www.BergNews.com
www.bergnews.com Servus, ich bin Tom, das Murmelviech ...


Rundumadum-Etappen 17-19

Breitenlee
Süßenbrunn

März 2008

Rund um Wien 17-19

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

Die folgenden drei Etappen gleichen sich in Anlage und Ambiente. Über Asphalt und Feldwege geht es großteils durch die offene Ackerlandschaft des hier auslaufenden Marchfelds, an kleinen Teichen und Kleingartensiedlungen vorbei, aber auch vereinzelt durch Grünoasen wie den Himmelteich in Essling. Die Landschaft im Nordosten von Wien ist reine Nutzlandschaft, Naturliebhaber werden hier kaum ihre Rechnung kommen, umso mehr aber solche, denen es ums Auslüften, Auslaufen und Austoben geht.

Etappe 17

Esslinger Furt (99B, 98A) – Kirschenallee Telefonweg Gundackergasse Rosenbergstraße Gedenkwald Niklas Eslarn Straße Himmelteich (99B)

GZ 1 Stunde

Startpunkt Esslinger Hauptstraße (26A) oder Esslinger Furt (98A, 99B). Durch die Kirschenallee etwa 15 Minuten, dann in den Telefonweg. Nach wenigen Schritten scharf nach links in die Gundackergasse: linker Hand eine Kleingartensiedlung, rechts offene Felder. Bei der Silberergasse rechts am Rand des jungen, zur Erinnerung an die während des Nazi-Regimes ermordeten jüdischen Mitbürger gepflanzten Gedenkwalds. Vor den ersten Häusern rechts in die Niklas Eslarn Straße. Durch diese, bis gegenüber der Lehenstraße ein Fahrweg über eine Brücke zum bekannten Himmelteich (99B) führt. Dieses kleine Biotop überrascht ob seiner Natürlichkeit. Es lohnt sich, über sein verwachsenes Ufer zu streunen, im Frühling wimmeln die Ufer von paarungshungrigen Amphibien, im Sommer belebt sich der kleine Stadtstrand mit vielfältiger Flora und Fauna. 2003 wurde hier mit Hilfe junger WienerInnen in einer großen Aufforstungsaktion ein neuer Wald angelegt.


Ackerland bestimmt das Landschaftsbild der 17. Etappe

Schwierigkeiten:
Keine
Streckenlänge:
3,7 km
Gesamtgehzeit:
1 Stunde
Eignung für Kinder:
Von der Länge, aber auch von den Attraktionen her auch für Kinder durchaus empfehlenswert. Vor allem der Himmelteich ist ein kleines Märchenland für junge Entdecker und Natureroberer. Auf einer der Uferlichtungen dort lässt sich auch vorzüglich picknicken und spielen.
Eignung für Hund & Katz':
Null problemo
Ausrüstung:
Einkehrmöglichkeiten:
Keine
Karte:
Karten zum Ausdrucken: 17
Internet:


Der Himmelteich überrascht ob seiner gewachsenen Natürlichkeit

Etappe 18

Himmelteich (99B) – Karl Beck-Gasse Breitenleer Straße Cassinonestraße Beitenleer Straße (24A)

GZ 1 Stunde

Vom Himmelteich (98A, 99B) ausgehend zurück in die Niklas Eslarn Straße und durch das Gasslwerk Karl-Beck-Gasse – Memlinggasse – Cassinonestraße (benannt nach dem Konstrukteur Alexander Cassinone, 1866 - 1931) durch das freie Ackergeländ' zwischen Breitenlee und Neuessling. Hier ist es ein gemütliches Dahinschlendern, hin und wieder werden kleine künstliche Teiche passiert wie die Klager Grube. Aufpassen heißt es nur bei Wegkreuzungen, dann hält man sich am besten immer an den ausgetreteneren Weg. Auf der Breitenleer Straße (24A) links eingekehrt im Gasthaus Lindenhof oder anderen Gasthäusern in Breitenlee (Informationen zu Breitenlee siehe unten).

Schwierigkeiten:
Keine
Streckenlänge:
4,6 km
Gesamtgehzeit:
1 Stunde
Eignung für Kinder:
Die Gehzeit stellt auch kleine Wanderer vor keinerlei Probleme, allein an kindgerechten Attraktionen fehlt es.
Eignung für Hund & Katz':
Null problemo
Ausrüstung:
Einkehrmöglichkeiten:
Gasthof Lindenhof und andere Einkehrmöglichkeiten in Breitenlee.
Karte:
Karten zum Ausdrucken: 18
Internet:

Süßenbrunner Badeteich
Der Süßenbrunner Badeteich sollte eher im Sommer besucht bzw. beschwommen werden.

