Hässlichkeit, Eintönigkeit und ausgesperrte Natur denkt, irrt. Der Weg wartet mit etlichen Überraschungen auf: einem Ausflug ins Weltall etwa oder einer Sexorgie ...

Der Weg

Wir entsteigen der S-Bahn in Hadersdorf-Weidlingau. Auf der Mühlbergstraße verlassen wir schnell diesen typischen, aber verkehrsreichen Vorort Wiens und steuern die schön und ruhig gelegene Mooswiese an. Hier treffen wir auch erstmals auf DIE MAUER, der wir nun etwa 2 Stunden lang folgen werden. Der Weg überquert nun erblühende Wiesen, durchdringt vogelzwitschernde Wälder und übersteigt hin und wieder kleine Rinnsale, die durch Maueröffnungen in den Tiergarten verschwinden. Was uns an fulminanten Makro-Ausblicken fehlt, gleicht der uns umgebende Mikrokosmos aus. Und der hat es in sich! Ob es das mechanisch anmutende Hämmern eines Spechtes ist oder die Wiederauferstehung der Wiesenflora oder aber das Gequacke einer sexgeilen Krötenpopulation. Ja, in manchen Teichen werden fröhliche Urständ' gefeiert, da hocken sie zu zweit, zu dritt, ja sogar zu viert übereinander, da wird besprungen und gerungen, da wird gebalzt und gewalzt, was das Zeug und das Weibchen hält. Also auch bei den Kröten Frühlingsgefühle!

Frösche

Die Naturidylle des Lainzer Tiergartens setzt sich also nahtlos auch außerhalb fort, weswegen man beim Marsch entlang der Mauer doch ordentliche Naturportionen zu futtern bekommt. Wem trotzdem langweilig wird, nimmt das GPS-Gerät mit und fahndet nach der am Weg liegenden Schätzen der Wildsau Serie
Der Weg selbst lässt sich Zeit, quält sich nie mit steilen Ansteigen und schlängelt sich brav bis zum Dachsgeschleif hoch. Hier am höchsten Punkt der Tour entfernen wir uns kurz von der Mauer, um sie beim Laaber Tor wieder zu berühren. Hier betreten wir andere Sphären, nämlich die des Weltalls, führt doch von nun an der "Planetenwanderweg" durch ein maßstabgetreues Sonnensystem und visualisiert im Verhältnis eins zu einer Milliarde Sonne und Planeten sowie deren Abstände zueinander. Insgesamt spaziert man sechs Kilometer von der Sonne bis an den Rand des Sonnensystems. Für Geocacher interessant die Traditional-Serie Auf dem Weg zu den Sternen ... Interessant, interessant! (Genaueres zum Planetenwanderweg siehe im "Lexikon"). Der Weg durchs Weltall dauert bis zum Gütenbachtor, wo wir die Mauer verlassen und auf einer Straße dahinwandern. Dann heißt es aufpassen, dass man nicht dem Stadtwanderweg 6 nach links folgt, sondern nach rechts auf die alm- und traumhafte Eichwiese abzweigen. Herrlich! Nur Himmel und Almgefühl – man will es nicht für möglich halten, dass man sich am Stadtrand einer Europa-Metropole befindet. Hier eröffnet sich dann ein realer Blick ins Universum!

Eichwiese

Im Breitenfurt wird die Breitenfurter Straße übersetzt und auf der anderen Seite zur Wiener Hütte aufgestiegen. Verdiente Rast nach fast 5 Stunden Gehzeit! Von hier geht's dem "6er" nach durch den schönen Leopoldsdorfer Wald, wo man zu Frühlingszeiten keine Bank und keinen Tisch unbesetzt vorfinden wird, Sonnenanbeter, Kartenspieler, Leseratten – sie alle treibt es aus den Winterlöchern auf die Lichtplätze des Grünen Gürtels.

Kartenspieler

Idyllisch führt der Weg durch Buchenwald, in dem sich alle Farben des Frühlings versammeln, die Blätter fast neongrün leuchten, wenn vormittags die Sonne durch die Äste sticht. Kurz vor der Stadtgrenze ein letzter natur- und alpinhistorischer Höhepunkt: die "Mizzi Langer Wand" am Zugberg. Die historische und noch heute noch bei Kletterern beliebte Trainingswand (siehe Info-Kasten unten) sollte man nicht auslassen, zumal sich von deren Gipfel ein hübscher Ausblick über den Westen Wiens ergibt. Vorsicht, wenn Kinder dabei sind, die Wand fällt senkrecht ab! Der Zieleinlauf der 3. Etappe folgt der Liesing (Ambrosweg), dem bestimmenden Landschafts-Element der 4. Etappe. Zieleinlauf nach 6,5 Stunden am Liesinger Platz mit S- und U-Bahn.

