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Hochverrat, wer "Leonsberg" sagt!
Zimnitz

Zimnitz

August 2009

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

Vorsicht beim Namen "Leonsberg"! Wer in Bad Ischl die Zimnitz "Leonsberg" ruft, denselben aber im Attergau "verzimnitzt", hat auf jeden Fall Zores ... Meine Freundin, eine halbe Ischlerin, verbannt mich schon beim bloßen Gedanken an diesen Namen auf den Balkon. Hierorts muss der dreigipfelige Hausberg der Ischler nämlich "Zimnitz" geheißen werden, während bei den Attergauern "Leonsberg" gilt. Hochverrat, wer dem zuwider handelt!

Aufstieg/Route

Pfandl bei Bad Ischl – Enge Zimnitz – Zimnitz (1745 m) – Mitterzinken – Gartenzinken – Walkerskogel (1243 m) – Enge Zimnitz

HU Pfeil uppfeil down ca. 1250 m, GZ 5,5 Stunden

Am Gipfel
Gipfelbestimmung mittels origineller Apparatur

Wolken
Das Wolkenmeer staut sich am Zimnitzkamm.

 

Blumen

Der Aufstieg ist so wenig spektakulär, das man meinen möchte, der Leons … die Zimnitz wolle niemanden auf ihren Gefielden dulden. Das Gefährt kann kurz nach dem Ischler Vorort Pfandl am Ende der Forststraße abgestellt werden. Wenig ansteigend entlang des Zimnitzbaches durch die Schlucht der Engen Zimnitz hinein, nach dessen Schluss es in engen Serpentinen ordentlich steil bis zu einem Waldkamm (Wegweiser) hochsteigt. Kurz danach die Schüttalm (1166 m) mit einer verfallenen Jagdhütte und einem Rinnsal, bei dem aufgetankt wird und eine Gämse über den Weg huscht. Von dort an führt der Weg zunächst durch Hochwald zu einem neuen Jagdhaus, dann durch enge Latschengassen auf den immer schmäler werdendem Zimnitz-Ostgrat. Eine kurze Leiter und ein Drahtseil helfen nicht allzu gefährliche Felsstufen zu überwinden. Bei Schlechtwetter bzw. Nebel, wenn der Gipfel nicht sichtbar ist, nerven die vielen Vorgipfel. Hat man den einen geschafft, den man für den Gipfel hielt, schält sich der nächst Höhere aus dem Nebel usw. Nach etwa 3 Stunden reißt endlich der Wolkenvorhang auf und wir stehen am beiten Zimnitz- Gipfel! Fulminanter Ausblick zur nahen Leonsbergalm und zum fernen Attersee, aber auch vom Höllengebirge bis zum Dachstein und in die Berglandschaft rund um den Wolfgangsee. Wer die umliegenden Sehenswürdigkeiten genauer eruieren will, dem steht eine originelle Apparatur zur Verfügung. Ganz nah aber ein anderes faszinierendes Schauspiel: Wie gegen eine Staumauer flutet eine Wolkenbank gegen den Zimnitzkamm, sodass auf der westlichen Seite die Sonne scheint, während die Ischler Seite im Nebelsud versinkt. Entlang der Staumauer, also am Kamm entlang, geht es nun sehr genussreich über den Mitterzinken zum Gartenzinken (1557 m), einer weiteren Aussichtsplattform. Nun steil, schottrig und rutschig (Trittsicherheit!) bergab durch Latschen, für die Anstrengung wird man immer wieder durch einen fulminanten Blick auf Bad Ischl entschädigt. Einen letzten Aussichtsbalkon erreicht man am Walkerskogel, wo der Weg dann endgültig im Wald verschwindet. Im Finale geht es auf einem sehr steilen Waldstück wieder zur Sache und zu einer Forststraße, die zum Auto zurückführt.
Fazit: Eine lohnende, anstrengende Tour, mit der Kammwanderung zwischen Hauptgipfel und Gartenzinken als Gustostückerl. Wer nicht trittsicher ist und keine 1250 Höhenmeter schafft, ist hier fehl am Platz. Weiterer Nachteil: keine Hütte. Weiterer Vorteil: die stille Einsamkeit. keine lauten Menschen – nur wir, die Sonne und der Wind ...

Blick auf Bad Ischl

Ausgangspunkt:
Größere Kartenansicht
Schwierigkeiten:
Ob der steilen und schottrigen Abschnitte ist absolute Trittsicherheit gefragt. Ansonsten keinerlei Schwierigkeiten.
Gesamthöhenmeter:
Pfeil uppfeil down 1250 m
Gesamtgehzeit:
5,5 Stunden
Beste Jahreszeit:
Frühling bis Herbst
Eignung für Kinder:
Nein
Eignung für Hund & Katz':
Nein
Ausrüstung:
Einkehrmöglichkeiten:
Keine
Karte:
Kompass WK 229 (Salzkammergut)

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