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Rundumadum-Etappe 10

Wienerberg
Laaer Wald

April 2007

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

Von einem Wiener Biotop zum anderen geht’s bei der 10. Etappe: Beginnend im Erholungsgebiet Wienerberg über den Volkspark Laaerberg bis in den Laaer Wald werden einige der beliebtesten Grünoasen Wiens durchwandert. Eine Familientour par excellance mit genügend Action und Erholungspunkten wie Spiel- und Picknickplätzen, Teichen und Neuland, in dem seltene Fauna und Flora erforscht werden kann.


Anfahrt & Route

Otto-Probst-Straße (Biergasthof Chadim, 67) - Erholungsgebiet Wienerberg - Neilreichgasse - Per-Albin-Hansson-Siedlung - Volkspark Laaerberg - Erholungsgebiet Laaer Wald - Bitterlichstraße (68 A, 15 A)

GZ ca. 2 Stunden


Spätestens im Laaer Wald erlernt man die Kunst des Müßiggangs



















Im Böhmischen Prater
Vom Gasthaus Chadim (67) in der Otto-Probst-Straße durch das Erholungsgebiet Wienerberg. Vermischt mit Nordic-Walkern, Radfahrern und Joggern, einem der östlichen Ausgänge des Parks zu. Dort zahlt es sich aus, stehen zu bleiben und zurückzublicken auf das Erholungsgebiet, das eigentlich nicht als Berg, sondern als Senke erscheint, auf Anninger und Pfaffstättner Kogel und den Lainzer Tiergarten. Nun etwas urbaner über die Neilreichgasse (Gasthaus Wienerfeld Buffet), durch die Sibeliusgasse und über die Laxenburger Straße in die Heuberggstättenstraße. Bei der Franz Hölbl-Sportanlange dann rechts halten! Danach wird’s wieder interessant: Rechts eine Kleingartensiedlung, links eine der sog. "pannonischen Steppen", wie sie in Wien wieder heimisch werden. Auf der sich selbst überlassenen Wiese haben sich Schlangen, Eidechsen, Schneckenarten und Heuschrecken angesiedelt. Nach diesem kleinen Biotop nach rechts in den Stadtwanderweg 7 eingeschwenkt, der eine der Hauptschlagadern, die A23 ("Südosttangente") übersetzt, gleich nach links in die Saligergasse um die Per-Albin-Hansson-Siedlung Nord herum (Infos siehe unten). Nun die Favoritenstraße überquert in den Volkspark Laaerberg, eine unvermutet idyllische Grünoase mit zwei gut ausgestatteten Spielplätzen, netten Lichtungen und lauschigen Picknick-Plätzen. Besonders die Teiche mit ihren von Weiden und Schilf gesäumten Ufern machen einen äußerst gepflegten und romantischen Eindruck. Das Grün des Wassers scheint hier nahtlos mit dem Grün des Frühlings zu verwachsen. Fotografen und Enten und Müßiggänger fühlen sich hier pudelwohl.

Picknick! Sicher ein Höhepunkt der Etappe.
Bei der Endlichergasse wird der Volkspark verlassen und entlang der Theodor-Sickel-Gasse dem Erholungsgebiet Laaer Wald zugesteuert. Diesen betritt man nach der Überquerung der Laaer-Berg-Straße. Im Erholungsgebiet Laaer Wald (Hundeverbot; Schließzeiten beachten!) empfiehlt es sich länger zu verweilen. Hübsche Lichtungen wechseln mit schattigen Waldpassagen ab, Vogelschutzgebiete (Zutritt verboten) mit kleinen Teichen. Höhepunkt für erlebnishungrige Stadt-Trekker natürlich der Böhmische Prater, eine – wenn auch gemütlichere – Nachahmung des großen Wiener Wurstelpraters mit Ringelspielen, kleineren Hochschaubahnen aber auch einer Menge Heurigen und Gasthäusern.

Wem's zu laut ist, kann ja gleich wieder, schlägt sich wieder ins Grün des Laaer Waldes, von dessen exponiertesten Stellen der Anfangspunkt unseres Weges gesehen werden kann: Der Josefs- und Kahlenberg etwa oder der Herrmannskogel bis zum Lainzer Tiergarten. Offizieller Endpunkt der 10. rundumadum-Etappe ist die Bitterlichstraße (68A, 15A).