Weitere Bilder

Wald Blumen Eichwiese Sonnenanbeter Wiener Hütte
Vergrößern durch Klick auf Bilder

Lexikon: Hadersdorf-Weidlingau

Im Gebiet von Hadersdorf-Weidlingau wurden zahlreiche Funde aus der Römerzeit gemacht, was auf eine Besiedelung beziehungsweise auf eine Römerstraße (Richtung Tulln?) schließen lässt. Zur Zeit der Völkerwanderung gab es in Hadersdorf auf dem Buchberg eine kleine Awarensiedlung. Noch heute kann man einen erodierten Wall um den Berg herum erkennen. Während des Baus des Wasserbehälters in der Buchbergstraße in den 1970er Jahren wurden Funde von dieser Siedlung gemacht.
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Der Lainzer Tiergarten

Der Lainzer Tiergarten ist ein öffentlich zugängliches Naturschutzgebiet in Wien, das von der Magistratsabteilung 49 - Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien verwaltet und betreut wird. Er ist ein Tiergarten im Sinne eines weitläufigen Waldgebietes mit reichem, innerhalb des Gartens frei lebendem Wildbestand. Als dieses Schutzgebiet ist es auch Bestandteil des Biosphärenparks Wienerwald.
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BlumenMarkierung
Es sprießen Blumen, Tiere und Markierungen

Der arme Schlucker

Legendär auch die Mauer des Tiergartens und dessen Erbauer namens Philipp Schlucker. Er hatte 1782 von Kaiser Joseph II. den Auftrag erhalten, die 24 Kilometer lange Mauer des Lainzer Tiergartens zu errichten. Leider hat er sich bei seinem Kostenvoranschlag gewaltig verschätzt. Trotzdem musste er die mehrere Jahre dauernde Arbeit fertig bringen. Fortan nannten ihn die Wiener "den armen Schlucker". Diese Redewendung hat sich bis heute als Bezeichnung für einen armen Tropf erhalten.

Planetenwanderweg um den Lainzer Tiergarten

Am sechs Kilometer langen Planetenwanderweg durchwandert man ein maßstabgetreues Sonnensystem. Zudem erfährt man auf dem entlang der Lainzer Tiergartenmauer führenden Weg Interessantes und Wissenswertes über unser Sonnensystem. Der Weg beginnt am Ende der Wittgensteinstraße im 13./23. Bezirk und ist als Ergänzung zum nahen FreiluftplanetarPlanetenwanderwegium Sterngarten Georgenberg gedacht.
Die Tour durchs Weltall dauert rund 1,5 Stunden. Maßstabsgetreu im Verhältnis eins zu einer Milliarde sind entlang des Weges Sonne und Planeten sowie deren Abstände zueinander visualisiert worden. Auch die Größe der Darstellungen von Sonne und Planeten wurde entsprechend dargestellt.
Während Eltern und Kinder die Sonne am Planetenwanderweg in Wien als Scheibe mit 1,4 Metern Durchmesser vorfinden, ist die Erde gerade mal in Haselnussgröße zu sehen.
Interessante Informationen erfahren die Wanderer auf Schautafeln entlang des Weges und sehen imposante Bilder von der Sonne und den Planeten. Informationsblätter liegen am Weganfang in der Wittgensteinstraße, in der Wegmitte beim Gütenbachtor und am Wegende zur freien Entnahme auf. Der Planetenwanderweg endet beim Laaber Tor.
Anfahrt: mit der Straßenbahnlinie 60 (Haltestelle Franz-Asenbauer-Gasse) oder mit dem Bus 156B bzw. 56B (Haltestelle Nästlbergergasse). Parkmöglichkeiten gibt es beim Schranken am Ende der Wittgensteinstraße.
Rückfahrt: Ein kurzer Weg führt vom Laaber Tor nach Laab im Walde (Busverbindung zu den Wiener Linien).

Mizzi Langer Wand

"Mizzi Langer WandMizzi" Maria LANGER-KAUBA (* 12.9.1872 in Wien, † 5.11.1955) besaß ein bereits 1896 gegründetes Sporthaus, das somit das älteste Sportartikelgeschäft in Wien war. Um Mizzi Langer bildete sich im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts eine Gruppe kletterbegeisterter Bergsteiger, die sich bald als "Langer-Platte" bezeichneten und im ehemaligen Rodauner Steinbruch Kletterübungen unter manchmal wettkampfähnlichen Bedingungen abhielten. Die Felswand des Steinbruchs wurde schon bald "Mizzi-Langer-Wand" genannt und dient heute noch als Klettergarten. Langer selbst verfügte nicht nur über ausgezeichnete Kletterkenntnisse, sie tat sich auch im Skisport hervor und war bei dem von Matthias Zdarsky am 19. 3. 1905 auf dem Muckenkogel bei Lilienfeld (NÖ) veranstalteten ersten Skirennen der Welt die einzige weibliche Teilnehmerin.

Ausgangspunkt:
Größere Kartenansicht
Route:
Hadersdorf-Weidlingau – Mühlbergstraße – Rund um den Lainzer Tiergarten – Laaber Tor – Gütenbachtor – Eichwiese  – Breitenfurt – Breitenfurter Straße – Wiener Hütte – Leopoldsdorfer Wald – "Mizzi Langer Wand" (Zugberg) –Ambrosweg – Liesinger Platz
Gesamthöhenmeter:
Pfeil up Pfeil ca. 350
Gesamtkilometer:
22
Gesamtgehzeit (in Stunden):
ca. 6–7
Schwierigkeiten:
Keine
Eignung für Kinder:
Ob der Länge weniger gut geeignet
Eignung für Hund & Katz':
Für gehfreudige Hunde gut geeignet
Ausrüstung:
Einkehrmöglichkeiten:
Wirtshäuser in Laab und Breitenfurt sowie die Wiener Hütte
Karte:
Wien Stadtplan von Kosmos oder freytag & berndt
Geocaches:
Hilfreiche Links:

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