www.BergNews.com
www.bergnews.com www.bergnews.com

Thomas Rambauske: Wienerwald-Abenteuer

Follow us to facebook

Pilgern nach Wiener Art
Jakobsweg Wien

Jakobsweg Wien

Winter-Stadtwanderung in vier Etappen, Wien, 2017; Text/Bilder: © Thomas Rambauske
Mit dem spanischen "Buen Camono" wünscht man jedem Pilger, der sich in Spanien auf den Weg begibt, einen "guten Weg". Seit 2016 kann man sich auch in Wien auf den Jakobsweg begeben.
Der Jakobsweg ist der bekannteste Pilgerweg der Welt. Seit über 1000 Jahren wandern Pilger zum Grab des Apostels Jakob in der spanischen Stadt Santiago de Compostela. Inzwischen ist der Jakobsweg zu einem europäischen Netzwerk an vielen Pilgerwegen angewachsen, die alle nach Santiago führen. Mehr zur Geschichte des Jakobswegs siehe unten.

Eine der Hauptrouten für Pilger aus Ungarn, der Slowakei und Rumänien führt auf dem etwa 800 Kilometer langen österreichischen Jakobsweg von Preßburg (Slowakei) an der Hainburger Pforte entlang der Donau bis Schwechat. Dann endete bis 2016 die Markierung, die erst wieder ab Purkersdorf begann und die Jakobspilger über Linz und Innsbruck bis nach Feldkirch und weiter über die Schweizerische Grenze führt. Wer durch Wien wollte, musste auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Seit 2016 ist die Lücke durch Wien zwar geschlossen, eine durchgehende Markierung fehlt bis dato aber dennoch. Initiiert wurde der "Jakobsweg Wien" von Stephan Aigner, der gemeinsam mit Leo Führer von der Pilger-Informationsstelle der Erzdiözese Wien den Verein "Jakobsweg Wien" gründete und eine Route durch Wien suchte. Bald war sie gefunden: Von der Jakobskirche in Schwechat aus führt der neue Abschnitt des Jakobswegs in 35,5 Kilometern über die Donauinsel zur Herz-Jesu-Basilika von Kaisermühlen, dann quer durch Wien bis zum Stephansplatz und weiter über Schönbrunn nach Purkersdorf.
Der Jakobsweg Wien schließt somit direkt an den Jakobsweg Wolfsthal-Schwechat an und mündet bei der Jakobskirche in Purkersdorf in den Abschnitt Purkersdorf-Göttweig.

Der Weg empfiehlt sich nicht nur für Jakobspilger, sondern auch für Stillesucher, die sich kurz aus dem Alltag ausklinken wollen und vor allem die Bundeshauptstadt aus anderer, aus ihrer stillen Perspektive erleben wollen. Nebenbei erwandert man auf diesem Weg auch die schönsten "Schmuckstückerln" der Hauptstadt, wie die Donauinsel, die Innenstadt mit ihren vielen architektonischen, historischen und sakralen Kostbarkeiten, das Schloss Schönbrunn oder den Wienflussweg auf der letzten Etappe.

Wir begehen den Jakobsweg Wien im Advent 2017. Aus mehreren Gründen: Weil wir im Dezember/Jänner die in der warmen Jahreszeit sehr belebte Donauinsel und den Wienflussweg verlassen und still vorfinden. Weil Wien in seiner vorweihnachtlichen Festbeleuchtung, der romantischen adventlichen Stimmung und mit den vielen Weihnachtsmärkten einen besonderen Reiz ausübt, und weil es angenehmer ist, bei etwas kühleren Temperaturen durch die Straßen der Bundehauptstadt zu wandern als bei Hitze.


Dann also: "Buen Camono!"

Die Übersicht der Etappen:
Etappe 1:  Jakobskirche Schwechat – Basilika Kaisermühlen (15 km)
Etappe 2:  Basilika Kaisermühlen – Stephansplatz (5,1 km)
Etappe 3:  Stephansdom – Schloss Schönbrunn (5,7 km)
Etappe 4:  Schloss Schönbrunn – Jakobskirche Purkersdorf (12,2 km)

Lexikon: Der Jakobsweg

Jakobus gehörte zu den erstberufenen Jüngern Jesu und ist heute Schutzpatron von Spanien und der Pilger. Der Legende nach hat Jakobus nach der Himmelfahrt Jesu in Spanien gepredigt. Er kehrte dann aber nach Jerusalem zurück und wurde angeblich mit dem Schwert enthauptet. An der Stelle, an der Jakobus den Tod erlitt, wurde die Jakobskirche gebaut. Seine Gebeine wurden später, etwa 80 n. Chr. auf den Sinai gebracht. Im 8. Jahrhundert rettete man seine Gebeine vor den Sarazenen und brachte sie nach Spanien. In Santiago erbaute man für die Aufbewahrung der wertvollen Reliquien eine Jakobskirche, die am 25. Juli 816 eingeweiht wurde. Von dieser Kirche aus entwickelte sich seit dem 10. Jahrhundert der Wallfahrtsort Santiago de Compostela. Das Pilgertum dorthin begann etwa ab 930. Damals trafen erste Pilger aus dem Bodenseeraum in Santiago ein. Im 11. und 12. Jahrhundert begann die große Zeit des Jakobspilgertums, die von der Reformation im 15. und 16. Jahrhundert beendet wurde. Heute ist der Jakobsweg der bekannteste Pilgerweg der Welt. Meist versteht man unter "Jakobsweg" den so genannten Camino Francés, den Hauptweg durch Nordspanien. Daneben gibt es viele Jakobswege, die aus aller Herren Länder nach Santiago führen. Inzwischen ist der Jakobsweg ein europäisches Netzwerk an Pilgerwegen und gilt als völkerverbindener Weg des Friedens. Seit 1993 ist er UNESCO-Weltkulturerbe.


© 2018 www.Bergnews.com