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Mountainbiken rund um Wien

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Die Nr. 1 und 2 des Wienerwalds

Schöpfl - Gföhlberg

Mai 2005

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

Der Schöpfl, höchste Erhebung des Wienerwalds, bietet sich hervorragend als Einsteiger-, Familien- und Wochenendtour an. Die Wanderung über die Kämme der Nummer 1 des Wienerwaldes, des Schöpfls, und seines Vizes Gföhlberg entpuppt sich als Wanderschmankerl vom Feinsten. Dazu die seelenbaumlerischen Feld- und Wiesenwege, derentwegen dieser Teil des Wienerwalds nicht umsonst als "Wiesenwienerwald" bezeichnet wird, und das gemütliche Ambiente der Talorte und Bergrasten - was will man mehr!


Route

Laaben (347 m) - Gratzberg - Heinrich Gith-Steig - Schöpfl Schutzhütte - Franz Eduard Matras-Warte (893 m) - Wildenauerrast - Steinerne Bank - Wittenbach Berg (846 m) - Markstein (766 m) - Klammhöhe (618 m) - Gföhlberg (Gföhlberghütte, 885 m) - Stollberg - Schwarzes Kreuz - Rotes Kreuz - Burhof (541 m) - Laaben

HU ca. 900 m / GZ 7 Stunden

 

Viel zu sehen auf der Matraswarte
Viel zu sehen gibt es auf der Matraswarte

 

 

 

 

Kurz vor der Gföhlberghütte steigen selbst Radler vom Sattel ...
Kurz vor der Gföhlberghütte steigen selbst Radler vom Sattel ...

 

Die neue Gföhlberghütte
Die neue Gföhlberghütte

 

Stollberg - Schwarzes Kreuz
Stollberg - Schwarzes Kreuz

Startpunkt ist der Gasthof "Zur Linde" (Parkplatz, gemütliche Einkehr nach der Tour!) in Laaben zwischen Wöllersdorf-Klamm und Altlengbach, wo auch der Weg 404 Richtung Gratzerhof-Schöpfl beginnt. Rot markiert über sonnenüberflutete freie Feld- und Wiesenflächen. Ringsum das sanft gewellte Alpenvorland, nahe schon die Erhebung des Schöpfls. Beim Anwesen Gratzerhof auf eine Zufahrtsstraße, diese nach 10 Minuten links verlassend in sanft geneigtes Feld-Wald-Gelände. Bei der kleinen Hagentaler Hütte wieder ein Stück Straße, an einer - Burschen aufgepasst! - Schweinefarm vorbei und weiter zum - Mädls aufgepasst! - Island Pferde-Zentrum Forsthof. Um die Weide mit massenhaft Ponys herum, bis die Kulturlandzone in die typische Wienerwaldzone übergeht. Der schattige Heinrich Gith-Steig führt nun in bequemen Serpentinen am Bergrücken des Schöpfls hoch. Kurz vor Ende des Steigs ein Brunnen mit gutem Trinkwasser. Sobald man aus dem Wald tritt, rückt rechts auch schon die Schöpfl Hütte in den Blickpunkt. Dahinter das Gipfelkreuz und die Eduard Matras-Warte, der höchste Punkt des Wienerwalds (2 St.). Von ihrer Aussichtsplattform natürlich ein toller Blick ins Laabental, auf Wein- und Waldviertel, zu den Leiser Bergen, dem Peilstein, Leithagebirge, den Gutensteiner und Türnitzer Alpen, Schneeberg, Rax, Ötscher, ja an klaren Tagen lugen sogar Hochschwab und Totes Gebirge herüber.

Weiter aber über den Schöpfl-Kamm - eine Höhenwanderung vom Feinsten! Zuerst die Bergsteigerrast "Dr. Alois Wildenauer", die 1951 zu Ehren des Domprälaten errichtet wurde (Infos siehe unten). Traumhaft sonnig-hell-weitsichtig-unanstrengend teils über freie Lichtungen, teils durch lockeren Laub- und Nadelwald, aber immer fast eben dahin über den Wittenbach Berg bis zum Markstein. Über einen Hohlweg Richtung Bruckhof, in der sog. Freilandleithen an der Abzweigung gen "Türkenstein" vorbei und über die baumfreie Stützreith zum Bruckhof. Zuletzt auf einer wenig befahrenen Landstraße zur Klammhöhe (1,5 Stunden, Gasthaus Lintner, 618 m). Am Gasthaus vorbei blau markiert und waldig der neuen Gföhlberghütte entgegen. Bei einer Weggabelung links halten! Kurz vor der Hütte ein traumhaftes Rastplatzl mit Aussicht auf Schneeberg, Rax, Ötscher & Co. Diese Aussicht sollte man genießen, denn die neue, erst 2003 errichtete Gföhlberghütte (40 Min.) selbst liegt tief im Wald vergraben. Sie wird man am Wochenende meist reich bevölkert vorfinden, Radfahrer (das Gebiet ist unter Mountainbikern sehr beliebt), Wanderer und Tagesausflügler geben sich hier ein munteres Stelldichein. Vorbildlich, dass man hier ein Öko-Schutzhaus errichtete, wie es im Büchl steht. Geheizt wird mit Holz, eine Fotovoltaik sorgt umweltfreundlich für die elektrische Energie.

