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Afrikanisches Tagebuch

Hans Höfl

Afrikanisches Tagebuch

Aufzeichnungen eines Vagabunden

2007, Weishaupt, ISBN ISBN 978-3-7059-0257-2, 256 Seiten

Klappentext:

Mit den "gewöhnlichen" Touristen hat Hans Höfl wenig gemeinsam - bewusst meidet er Nobelhotels, Luxusstrände und Safari-Veranstalter. Denn der erfahrene Globetrotter ist es gewohnt, auch unter schwierigen und bescheidenen Verhältnissen sein eigener Herr zu bleiben und dafür mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Zum "Wohnort Gottes", dem Mount Kenia, zum höchsten Berg Afrikas, dem "Uhurupeak", und anderen Bergen pilgert der steirische Abenteurer ausnahmsweise mit schwarzen Begleitern, die hinterher ihr Glück preisen, mit so einem "Typen" gegangen zu sein. Zweimal unternimmt Höfl über mehrere Monate lange Reisen durch verschiedene Länder Afrikas, dabei lernt er neben überwältigenden landschaftlichen und kulturhistorischen Attraktionen auch viel vom Alltags leben sowie die Rassenkonflikte und sozialen Probleme Afrikas kennen. Wie schon in seinem ersten Buch, "Der lange Weg nach Cox's Bazar", konfrontiert der Autor seine Leser neben den beglückenden Momenten auch ungeschminkt mit den Widrigkeiten und Gefahren seiner Reise.


Kommentar:

Ein Steirer jenseits von Afrika - Eine besondere Art von Glück

Die "Aufzeichnungen eines Vagabunden" - so der Untertitel dieses empfehlenswerten Buches – stellen uns ein Afrika vor, wie wir es nicht kennen. Der steirische "Zigeuner und Herumtreiber", wie sich Höfl selbst nennt, trampt hinter den Kulissen des Schwarzen Kontinents durch die Hinterhöfe und verborgenen Winkel der Großstädte und Landschaften. Das Resultat sind abenteuerliche Zug- und Busfahrten, turbulente Tage in epidemieversuchten Bürgerkriegsländern, spannungsgeladene Machtkämpfe rivalisierender Stämme, Gefängnisaufenthalte, Irrfahrten durch Slums, aber auch Freundschaften und Clinches mit Einheimischen. Kenia, Uganda, Ruanda, Burundi, Tansania, Sambia, Simbabwe, Botswana, Namibia, Republik Südafrika, Lesotho, Swasiland unter den Rock g'schaut sozusagen.
Der erfahrene Globetrotter bleibt auch unter schwierigen und bescheidenen Verhältnissen sein eigener Herr, tritt offen und gerade mit den Einheimischen in Kontakt, sodass ein ungeschminkter Blick auf das Alltagsleben, aber auch auf Rassenkonflikte und soziale Probleme Afrikas frei wird. Dass dieser Herbert Tichy moderner Prägung jeden Berg, der sich ihm da in den Weg stellt, mitnimmt, versteht sich von selbst: Mount Kenia, Kili, Ruwenzori, Mt. Meru – die Berge sind allerdings nie das eigentliche Ziel, sondern bloß Stationen seines Zigeunerlebens. Höfl zeigt sie uns aus einer anderen, auf ihren eigentlichen Reiz fokussierten Perspektive.
Höfl schreibt, wie ihm der steirische Schnabel gewachsen scheint – und das macht nicht selten schmunzeln, wenn er etwa mitten in moskitodurchschwirrten Hotelzimmern sein Zelt aufschlägt oder ihm selbst in heftigsten Erlebnisturbulenzen oft nur mehr eines Halt gibt: sein geliebtes Bier. In seiner locker luftigen Sprache kommt eines besonders reizvoll zum Vorschein: Sein Verständnis von "Glück", das Höfl in seinem Vagabundenleben findet: "Ich frage mich, womit ich so viel Glück verdient habe, denn ich bin ein Zigeuner, ein Herumtreiber."
Unterschwellig kehrt Höfl aber auch unser aller Freiheitsdrang nach außen. Er lebt das aus, wovon wir zwar gerne träumen, was wir aber nicht zu verwirklichen wagen: "Ich genieße die wunderbare Ruhe, höre nur das Knistern meines kleinen Lagerfeuers, das Schwirren von Käfern und vom nahen Regenwald unbekannten Tier- und Vogellaute. Etwas verloren, aber glücklich blicke ich in die herunterbrennende Glut und frage den von Sternen übersäten Himmel, ob es eine noch größere Freiheit gibt."
Lesen, mitvagabundieren, mitträumen – ein ideales Buch, gerade für den Urlaub.