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Mountainbiken rund um Wien

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Hafnergruppe

Großer Hafner, Mur-Ursprung

Hohe Tauern, Juli 2001

Riedingersee, Hafnergruppe


Vorbemerkung

Die Hafnergruppe erstreckt sich als die östlichste Berggruppe des Nationalparks Hohe Tauern vom Malta- und Murtal bis zum Katschberg und gipfelt im 3076 Meter hohen großen Hafner, einen sogenannten "wanderbaren" Dreitausender. Die Berge, Seen und Kare rings um ihn gehören dem stillen Genießer, weshalb der auch meist alleine unterwegs ist ...

Bei der vorgestellten Bergfahrt handelt es sich um eine 4-Tages-Tour, die den Wanderer wohl die schönsten Eigenarten dieser Gruppe erleben lässt.


1.Tag

Kölnbreinspeicher - Kattowitzer Hütte (2319m)

 

Anreise über die Mautstraße ins schöne Maltatal bis zum Kölnbreinspeicher. Am Parkplatz beim Hotel Malta lassen wir das Auto stehen und brechen auf zur ersten Tagesetappe. Gemütlich über den Salzgittersteig, vorbei an einem einzigartigen Hochmoor, über Geröll zum Krumpenbach (2070m), schließlich hinauf zur Gratscharte des Gamsleitenjochs und eben zur Kattowitzer Hütte. Im Norden thront unsere Tauernkönigin, die Hochalmspitze, und wird uns die gesamte Tour begleiten.

2,5 Stunden, 390 Hm

2.Tag

Kattowitzer Hütte - Großer Hafner (3076m) - Wastlkarscharte - Rotgüldensee Hütte

Bei lichtem Nebel steigen wir über Serpentinen und Geröll durch das weite Ochsenkar hoch zur Abzweigung Wastlkarscharte-Hafner. Mäßig steil den Grat entlang, über gesicherte Felsplatten (erhöhte Trittsicherheit notwendig, Vorsicht bei feuchter Witterung - Rutschgefahr!), dann über einen breiten, einfach begehbaren Rücken, durch einen "Garten" voller, von Bergsteigern errichteter Steinmänner. Nach fast 2 Stunden stehen wir beim schlichten Kattowitzer Kreuz des Hafner-Gipfels, des ersten 3000ers meiner Wanderpartnerin Mexi.

2,5 Stunden

Beim Abstieg ein selten schönes Naturschauspiel: Die Wolken reißen auf und gewähren einen atemberaubenden Blick auf die Tiefen und Weiten der Hafnergruppe. Nun zurück zur Abzweigung und gesichert über die Felsen der Marschneid. Die gute Laune vergeht uns bei der anstrengenden Blockkletterei am Wastlkarkees (Mexi, sich über ihre geringe Spannweite beschwerend: "Sind diese Steine denn nur für Männer gemacht?"). Nun über Schneefelder zur Wastlkarscharte, dem Kriterium dieser Tour: An Drahtseilen und Steigbügeln hantelt man sich fast 10 Meter senkrecht in eine Rinne hinab, mitunter verschwindet das Seil unter festem Altschnee, sodass gewagt über den steilen Firnhang ausgewichen werden muss (Grödeln wären da nicht sinnlos!).

Abfahrgeeignete Schneefelder entlohnen für die Mühe, der idyllische Uferweg entlang des Oberen und Unteren Rotgüldensees (dazwischen einige gesicherte Passagen) gehört zu dem Schönsten, was die Haftner-gruppe zu bieten hat.

Am Ufer des unteren Sees die schmucke Rotgüldensee Hütte. Monika und Erich Winkler haben diese Einkehr zu einer der gemütlichsten und gastlichsten Hütten gemacht (etliche Schautafeln bei der Hütte informieren über Flora, Fauna und Montangeschichte).

6,25 Stunden, 800m/1300 Hm

 

 

 

 

 

 

 

Mexi in action

3.Tag

Rotgüldensee Hütte - Schrovin-Scharte - Muritzen Alm - Stickler Hütte

 

Weißeck, 2711m

 

 

 

Himmelsherold

Für den verschlafenen Morgen unfair steil bergauf (eine gesicherte Passage) bis zu einem kleinen Metallkreuz in der Schrovinscharte, weiter auf einem landschaftlich schönen Panoramaweg, hinunter zur Muritzenalm (Kapelle, mehrere Häuser, keine Bewirtschaftung). Auf einer Fahrstraße über die Zalußenalm zur schön gelegenen Stickler Hütte, die sich auf Forellengerichte spezialisiert hat (eigener Fischteich, hierher auch per Hüttentaxi möglich).