Etappe 19

Breitenleer Straße (24A) – Agavenweg Azaleengasse Thujagasse Campingplatzweg Spindlerweg Süßenbrunn (Wagramer Straße/Süßenbrunner Hauptstraße, 25A)

GZ 1 ½ Stunden
An der sehr belebten Breitenleer Straße (24A) beginnt die 19. Etappe. Von der Haltestelle des 24A gleich in den Agavenweg, links auf einen Feldweg um einen See. Dann heißt es aufpassen, da hier der Weg schlecht markiert ist: Der Durchschlupf unter einer aufgelassenen Brücke hindurch direkt in die Azaleengasse muss erst einmal gefunden werden. Nun problemlos weiter bis zur Thujagasse. Hier links, dann über freie Ackerflächen, am Schluss durch ein kleines Wäldchen bis zum Campingplatzweg. Dieser führt direkt zum hübschen Badeteich Süßenbrunn (Infos zu Süßenbrunn siehe unten). Der große See gegenüber gibt nicht viel her. Am Spindlerweg finalisiert sich diese 19. Etappe. Großer Verkehr auf der Wagramerstraße/Ecke Süßenbrunner Hauptstraße (25A).

Schwierigkeiten:
Kleine Orientierungsschwierigkeiten beim Übergang vom Agavenweg in die Azaleengasse
Streckenlänge:
4,8 km
Gesamtgehzeit:
1,5 Stunden
Eignung für Kinder:
Kein Problem für Kinder, die Hauptattraktion, der Badeteich Süßenbrunn, liegt leider erst am Ende. Um ihn auch durchschwimmen zu können, sollte diese Etappe im Sommer in Angriff genommen werden.
Eignung für Hund & Katz':
Null problemo
Ausrüstung:
Einkehrmöglichkeiten:
Gasthof Lindenhof und andere Einkehrmöglichkeiten in Breitenlee; Gasthäuser auf der Wagramer Straße bzw. Süßenbrunner Hauptstraße
Karte:
Karten zum Ausdrucken: 19
Internet:

Breitenlee

Breitenlee wurde 1160 als "Preitenle" erstmals urkundlich erwähnt. Durch einen Schirmbrief Leopolds VI. des Glorreichen kam das Dorf im Jahre 1200 an das Schottenstift. Die Kuruzzen und Türken fügten dem Dorf starke Schäden zu. 1529 wurden im Zuge der ersten Wiener Türkenbelagerung alle Einwohner von Breitenlee getötet.
Es dauert 165 Jahre, bis das Schottenstift durch den Verkauf wenig erträglicher Güter das Dorf wieder aufbauen konnte. Schottenabt Sebastian I. erstellte 1694 einen genauen Plan zum Wiederaufbau, wobei die Höfe im Stile der Barockzeit nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet wurden und der 1698 errichtete Gutshof des Schottenstiftes den Mittelpunkt bildete. 1696 wurde das Bestandswirtshaus der Schotten gegründet, der heute noch existenzte "Lindenhof".
Als Österreich 1938 an das Deutsche Reich angeschlossen wurde, trennte man die Teile Aspern, Hirschstetten, Kagran und Stadlau vom 21. Bezirk ab und bildete gemeinsam mit den Orten Breitenlee, Essling, Süßenbrunn und Kaisermühlen sowie 15 weiteren Marchfeldgemeinden den riesigen 22. Bezirk Groß-Enzersdorf, einen Teil des neuen Groß-Wien. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die 15 Marchfeldgemeinden wieder an Niederösterreich zurück, die übrigen Ortsteile bildeten den neuen Bezirk "Donaustadt".
Heute ist Breitenlee die größte Bauerngemeinde Wiens, in der auch viele aus Kagran abgesiedelte Gärtner ein Zuhause gefunden haben
.

Wien Ende

Süßenbrunn

Die Siedlung Süßenbrunn war ursprünglich im Besitz des Schottenstiftes und wurde um das Jahr 1200 als Prunne erwähnt. Der Namensteil Süß könnte sowohl von einer Qualitätsbezeichnung des Wassers als auch vom Namen eines Grundherren stammen.
Das als Angerdorf errichtete Süßenbrunn wurde 1620 als Edelmannssitz erwähnt. Während der Türkenbelagerungen wurde es jedoch schwer zerstört. Im Jahre 1713 wurde ein Wasserschloss in Süßenbrunn errichtet. Im Jahr 1816 war Süßenbrunn noch zwei Wegstunden von Wien entfernt. Zwischen Leopoldau und Aderklaa gelegen, bestand es aus regelmäßigen, geschlossenen Häuserreihen und einem großen Teich.
Im Jahre 1938 kam Süßenbrunn zum 22. Bezirk Groß-Enzersdorf, einem Teil des neuen Groß-Wien. Seit dem Jahre 1954 bildet der Ort mit sieben weiteren Gemeinden den Bezirk Donaustadt.
Der alte Ortskern ist auch Jahrzehnte später noch gut erkennbar. Die Umgebung ist durch das Marchfeld geprägt.
Das Wahrzeichen des Ortes, das herrschaftliche Schloss, hat eine wechselvolle Baugeschichte hinter sich. Als einfacher Gutshof konzipiert und in Funktion, präsentierte es sich in der Barockzeit als ein stattlicher Bau mit einem Turm auf dem Mittelrisalit. In seiner heutigen Form stammt es aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Schloss, Park und Gut wurden 1926 von der Theresianischen Akademie erworben, dem bis jetzt letzten Besitzer in der langen Reihe der vorangegangenen Grundherren.

© 2008 www.BergNews.com