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Thomas Rambauske: Wienerwald-Abenteuer

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Elbrus, der weiße Berg
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Infos - Wissen - Tipps

Geografie, Geschichte

Der Elbrus ist ein längst erloschener, doppelgipfeliger Vulkan mit einem Durchmesser von etwa 18 km an der Basis und 1,5 km in 5.300 m Höhe. Über seine weit ausladenden Flanken fließen mehr als 70 Gletscher zu Tal. Die mehr oder weniger geschlossene Eisdecke umfasst eine Fläche von etwa 140 Quadratkilometern. Ganz anders das Bild im Süden, wo sich - 1000 Meter niedriger, aber ungleich alpiner und felsiger - die wilden Gipfel am Hauptkamm aneinander reiben, allen voran Shchelda und Ushba. Auch wenn der letzte Ausbruch des Elbrus 1000 Jahre zurückliegt, schließen Wissenschaftler eine Wiederaufnahme der vulkanischen Tätigkeit nicht aus.

Die Frage seiner Zurechnung zu Asien oder Europa und also ob er der tatsächlich der höchste Berg Europas sei, ist noch immer umstritten.
Von einigen wird die Theorie verfolgt, der Kaukasus und damit auch der Elbrus bilden die Grenze zwischen Europa und Asien, von anderen wird die Manytsch-Niederung nördlich des Kaukasus als Grenze genannt. Physisch-geografisch gesehen kann es nur Eurasien geben, da die Kontinente eine einzige Landmasse bilden. Damit bleibt die Frage letztlich ungeklärt, wo die Grenze zu ziehen ist. Historisch wurde die Grenze oftmals verschoben, so dass es auch keine historisch begründete Herleitung einer Grenze gibt.

Die Erstbesteigung des Ostgipfels gelang nicht bestätigten russischen Angaben zufolge dem Träger Killar Kashirow am 22. Juli 1829. 45 Jahre später, am 28. Juli 1874, erreichten die Engländer Frederick Gardiner, Florence Crawford Grove und Horace Walker zusammen mit ihrem Schweizer Führer Peter Knubel als erste Menschen den höheren Westgipfel. 1890/96 besteigt der russische Militärtopograf A. W. Pastuchow West- und Ostgipfel und erstellt eine erste physikalische Karte des Elbrus. 1929 erste Skibesteigung durch Leopoldo Gasparotto und Hugo Tomaschek. 1942 hissen deutsche Gebirgsjäger während des Russlandfeldzuges die Reichskriegsfahne auf dem Westgipfel. Am 16. August 1998 brennt der Elbrus-Stützpunkt "Prijut 11" (Prijut Odinatsati) gänzlich ab, weil ein Gast zum Löschen einer Gasflamme irrtümlich Benzin mit Wasser verwechselte.

Der Name "Elbrus" stellt die Wissenschaftler vor Rätsel: Neben der offiziellen Deutung der Linguisten stammen die Worte "El" = Wind und "brus" = wirbeln aus dem Arabischen. Aber auch "Berg der tausend Berge", "Herrscher der Berggeister" oder einfach und treffend "Weißer Berg" kommen als Übersetzung in Frage.

Prijut 11 heißt übersetzt "Zuflucht der 11", nachdem sich 11 Wissenschaftlicher hier eine Unterkunft errichtet hatten. Gleich neben der 1998 abgebrannten Prijut steht die heute als Bergsteigerunterkunft dienende "Diesel Hut", die auf der Stelle des ehemaligen Benzinlagers erbaut wurde.

Schwierigkeiten

Der Elbrus ist ohne technische Probleme zu besteigen. Stangenmarkierungen leiten sogar über die meist sanften Gletscherhänge bis in den Sedlowina-Sattel (5.416 m) zwischen Ost- und dem 21 Meter höheren Westgipfel.
Den Berg zu unterschätzen, kann sich jedoch rächen. Die gewaltige Gebirgskette zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer liegt im Einflussbereich des asiatischen Kontinentalklimas mit sehr kalten, schneereichen und stürmischen Wintern und trockenen, heißen Sommern. Die enorme Höhe des Elbrus und seine Nähe zum nur 100 Kilometer entfernten Schwarzen Meer haben ein extrem launisches Wetter zur Folge. Temperaturen von bis zu minus 50 Grad Celsius im Winter und orkanartige Stürme haben schon viele Bergsteiger das Fürchten gelehrt - oder gar das Leben gekostet. Vor allem im Gipfelbereich kann es blitzschnell umschlagen. Innerhalb von Minuten kann es bei ansonsten bestem Wetter zuziehen und Nebel mit eisigen Temperaturen entstehen. Die hohen Gipfel können dann plötzlich starken Stürmen und erheblichen Niederschlägen ausgesetzt sein, nicht umsonst nennt man den Elbrus aufgrund seines harten Klimas manchmal auch "kleine Antarktis".

Zwischen Sattel und Gipfelhang zum Westgipfel können sich Spalten und eine Randkluft auftun! Vorsicht ist hier auf jeden Fall geboten.

Für den Gipfeltag sind rund 1550 Höhenmeter und 8-10 Stunden im Auf- sowie 4 Stunden im Abstieg zu bewältigen. In dieser Höhe keine Kleinigkeit. Auch gut akklimatisierte Bergsteiger sollten 3-4 Tage für den Elbrus vorsehen.

