Den
Schwarzbergpark, eine der beliebtesten Grünoasen Wiens, und das
Hameau, eine idyllische Lichtung über dem Park, verbindet die dritte
Etappe des rundumadum-Wanderweges. Spielwiesen, Teiche, wo Jungwanderer
viele Tiere beobachten können, machen diese Etappe auch angesichts
ihrer Kürze zu einem echten Familien-Ausflugsknüller fürs
Wochenende.
Anfahrt
& Aufstieg
Häuserl
am Roan (454 m) – Hameau (462 m) – Schwarzenbergpark
– Neuwaldegg
HU
ca. 50 m, GZ 2-2 ½ Stunden
Sonnenuntergang
am Hameau
Ententeich
im Schwarzenbergpark
Vom
Gashof Häuserl am Roan (erreichbar mit dem Bus 43B) der Höhenstraße
entlang leicht bergab über den Punkt "Zwei Gehängte"
(447 m; wer die Bedeutung dieses gruseligen Namen kennt, bitte
sich an mich zu wenden!), bis sich Weg etwas im Wald verirrt. Nun
ständig auf und ab durch typischen Wienerwald mit etlichen Ausblickspunkten
um den Gränberg herum zur Lichtung des Hameaus hinauf.
Ein Unterstand bietet Schutz bei eventuellen Witterungsunbilden, die hochwachsenden
Bäume ringsum verhindern allerdings die Aussicht. An diesem Unterstand
vorbei bergab und über die Grünbergwiese ins quirrlige
Ausflugsleben des Schwarzenbergparks – Spaziergänger, Grillgruppen,
Drachensteiger, In-der-Wiese-Seelenbaumler, Radfahrer, Jogger – dass es
sich beim Schwarzenbergpark um einen der beliebtesten Ausflugsziele der
Wiener handelt, merkt man sofort. Nach einem idyllisch gelegenen Ententeich
auf dem breiten Asphaltweg der Schwarzenbergallee an weiteren, etwas verborgener
liegenden Teichen, am Denkmal für Ares Ludovisi und einer Imbissstube
vorbei, dann unter der Neuwaldegger Straße hindurch bis zum Sportplatz
Marswiese in Neuwaldegg (17. Wiener Gemeindebezirk). Promeniert man durch
die Schwarzenbergallee, passiert man noch zwei Obelisken, in die die geheimnisvollen
Initialen "KYSELAK" eingraviert sind (Erklärung siehe unten)
und das ehemalige Schloss Neuwaldegg (heute ein Bildungshaus),
ehe man zur Endstation der Straßenbahnlinie 43 und der dritten Etappe
des rundumadum-Wanderweges gelangt.
Auch
sie fühlen sich wohl - Enten in ihrem Element
Hameau
Das
Hameau wurde auch "Holländerdörfl" genannt und bestand
ursprünglich aus 17 kleinen Hütten mit Strohdach und rindenbedeckten
Wänden. Vor jeder Hütte war nach typisch holländischer
Art ein Baum geplanzt. Die Anlage wurde 1782 von Graf von Lacy zu Jagdzwecken
errichtet. Franz Moritz Graf von Lacy war Generalstabschef der österreichischen
Armee und entwarf im Siebenjährigen Krieg Schlachtpläne.
Schwarzenbergpark
Zwischen
1768 und 1791 ließ Feldmarschall Franz Moritz Graf Lacy den heutigen
Schwarzenbergpark zu einem englischen Garten ausbauen, von dem es hieß,
er sei der größte und schönste Naturgarten Österreichs.
Teiche mit exotischen Wasservögeln, künstliche Wasserfälle,
chinesische Brücken, ein Lusthaus und viele Statuen schmückten
einst den "Naturgarten", von dem heute allerdings nicht mehr
viel übrig ist. Der Schwarzenbergpark wurde so zum ersten Landschaftsgarten
Österreichs. 1958 kaufte die Gemeinde Wien den Schwarzenbergpark
als Naherholungsgebiet und stellte das ursprüngliche Erscheinungsbild
wieder her.
Im Park befinden sich auch zwei Obelisken, auf denen der Name "KYSELAK"
eingraviert ist. Josef Kyselak (1795 - 1831) machte in seiner Freizeit
zahlreiche ausgedehnte Wanderungen durch den Wienerwald. Mit einem Topf
schwarzer Ölfarbe ausgerüstet, hinterließ er auf vielen
Ruinen, Felsplatten und Brückenpfeilern seine berühmten Buchstaben
"KYSELAK".
Neuwaldegg
Der
Name stammt von Schloss "Waldeckh", das schon 1309 urkundlich
erwähnt wurde. 1683 wurde es von den Türken zerstört.
Nach dem Ende der Ersten Wiener Türkenbelagerung erwarb der Kaiserliche
Rat Stefan Agler eine Hof- und Teuchstatt mit angrenzendem öden
Gartengrund in einem Gebiet, das zuvor Ober-Dornbach, Ober-Aigen oder
Oberes Gut genannt worden war. Agler selbst gab seinem Besitz den Namen
Neuwaldegger Hof, weswegen er 1539 den Titel "Edler zu Paumgarten
und Neuwaldegg" erhielt. Das Gut Aglers wurde immer mehr erweitert,
bis an seiner Stelle ein prächtiges Schloss entstand, das Schloss
Neuwaldegg. 200 Jahre später wurde der Besitz von Feldmarschall
Franz Moritz Graf von Lacy, einem Freund Joseph des II., erworben, der
einen englischen Landschaftsgarten anlegen ließ, an dessen höchstem
Punkt er 17 Schilfrohrhütten errichten ließ. Die prächtig
ausgestatteten Hütten, in denen allerlei Lustbarkeiten stattfanden,
wurden mit gedeckten Gängen verbunden und in der Folge Hameau (Dörfchen)
genannt. Sein Besitz ging auf die Familie Schwarzenberg über, der
ehemalige Neuwaldegger Park bekam dadurch den Namen Schwarzenbergpark.
Der Park und Schloss in Neuwaldegg verfielen über die Jahre. 1951
erwarb schließlich die Erzdiözese Wien das Schloss und ließ
es vollständig renovieren, seit 1975 dient es als Bildungshaus.
Schwierigkeiten:
Keine
Höhenmeter:
Etwa
50 in Auf- und Abstieg
Gesamtgehzeit:
ca.
2 - 2,5 Stunden
Beste
Jahreszeit:
Jederzeit
möglich.
Kinder:
Eine
absolut empfehlenswerte Tour für Familien mit Kindern. Vor allem
die Teiche im Schwarzenbergpark bieten entdeckungslustigen Kids ein weites
Feld. Auf den Wiesen lässt sich zudem vortrefflich picknicken und
Ball spielen.