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Mountainbiken rund um Wien

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Hühnerberg – Jungendbrunnen

Jungendbrunnen

Badener Kulturwanderweg Nord

Oktober 2008

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

Die Reize des südlichen Wienerwalds lassen sich auf einer kurzen Wanderung kaum alle erfassen. Auf dem Kulturwanderweg Baden-Heiligenkreuz-Alland jedoch reihen sich wie auf einer Perlenschnur alle Facetten dieser von jeher beliebten und besungenen Ausflugslandschaft aneinander. Natur, Kultur und Geschichte ergeben hier eine besondere Symphonie, die nicht nur Beethoven inspiriert hat ...

Aufstieg/Route

Baden – Rainer-Villa – Faberhöhe – Kaiser Franz Josef-Museum – Rudolfshof – Theresienwarte (Hühner- oder Richtberg, 416 m) – Jungendbrunnen – Abzweigung Siegenfeld auf die Badener Straße 210

HU Pfeil uppfeil down ca. 230 m, GZ 2 1/2 -3 Stunden

Rauheneck
Blick auf Ruine Raueneck

Faberhöhe
Der Pavillon der Faberhöhe

Franz Josef Museum
Kaiserlicher Flair rund um das Franz Josef-Museum

Der alte Kaiser

 

Rudolfshof
Der Rudolfshof

Theresienwarte
Blick von der Theresienwarte

Jungendbrunnen
Der Jungendbrunnen mit herrlichem Quellwasser

Kletterer
Beim Siegenfelder Steinbruch sind oft Kletterer zu beobachten

Auch Adalbert Stifter schwärmt vom Wienerwald: „Als wärest du in der Wildnis, nicht eine bis zwei Meilen von einer der lebhaftesten Hauptstädte der Welt”. Ja, keine andere Weltstadt als Wien hat ein derartiges Paradies direkt vor der Haustüre. Kaiserliche Hohheiten wie Franz Josef oder Kronprinz Rudolf pflegten hier zu jagen und auszuspannen. Mehr noch: Die Höhen und Wälder um das Helenental dienten schon den Menschen der Vorzeit als Zufluchtsstätte, umso mehr aber heute sind das romantische Helenental und seine umliegenden Wälder und Hügel zum Refugium für geplagte Städter, die hier auftanken wollen.

Von Baden aus führt die nördliche Route des Badener Kulturweges über den Hühnerberg und den Jungendbrunnen zum Abschnitt Heiligenkreuz. Sechs Stationen werden angelaufen, oder besser erwandert, sodass sich eine hochinteressante Zeitreise sogar bis ins Tertiär ergibt.
Ausgangspunkt ist das bekannte Thermalstrandbad von Baden, für das 1926 tonnenweise Sand aus Melk hergeschafft wurde, um Adria-Feeling am Rande von Wien zu erzeugen. Sensationell die Badeordnung für die damalige Zeit: Männer und Frauen durften gemeinsam – hört, hört! – baden. Von hier auf einem Nordic Walking-Weg Richtung Schlosshotel Oth auf die Schlossstraße. Hier lenkt den Kulturwanderer bei einer Madonnenstatue ein kleines Schild in die Kornhäusel-Straße, die wiederum zur Rainer-Villa führt, einem Prachtbau, den 1867 Gustav Ritter von Epstein von Otto Wagner planen und errichten ließ, wie man von der Info-Tafel erfährt, die hier wie überall auf den insgesamt 43 Stationen des Badener Kulturwanderwegs Wissenswertes über Land und Leute preisgibt. 1873 ging die Villa an den Habsburger Erzherzog Rainer, der bei seinen Wanderungen immer wieder großzügige Spenden an die Bevölkerung verteilt haben soll.

