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Mountainbiken rund um Wien

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Wo der Wienerwald am höchsten ist

Schöpfl

Februar 2005, Schneeschuhtour

Schöpfl

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

Der Schöpfl, höchste Erhebung des Wienerwalds, bietet sich hervorragend als Einsteiger-, Familien- und Wochenendtour an. "A g'miatliche und schene G'schicht'" umso mehr, wenn genug Schnee für eine Trappertour liegt - und das kommt selten genug vor. Dann heißt es, die Chance beim Schopf - oder besser: Schöpfl - zu packen, denn die Wanderung über den Schöpflkamm entpuppt sich als Schmankerl vom Feinsten.


Anfahrt & Aufstieg

Laaben (347 m) - Gratzberg - Heinrich Gith-Steig - Schöpfl Schutzhütte - Franz Eduard Matras-Warte (893 m) - Wildenauerrast - Steinerne Bank - Wittenbach Berg (846 m) - Markstein (766 m)

HU ca. 700 m / GZ 5 Stunden

Stilleben

 

Blick von der Warte

 

 

 

Marsch über den Schöpflkamm

Bei optimaler Schneelage sollte man von Laaben zwischen Wöllersdorf-Klamm und Altlengbach starten, hat doch der Gang über die verschneiten Felder einen ganz besonderen Reiz. Startpunkt ist der Gasthof "Zur Linde" (Parkplatz, gemütliche Einkehr nach der Tour!), wo auch der Weg 404 Richtung Gratzerhof-Schöpfl beginnt. Rot markiert über sonnenüberflutete freie Feldflächen. Ringsum das sanft gewellte Alpenvorland, vor der Nase die Erhebung des Schöpfls. Beim Anwesen Gratzerhof auf eine Zufahrtsstraße - Schneeschuhe ab -, nach 10 Minuten Schneeschuhe wieder an, geht es doch links hinein wieder durch sanft geneigtes Feld-Wald-Gelände. Bei der kleinen Hagentaler Hütte wieder ein Stück Straße, die durch ein Gehöft führt und weiter zum - Mädls aufgepasst! - "Island Pferde-Zentrum Forsthof". Um die Weide mit massenhaft Ponys herum, bis die Feldzone in die typische Wienerwaldzone übergeht. Der Heinrich Gith-Steig führt nun in bequemen Serpentinen zum Bergrücken des Schöpfls hoch. Kurz davor eine Quelle mit gutem Trinkwasser. Sobald man das Kammplateau erreicht, rückt auch schon die Schöpfl Hütte in den Blickpunkt. Dahinter das Gipfelkreuz und die Eduard Matras-Warte, der höchste Punkt des Wienerwalds (2 Stunden). Von ihrer Aussichtsplattform natürlich toller Blick ins Laabental, auf Wein- und Waldviertel, Leiser Berge, Leithagebirge, Gutensteiner und Türnitzer Alpen, Schneeberg, Rax, Ötscher, ja an klaren Tagen lugen sogar Hochschwab und Totes Gebirge herüber.

Wer noch nicht genug hat, sollte jetzt unbedingt weiter über den Schöpfl-Kamm. Eine Höhenwanderung vom Feinsten! Zuerst die Bergsteigerrast "Dr. Alois Wildenauer" passiert, die 1951 zu Ehren des Domprälaten errichtet wurde (Infos siehe unten). Traumhaft sonnig-hell-weitsichtig-unanstrengend teils über freie Lichtungen, teils durch lockeren Hochwald, aber immer fast eben dahin über den Wittenbach Berg bis zum Markstein.

Wer in Klammhöhe ein zweites Auto stehen hat, schließt die Überschreitung nun ab, indem er über einen Hohlweg zum Bruckhof und über die Stützreith zum Bruckhof und die kleine Ortschaft Klammhöhe (618 m) absteigt.

Der Einmotorige muss leider zurück, sobald der Weg bei ca. 766 m nach links abwärts in den besagten Hohlweg schwenkt (nach ca. 1 Stunde). Wobei das Wort "Muss" hier relativ zu nehmen ist, da auch für die Eindrücke auf diesem Kammweg gilt: doppelt hält besser. Außerdem wollen wir uns ja austoben und den Schneeschuhen geben, was Schneeschuhen gebührt: einen ausgefüllten Tag in original Wienerwald-Schnee.

Etliche Varianten bieten sich für Gruppen an, die mit mehreren Fahrzeugen unterwegs sind: Überschreitung des Schöpfls via Klammhöhe wie oben beschrieben bzw. Abstieg nach Schöpflgitter - Klausen-Leopoldsdorf über den Vorderschöpfl.


Eduard Matras

Die Matras-Warte am höchsten Punkt des Schöpfls, die 1897 von der ÖTK-Sektion Wienerwald erbaut und 1898 eröffnet wurde, erinnert an Eduard Matras, am 19.8.1862 in Wien geboren und ebenda am 21.1.1945 gestorben. Er war lange Zeit Präsident des Österreichischen Touristenklubs. Bedeutung erlangte er durch seinen Einsatz für das Schutzhaus auf dem Hochkönig, das 1898 eröffnet wurde und heute seinen Namen trägt: Matras-Schutzhaus. Weiters erinnert der Matras-Steig am Kieneck an ihn.

Alois Wildenauer

Auf dem Weg über den Schöpfl-Kamm kommt man auch an der Wildenauerrast vorbei, die jenem Mann gewidmet ist, der sich der Erschließung der Hohen Wand bei Wien widmete. Wildenauer (29.4.1877 bis 24.7.1967) war 1911-1921 Pfarrer in Grünbach am Schneeberg. Im Felsen des Klettergebiets Hohe Wand konnte er mehr als hundert verschiedene Anstiege erstbegehen; eine kühne, gesicherte Steiganlage trägt heute noch seinen Namen. 1946 berief man ihn als Probst nach St. Stephan von Wien.


Schwierigkeiten:
Keine
Lawinengefahr: Keine
Höhenmeter: etwa 700 im Auf- und Abstieg
Gesamtgehzeit: ca. 5 Stunden
Beste Jahreszeit: Schnee bis unten weg ...
Kinder: In kürzen Varianten sicher auch für Kinder interessant. Gehöfte mit Pferden, Schweinen, Hunden, aber auch die Matraswarte sorgen für Kurzweil und lohnende Höhepunkte. Die Anstiege sind zudem nicht besonders lang und anstrengend.
Hund und Katz': Gut geeignet
Ausrüstung: Pack-Checkliste >>>
Einkehrmöglichkeiten:

Schöpfl Schutzhütte (Mo. Ruhetag)
Gasthof "Zur Linde" in Laaben

Karte: Freytag & berndt WK 011 oder "Wanderatlas Wienerwald" bzw. ÖK 57 "Neulengbach"