3,75 Stunden, 520/360 Hm

Weil wir noch genügend Zeit haben und das Weißeck verlockend auf uns herabblickt, starten wir nach einer kleinen Mittagspause noch einmal durch zu einem unvermutet schönen Erlebnis! Auf dem geruhsamen Almweg betreten wir ein Meer von Farben und Gipfeln. Vor allem der Gratweg von der Rieding Scharte zum höchsten Punkt des Weißecks hat es uns angetan: unter uns der Riedinger See, vor uns die Schladminger Tauern , zu unseren Füßen Beete voller Himmelsherolde. Lange bleiben wir am Gipfel und schauen und genießen, bis Mexis ewig kalte Finger zum Aufbruch mahnen.

3,5 Stunden, 959 Hm

4.Tag

Stickler Hütte - Albert Biwak (Schmalzscharte) - Weinschnabel - Kölnbreinspeicher

 

Mur-Ursprung

Durch das langgezogene Almgebiet entlang der Mur in Richtung Schmalzgrube, das große Kar im Talschluss. Bald stehen wir an der Quelle der Mur. Wuchtig entspringt sie dort unter einem großen Felsblock (Info-Tafel; Flusslänge bis zur Mündung in die Drau bei Legrad in Kroatien 444 Kilometer), lässt ihre Mächtigkeit schon erahnen. Dann schweißtreibend und lange bergauf durch blockreiches, alpines Ödland bis zum Albert-Biwak, einer kleinen, 1986 errichteten Notunterkunft. An ihr vorbei in die Schmalzscharte (2444m), wo sich ein aufgemauerter "Adlerhorst" als prächtiger Aussichtspunkt und Pausenplatz anbietet (schöner Blick auf die Schwarz Seen). Von dort auf und ab, manchmal über gesicherte Stellen in die Muritzenscharte, schließlich über Geröll und/oder Schneefelder hinauf zum höchsten Punkt der heutigen Tour, den Weinschnabel (2750m). Gemütlich bergab zur unbewirtschafteten Jägersteighütte und über die Straße am Ufer des Kölnbreinspeichers zum Parkplatz des Hotels Malta zurück.

6 Stunden, 1000 Hm

Eine Etappe, die noch einmal alle Vorzüge dieser Berggruppe hervorkehrt: rauschende Wasserläufe, langgezogene Almböden, beeindruckende Fernblicke, kantige Scharten, zünftige, aber gesicherte Kletterpassagen, also jede Menge Arbeit für Hand, Fuß, Ohr und Auge.

Hütten:

Kattowitzer Hütte: DAV-Kattowitz

Rotgüldensee Hütte: OeAV-Graz

Stickler Hütte: OeaV-Graz

Albert-Biwak: OeAV-Edelweiß


Tipps/Schwierigkeiten

  • Die vielen gesicherten Kletterpassagen (I-II) verlangen erhöhte Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.
  • Vorsicht bei Altschneefeldern! Die Sicherungen können darunter vergraben sein.
  • Alle Wege sind hervorragend markiert und instand gehalten.
  • Die Tour kann auch Jugendlichen ab 15 zugemutet werden, so alle Regeln der Bergpädagogik beachtet werden. Für gefährliche Passagen ist eine Klettersteigsicherung anzuraten!
  • Die Hütten zeichnen sich durch Gemütlichkeit und Engagement aus (Reservierungen nicht notwendig, da das Gebiet und also die Hütten nicht überlaufen sind). Die Preise allerdings scheinen zu hoch angesetzt! Vor allem das für Bergsteiger so wichtige Frühstück fällt in allen Hütten für den hohen Preis von € 7,25 viel zu mager aus: Von 2 dünnen Scheiben Brot, einem Schälchen Butter, Marmelade, 2 Blättern Wurst und/oder Käse wird kein Bergfex satt.
  • Wer ein ruhiges, eindrucksvolles und einsames Gebiet sucht, dem sei dieser Höhenweg wärmstens empfohlen!


Geschichte

Als Erstbesteigung des Großen Hafner gilt jene des Leutnants Baron Gorizzutti im Jahre 1825. Er errichtet auf dem damals "Hafnereck" genannten Gipfel eine 5,12 m hohe Pyramide: "Da jedoch die Spitze selbst für das trigonometrische Zeichen zu wenig Platz bot, wurde dieses nordwestlich vom Gipfel ungefähr um 12 Klafter (30 Schritte) tiefer errichtet", berichtet der Baron.

Der Kölnbreinspeicher wurde 1978 in Betrieb genommen und erstreckt sich über ein Einzugsgebiet von 51,3 km2. 200 Mio.m3 Nutzinhalt werden von einer 200m hohen Staumauer gehalten.


Literatur/Karten

Auferbauer: "Bergtourenparadies Österreich"; Buchenauer/Holl: "Alpenvereinsführer Ankogel und Goldberggruppe"

Karte: AV-Karte 1:25.000, Nr.44 - "Hochalmspitze-Ankogel"; ÖK 1:50.000 oder 1:25.000, Blatt 156 - "Muhr"


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