Vor der Villa links unter einer Brücke durch und grün markiert am sog. Rainer-Weg Richtung Helenental und Ruine Rauhenstein, die allerdings seltsamerweise nicht am Programm steht. Wer die imposante ehemalige Festung und die sehr schöne Sicht auf Baden erleben will, sollte rund eine Stunde zusätzlich einplanen oder am besten statt von Baden direkt aus dem Helenental aus zu ihr hoch starten. An Aquädukt der 1. Wiener Hochquellwasserleitung vorbei und durch Föhren-Wald wenig anstrengend am Weg 448 oder Beethoven-Weg hoch. Achtung: Bei einer Abzweigung nicht über Mitterberg voreilig zum Jungendbrunnen, sondern geradeaus weiter zur "Faberhöhe". Nun ein beschauliches Stück durch für die grüne Lunge Wiens so charakteristischen Föhrenwald. Den ersten wirklich weitsichtigen Aussichtspunkt über Baden markiert ein begehbarer, 1900 erbauter, Pavillon mit Bänken auf der Faberhöhe. Warum dieser Zwischengipfel in vielen Karten und Wanderführern verschwiegen wird, ist angesichts der Weitsicht schleierhaft. Der nun folgende Panoramaweg über Baden (Weg 448) führt geradewegs zum 1905 eröffneten Kaiser Franz Josef-Museum in der "Putschanerlucken" oder "Haunoldgraben", wie man diese Gegend einst nannte. Das Museum bietet neben einer Einkehrmöglichkeit und einer Panorama-Terrasse auch Objekte der Volkskunst aus Kleingewerbebetrieben, Uniformen aus beiden Weltkriegen und Exponate der Volksfrömmigkeit in fünf Sälen.
Weiter auf breitem, ebenem Weg zum Restaurant Rudolfshof (20 Minuten). Wer noch nichts gegessen hat, solle es hier tun, zumal der Rudolfshof über eine schöne Aussichtsterrasse und ausgezeichnet Hausmannskost verfügt. Kaiserlicher Hintergrund auch hier: den 1881 errichteten "Badener Berghof" taufte Kronzprinz Rudolf in "Rudolfshof" um, nachdem er die Erzherzogin Stephanie ehelichte.
Weiter auf Weg 42 bzw. der Route 1 des Tut-Gut-Wanderwegs etwas schweißtreibener hoch, wer dann noch über überschüssige Kräfte verfügt, kann diese in die Geräte eines Fitness-Parcours investieren. Nach 15 Minuten ist auch schon der höchste Punkt der Tour, die Theresienwarte auf dem Hühner- oder Richtberg (416 m) erreicht. Richtberg deswegen, weil hier bis 1788 der höchst gelegene Galgen des Landes stand, 1884 ließ eine gewisse Theresia Göschl eine Aussichtswarte errichten, auf der man weit über die Föhrenwipfel hochsteigt und mit traumhaftem Rundumblick belohnt wird. Gelb markiert nun gen Jungendbrunnen. Dorthin vorwiegend einsam durch zauberischen Wald, der zu jeder Jahreszeit und selbst bei Nebel oder Regen magisch, ja fast poetisch wirkt. Achtung: Sobald die gelbe Markierung an eine Forststraße führt, diese nicht betreten, sondern gleich wieder rechts durch Wald weiter und steil bergab zum Jungendbrunnen. Woher der Name stammt, ist unklar. Die einen sprechen von einem schwedischen Oberst Jungend, der hier 1645 an einer Schussverletzung gestorben sein soll, die anderen verstehen den Namen als Hinweis auf einen Jungbrunnen. Angesichts des köstlichen Wassers, der Waldmagie und erholsamen Stille ringsum sei zweiteres favorisiert.
Gelb-rot bergab durch das schöne Purbachtal, nach wenigen Schritten links – nicht geradeaus! – gelb-rot weiter abwärts, bis man auf einer Forststraße landet. Auf dieser unter senkrechten Felsen weiter, wo es passieren kann, dass man Kletterer am Werk sieht. Der Siegenfelder Steinbruch gehört wie auch die Wände von Urtelstein, Jammerwandl oder der Helenentaler Blöcke zu den beliebtesten Kletter-Übungsplätzen des Wienerwalds. Klettermaxe sollten sich also auf jedenfall Seil, Gurt und Schlosserei für einen kleinen Tripp in die Vertikale mitnehmen. Letztlich auf einer Asphaltstraße bergab ins Helenental, wo man bei der "Abzweigung Siegenfeld" auf die Badener Straße 210 trifft. Eine reguläre Buslininen-Führung gibt es leider nicht mehr. Wer nach Baden zurück will, muss über die Nummer 0810810278 den Helenental-Wanderbus anfordern.

Oder aber man marschiert weiter Richtung Heiligenkreuz. Aber das ist eine andere Geschichte ...

Erlebenswertes

Ruine Rauhenstein, die allerdings seltsamerweise nicht am Programm der Route Nord des Badener Kulturwanderweges steht. Wer die sehr schöne Sicht auf Baden und die imposante ehemalige Festung erleben will, sollte rund eine Stunde zusätzlich einplanen oder am besten statt von Baden direkt aus dem Helenental aus zu ihr hoch starten.

Am Siegenfelder Steinbruch kurz vor Ende der Route an der Badener Straße lässt es sich vorzüglich klettern. Die Routen verschiedener Schwierigkeit sind mit Bohr- und Kletterhaken übersät, die geringe Höhe lässt eine Sicherung von oben zu. Wer Zeit über hat, sollte sich die Ausrüstung mitnehmen und ein paar Seillängen vertikal "wandern".

Ausgangspunkt:
Größere Kartenansicht 
Schwierigkeiten:
Die Wege sind ungefährlich, gut beschildert und markiert, und bereiten auch Familien mit Kleinkindern keinerlei Probleme. Entlang der Strecke sind Informationstafeln mit allem Wissenswertem über Geschichte, Kultur, Fauna, Flora und Geologie angebracht, was die Tour sehr abwechslungsreich und interessant macht. Sinnsprüche aus der Bibel oder dem Mund bekannter Heimatdichter laden zum Innewerden ein.
Gesamthöhenmeter:
230 m
Gesamtgehzeit:
2,5 – 3 Stunden
Beste Jahreszeit:
Zu jeder Jahreszeit möglich
Eignung für Kinder:
Ideal für Kids und Familien geeignet
Eignung für Hund & Katz':
Wuff – wunderbar!
Ausrüstung:
Einkehrmöglichkeiten:
Kaiser Franz Josef-Museum, Rudolfshof
Karte:
Bundesamtskarte (1:25.000 oder 1:50.000) Blatt 58 (Baden)

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