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Wienerberg
Der
Wienerberg ist ein Teil des einwohnerreichsten Wiener Gemeindebezirks,
Favoriten, und seit einem städtebaulichen Ideenwettbewerb in den
1980er-Jahren ein Erholungsgebiet mit einer Gesamtfläche von 117
Hektar, von denen 90 Hektar geschützt sind und 16,1 Hektar auf
Wasserflächen entfallen. Das stadtökologisch wichtige Biotop
erfüllt gleichermaßen Aufgaben des Naturschutzes und das
Bedürfnis der Bevölkerung nach Erholung.
Der geschützte Teil rühmt sich einer vielfältigen Flora
und Fauna, darunter auch einige der auf der Roten Liste stehenden Arten,
wie etwa der große Feuerfalter oder die europäische Sumpfschildkröte.
Neben
der Spinnerin am Kreuz sind die als Vienna Twin Tower bekannten Hochhaustürme
des Architekten Massimiliano Fuksas zu einem modernen und weithin herausragenden
Wahrzeichen des Wienerbergs geworden.
Bereits zur Römerzeit wurden auf dem heutigen Gebiet des Wienerbergs
Lehmvorkommen entdeckt und zur Ziegelherstellung genutzt. 1775 ließ
Maria Theresia die erste staatliche Ziegelei auf diesem Gebiet errichten,
die 1820 zur größten Europas wurde. Als der Lehmabbau in
den 1960er-Jahren unrentabel wurde, legte man die Ziegelwerke still.
Zurück blieb brachliegendes Land und die für den Wienerberg
typischen kleinen Seen, die die ehemaligen Lehmgruben hinterließen.
Das Areal war von nun an im Besitz der Stadt Wien und wurde zur Schuttablagerung
genutzt.
Ein Ende der 70er Jahre durchgeführter städtebaulicher Ideenwettbewerb
bildete den Auftakt für die Gestaltung des heutigen naturnahen
Erholungsgebietes. 1995 erfolgte die Erklärung zum geschützten
Landschaftsteil.
1999 wurde mit dem Bau der Wienerberg City, einer Anordnung von zahlreichen
Wohn- und Bürohochhäusern rund um einen neu gestalteten See
(ehemalige Lehmgrube) und Park, begonnen. Als erstes dieser Gebäude
wurde 2001 der Vienna Twin Tower fertig gestellt.
Das Erholungsgebiet Wienerberg durchzieht ein 14 km langes Wegenetz,
das an mehreren kleinen Teichen, dem größeren Wienerberg-Teich,
Spielplätzen, an einem Streetballplatz, mehrere Fußballplätzen
und einen Beachvolleyballplatz vorbeiführt. Der Wienerberg-Teich
wird bei entsprechenden Temperaturen als Naturbadeplatz genutzt und
weist laut Untersuchungen der Stadt Wien auch eine ausreichende Wasserqualität
auf, ist jedoch derzeit nicht offiziell als solcher gewidmet.
Weiters gibt es eine eigene Hundezone, mehrere Liegewiesen, einen Heilkräutergarten,
den Biergasthof Chadim, eine Pferdekoppel sowie Laufstrecken.
Laaer
Wald
Die
Geschichte des Laaer Waldes ist geprägt durch die Abbautätigkeit
zahlreicher Ziegeleien, an die heute noch die Ziegelteiche erinnern.
Das Gebiet des heutigen Laaer Waldes taucht in den Chroniken erstmals
als "Laacher Heide" auf, eine jahrhundertelang nur locker
bewaldete Steppe. Schon 1583 wird ein "Laacher Wald" erwähnt.
Im späten 17. und vor allem im 18. Jahrhundert wurden die ursprünglichen
Flaumeichenwälder bis auf wenige Reste gerodet, um an deren Stelle
Ziegeleien zu schaffen. Die private Ziegelei Löwy an der Löwygrube
östlich des Laaer Waldes, der Pfeifenteich und der Butterteich
sind Reste dieser Lehmgruben.
1885 wurde inmitten des Laaer Wäldchens der Böhmische Prater,
eine kleine Nachahmung des Wurstelpraters, gegründet - heute ein
beliebtes und bekanntes Ausflugsziel.
Das Forstamt der Stadt Wien pflanzte von 1956 bis 1970 270.000 Bäume
auf mehr als 40 Hektar, die ehemaligen Ziegelteiche wurden zu ökologisch
wichtigen Rückzugsgebieten renaturiert, in denen zahlreiche zum
Teil gefährdete Vogelarten ihren Lebensraum fanden.
Volkspark
Laaerberg
Der
220.000 m² große romantische Landschaftspark am Südhang
des Laaerberges, ist, gemeinsam mit Kurpark-Oberlaa, Laaerwald und Wienerberg,
Bestandteil des Wiener Wald- und Wiesengürtels. In unmittelbarer
Nachbarschaft des Volksparks befinden sich das Laaerbergbad und die
Per-Albin-Hansson-Siedlung.
Per
Albin Hansson
(*
28. Oktober 1885 in Fosie bei Malmö, † 6. Oktober 1946 in Stockholm)
war zwischen September 1932 und Juni 1936 sowie von September 1936 bis
zu seinem Tode 1946 Premierminister von Schweden.
In Wien erinnert die Per Albin Hansson-Siedlung daran, dass Per Albin
Hansson 1945 entscheidenden Anteil an der Einleitung von Hilfsaktionen
für die nach dem Zweiten Weltkrieg hungernde Bevölkerung von
Wien hatte.
Böhmischer
Prater
Ein
Ausflugsgasthaus, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
aus der ursprünglichen Werkskantine der Wiener Ziegelwerke hervorging,
bildete den "Grundstein" des Böhmischen Praters. Bis
1883 siedelten sich zahlreiche Schaustellerfamilien am Laaer Berg an,
die, wie auch die Arbeiter der Ziegelfabrik, vorwiegend aus dem österreichischen
Kronland Böhmen und Mähren stammten.
In den folgenden Jahren kam es zu einer stetigen Vergrößerung
des Vergnügungsparks. Während des Zweiten Weltkrieges wurde
der Böhmische Prater durch einen Bombenangriff nahezu vollständig
zerstört. Nach dem Wiederaufbau in den Nachkriegsjahren erhielt
er schließlich sein heutiges Aussehen. |