Weiter aber rot markiert zuerst nordwestlich über den ebenfalls zugewachsenen Gföhlberg (885 m, Gipfelsteinmann) zum breiten Gföhlsattel mit Blick ins Gölsental, zum Schneeberg und Ötscher. Hier links und rot (404) markiert zum Sonnleitner, dort auf dem rechts abzweigenden Güterweg an einer Kapelle vorbei zum Gern-Sattel und der Stollbergstraße. Nun links ein kurzes Straßenstück beim Schloss Stollberg vorbei, schließlich rechts auf einen grün markierten Feldweg Richtung "Burhof - Eck - Laaben" (auf der Straße weiter bergab käme man zum Kreuzwirt, dort Wegweiser Richtung "Laaben - Rotes Kreuz" zur grünen Markierung, ca. 1 ½ Std.). Nun das schöne Finale der Tour: Über sonnenüberflutete Felder, Waldränder, rechter Hand begleitet vom Schöpfl und seinem Vize Gföhlberg, geht es locker und beschaulich am Schwarzen und Roten Kreuz vorbei. Über Ackerwege und vorbei an mehreren direkt auf dem Bergrücken stehenden Höfen vorbei ins Laabental hinunter. Der Weg landet direkt beim Gasthaus "Zur Linde" (2,5 Stunden), unserem Ausgangspunkt.

Radleridylle am Stollberg
Radleridylle am Stollberg

Eduard Matras

Die Matras-Warte am höchsten Punkt des Schöpfls, die 1897 von der ÖTK-Sektion Wienerwald erbaut und 1898 eröffnet wurde, erinnert an Eduard Matras, am 19.8.1862 in Wien geboren und ebenda am 21.1.1945 gestorben. Er war lange Zeit Präsident des Österreichischen Touristenklubs. Bedeutung erlangte er durch seinen Einsatz für das Schutzhaus auf dem Hochkönig, das 1898 eröffnet wurde und heute seinen Namen trägt: Matras-Schutzhaus. Weiters erinnert der Matras-Steig am Kieneck an ihn.

Alois Wildenauer

Auf dem Weg über den Schöpfl-Kamm kommt man auch an der Wildenauerrast vorbei, die jenem Mann gewidmet ist, der sich der Erschließung der Hohen Wand bei Wien widmete. Wildenauer (29.4.1877 bis 24.7.1967) war 1911-1921 Pfarrer in Grünbach am Schneeberg. Im Felsen des Klettergebiets Hohe Wand konnte er mehr als hundert verschiedene Anstiege erstbegehen; eine kühne, gesicherte Steiganlage trägt heute noch seinen Namen. 1946 berief man ihn als Probst nach St. Stephan von Wien.

Schwierigkeiten:
Keine. Stellenweise sind die Wegmarkierungen etwas verwirrend.
Höhenmeter: Etwa 900 im Auf- und Abstieg
Gesamtgehzeit: ca. 7 Stunden
Beste Jahreszeit: Frühsommer, wenn es noch nicht allzu heiß ist, bzw. Herbst
Kinder: Die hier vorgestellte Tour ist natürlich für Bergzwerge zu lang. In kürzen Varianten, z.B. von Laaben auf den Schöpfl, von Klammhöhe zur Gföhlberghütte oder von Laaben über den Burhof zum Kreuzwirt und Ghf. Luft, wird der Schöpfl sicher auch für Kinder interessant. Gehöfte mit Pferden, Schweinen, Hunden, aber auch die Matraswarte sorgen für lohnende Höhepunkte. Die Anstiege sind zudem nicht besonders lang und anstrengend.
Hund und Katz': Für trainierte Hunde gut geeignet
Ausrüstung: Pack-Checkliste
Einkehrmöglichkeiten:

Schöpfl Schutzhütte (Mo. Ruhetag)
Gasthof "Zur Linde" in Laaben
Gföhlberghütte (bewirtschaftet Sa., So. und feiertags)

Gasthof Lintner in Klammhöhe

Karte: Freytag & berndt WK 011 oder "Wanderatlas Wienerwald" bzw. ÖK 57 "Neulengbach"