Wienerberg

Der Wienerberg ist ein Teil des einwohnerreichsten Wiener Gemeindebezirks, Favoriten, und seit einem städtebaulichen Ideenwettbewerb in den 1980er-Jahren ein Erholungsgebiet mit einer Gesamtfläche von 117 Hektar, von denen 90 Hektar geschützt sind und 16,1 Hektar auf Wasserflächen entfallen. Das stadtökologisch wichtige Biotop erfüllt gleichermaßen Aufgaben des Naturschutzes und das Bedürfnis der Bevölkerung nach Erholung.
Der geschützte Teil rühmt sich einer vielfältigen Flora und Fauna, darunter auch einige der auf der Roten Liste stehenden Arten, wie etwa der große Feuerfalter oder die europäische Sumpfschildkröte.
Neben der Spinnerin am Kreuz sind die als Vienna Twin Tower bekannten Hochhaustürme des Architekten Massimiliano Fuksas zu einem modernen und weithin herausragenden Wahrzeichen des Wienerbergs geworden.
Bereits zur Römerzeit wurden auf dem heutigen Gebiet des Wienerbergs Lehmvorkommen entdeckt und zur Ziegelherstellung genutzt. 1775 ließ Maria Theresia die erste staatliche Ziegelei auf diesem Gebiet errichten, die 1820 zur größten Europas wurde. Als der Lehmabbau in den 1960er-Jahren unrentabel wurde, legte man die Ziegelwerke still. Zurück blieb brachliegendes Land und die für den Wienerberg typischen kleinen Seen, die die ehemaligen Lehmgruben hinterließen. Das Areal war von nun an im Besitz der Stadt Wien und wurde zur Schuttablagerung genutzt.
Ein Ende der 70er Jahre durchgeführter städtebaulicher Ideenwettbewerb bildete den Auftakt für die Gestaltung des heutigen naturnahen Erholungsgebietes. 1995 erfolgte die Erklärung zum geschützten Landschaftsteil.
1999 wurde mit dem Bau der Wienerberg City, einer Anordnung von zahlreichen Wohn- und Bürohochhäusern rund um einen neu gestalteten See (ehemalige Lehmgrube) und Park, begonnen. Als erstes dieser Gebäude wurde 2001 der Vienna Twin Tower fertig gestellt.
Das Erholungsgebiet Wienerberg durchzieht ein 14 km langes Wegenetz, das an mehreren kleinen Teichen, dem größeren Wienerberg-Teich, Spielplätzen, an einem Streetballplatz, mehrere Fußballplätzen und einen Beachvolleyballplatz vorbeiführt. Der Wienerberg-Teich wird bei entsprechenden Temperaturen als Naturbadeplatz genutzt und weist laut Untersuchungen der Stadt Wien auch eine ausreichende Wasserqualität auf, ist jedoch derzeit nicht offiziell als solcher gewidmet.
Weiters gibt es eine eigene Hundezone, mehrere Liegewiesen, einen Heilkräutergarten, den Biergasthof Chadim, eine Pferdekoppel sowie Laufstrecken.

Laaer Wald

Die Geschichte des Laaer Waldes ist geprägt durch die Abbautätigkeit zahlreicher Ziegeleien, an die heute noch die Ziegelteiche erinnern. Das Gebiet des heutigen Laaer Waldes taucht in den Chroniken erstmals als "Laacher Heide" auf, eine jahrhundertelang nur locker bewaldete Steppe. Schon 1583 wird ein "Laacher Wald" erwähnt. Im späten 17. und vor allem im 18. Jahrhundert wurden die ursprünglichen Flaumeichenwälder bis auf wenige Reste gerodet, um an deren Stelle Ziegeleien zu schaffen. Die private Ziegelei Löwy an der Löwygrube östlich des Laaer Waldes, der Pfeifenteich und der Butterteich sind Reste dieser Lehmgruben.
1885 wurde inmitten des Laaer Wäldchens der Böhmische Prater, eine kleine Nachahmung des Wurstelpraters, gegründet - heute ein beliebtes und bekanntes Ausflugsziel.
Das Forstamt der Stadt Wien pflanzte von 1956 bis 1970 270.000 Bäume auf mehr als 40 Hektar, die ehemaligen Ziegelteiche wurden zu ökologisch wichtigen Rückzugsgebieten renaturiert, in denen zahlreiche zum Teil gefährdete Vogelarten ihren Lebensraum fanden.

Volkspark Laaerberg

Der 220.000 m² große romantische Landschaftspark am Südhang des Laaerberges, ist, gemeinsam mit Kurpark-Oberlaa, Laaerwald und Wienerberg, Bestandteil des Wiener Wald- und Wiesengürtels. In unmittelbarer Nachbarschaft des Volksparks befinden sich das Laaerbergbad und die Per-Albin-Hansson-Siedlung.

Per Albin Hansson

(* 28. Oktober 1885 in Fosie bei Malmö, † 6. Oktober 1946 in Stockholm) war zwischen September 1932 und Juni 1936 sowie von September 1936 bis zu seinem Tode 1946 Premierminister von Schweden.
In Wien erinnert die Per Albin Hansson-Siedlung daran, dass Per Albin Hansson 1945 entscheidenden Anteil an der Einleitung von Hilfsaktionen für die nach dem Zweiten Weltkrieg hungernde Bevölkerung von Wien hatte.

Böhmischer Prater

Ein Ausflugsgasthaus, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus der ursprünglichen Werkskantine der Wiener Ziegelwerke hervorging, bildete den "Grundstein" des Böhmischen Praters. Bis 1883 siedelten sich zahlreiche Schaustellerfamilien am Laaer Berg an, die, wie auch die Arbeiter der Ziegelfabrik, vorwiegend aus dem österreichischen Kronland Böhmen und Mähren stammten.
In den folgenden Jahren kam es zu einer stetigen Vergrößerung des Vergnügungsparks. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Böhmische Prater durch einen Bombenangriff nahezu vollständig zerstört. Nach dem Wiederaufbau in den Nachkriegsjahren erhielt er schließlich sein heutiges Aussehen.


Schwierigkeiten:
Keine
Gesamtgehzeit: ca. 2 Stunden
Beste Jahreszeit: Jederzeit möglich.
Kinder: Eine Traumtour auch für Kinder, liegen mit dem Wienerberg und dem Laaer Wald doch zwei der schönsten Abenteuerplätze der Stadt am Weg. Zudem kann dieser Etappe mit dem Besuch des Böhmischen Praters noch die sprichwörtliche Krone aufgesetzt werden.
Hund und Katz': Hundeverbot im Laaer Wald
Ausrüstung: Pack-Checkliste
Einkehrmöglichkeiten:

Biergasthof Chadim, Gasthäuser am Weg und diverse Heurige im Böhmischen Prater

Karte: Karte zum Ausdrucken
Internet:

Infos zum Rundumadum-Wanderweg