Ausrüstung

Gediegene Westalpenausrüstung reicht vollkommen. Rolands Ausrüstung ist nicht zu empfehlen! Steigeisenfeste Plastik-Bergschuhe und solide Gore-Tex-Kleidung (am besten sogar Daunenbekleidung!) sollten ebenfalls dabei sein. Pickel und Steigeisen (keine Grödeln oder Leichtsteigeisen!) braucht man, da es ab den Sattel zwischen West- und Ostgipfel steil wird und manche Stellen um die Pastuchow-Felsen oder am Gipfelhang vereist sein können.
Zur Frage des Seils: Wir brauchten im Juli keines. Allerdings hatten wir für alle Fälle trotzdem immer eines dabei. Nach Wärmeperioden können sich doch Gletscherspalten auftun und ein Gehen am Seil notwendig machen.

An Essbarem braucht man nichts mitzubringen. Das meiste kann man in Cheget sehr preiswert kaufen: Müsli-, Schokoriegel, Getränke, sogar Suppen und Wurstwaren etc. Die Versorgung in der Hütte ist 1A, sodass alles Futter getrost zuhause gelassen werden kann. Und sollten Filme, Batterien etc. ausgehen, auch die gibt es zu kaufen.

Keine Rubel von Zuhause mitnehmen. Es genügen Euros, die man in Moskau bequem wechseln kann.

Visum, Bewilligungen

Für die Einreise nach Russland ist ein Visum vorgeschrieben, das wieder an ein einen Hotel-Gutschein (Voucher) bzw. ein Einladungsschreiben gebunden ist. Voraussetzung zur Erlangung des Visums ist eine russische Referenznummer, die nur von Reiseveranstaltern vergeben werden kann. Weiters wird ein Permit für die Grenzzone benötigt und eine Nationalparkgebühr eingehoben. All diesen Papierkram erledigt das Verkehrsbüro.

Cheget

Dieses im Talkessel unter dem Dongus-Orun und dem Nakra-Tau auf 2.100 m gelegene Dorf ist auf jeden Fall Terskol am oberen Ende der Baksan-Chaussee vorzuziehen. Während Cheget mit seinen Kiosken, Gasthäusern, Kaffees und einem volkstümlichen Bazar vor Leben platzt, gleicht Terskol im Sommer einer Geisterstadt mit verlassenen, baufälligen Hotelanlagen. Eine Post und das Krankenhaus findet man allerdings nur in Terskol.

Wissen

Elbrus, Kaukasus

Satellitenbilder

Elbrus 1, Elbrus 2

Karten

Genaue, navigationsfähige Karten sind leider nicht erhältlich. Hier eine halbwegs brauchbare >>> bzw. hier >>>

Literatur

Lumir Pecold: Abenteuer Trekking - Rußland, Bruckmann Verlag, ISBN 3765428612

F. Bender: Kaukasus, Tourenführer, Verlag J. Berg bei Bruckmann

Matthias Hake: Expeditionshandbuch. Planung, Ausrüstung, Krisenmanagement. Pietsch, ISBN 3-613-50490-1

Friedrich Bender: Classic Climbs in the Caucasus, ISBN 0897321162

Audrey Salkeld & Jose Bermudez: On the Edge of Europe - Mountaineering in the Caucasus, ISBN 0898863880

Uhrzeit ... im Zielgebiet

Wetter ... in Russland

Aktuelle Verhältnisse ... am Elbrus

Tipps

  • Der Betrieb am int. Flughafen von Moskau ist ziemlich chaotisch. Die Einreiseprozedur dauert länger als der Flug dorthin. Nach der Zollkontrolle wird man abgeholt und ins Hotel gebracht. Transfer vom Flughafen ins Hotel: etwa 1 Stunde.
  • In den Cafés wird man vor die Wahl "Nescafe" oder "National Kaffee" gestellt. Letzterer ist ein Erlebnis und sollte dem Dosengesöff vorgezogen werden.
  • Das Bier in Cheget ist absolute Spitzenklasse.
  • Sehr gute Frequenz-Durchdringung, Handys funktionierten am Elbrus und im Tal.

Zeitunterschied: + 2 Stunden MEZ

Währung

Wechselgeld: 1 Euro = 35 Rubel (Stand 2004), in Moskau überall leicht zu wechseln, wenn nicht in einer Bank, so in einer der Tauschbörsen, Spielhallen etc.

Versicherung

Das Verkehrsbüro schließt für jeden Expeditionsteilnehmer eine Reiseversicherung ab.

Reisen mit der Ruefa

Die Ruefa (vormals Verkehrsbüro), die größte, profilierteste und traditionsreichste Reiseagentur Österreichs, bietet sehr preisgünstige und perfekt durchorganisierte Expeditionen auf die Berge der Welt an. Hier achtet Bernhard Letz, der engagierte "Manager" dieser Reisen, genauestens darauf, dass man schnell, unkompliziert und gesund zum Berg und wieder retour kommt. Am Berg selbst wird man zwar von einem russischen Bergführer begleitet, sollte aber trotzdem selbstständig agieren können.
Im Preis sind der Flug, ein örtlicher Bergführer, Reisebetreuung, Nächtigungen in Moskau und Kaukasus, alle Bewilligungen (Visa, Voucher, Flugenhafentaxen etc.) inkludiert. Wer sich also nicht mit der Organisation der Tour aufhalten will, ist mit dem Verkehrsbüro bestens bedient. Mehr Infos zum Angebot >>>

Internet- und E-Mail-Adressen

Fragen?

Willst du auf den Elbrus und hast du Fragen, die hier nicht beantwortet wurden, lass' es mich bitte wissen: >>> Kontakt. Benachrichtige mich bitte auch, wenn mir Fehler unterlaufen sind bzw. Daten fehlen oder sich gewisse Dinge geändert haben!

Ansonsten bleibt mir noch, dir alles Gute für deine Tour zu wünschen, mach's gut und komm' gesund wieder zurück!

Thomas

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