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Mönch

per Jungfraubahn

Mönch

Berner Alpen, 4099 m, 2007

Text/Bilder: Johnny Bernreiter

Intro

Die Tatsache, dass man bei der Besteigung des Mönch lediglich die obersten hundert Höhenmeter des Berges kennen lernt, sollte nicht übermütig machen. Die größte Gefahr ist es die Anforderungen ohne entsprechende Höhenanpassung und Erfahrung zu unterschätzen. Die technischen Schwierigkeiten können durch Vereisung sehr schnell erheblich erhöht werden.

Die Erstbesteigung erfolgte im August 1857 durch die Grindelwalder Führer Christian Almer bzw. Ulrich und Christian Kaufmann. Die erste Begehung über den Eisnollen gelang dem Berner Edmund von Fellenberg mit den Führern Christian Michel und Peter Egger bereits 1966.


Die Geschichte der Jungfraubahn

Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts herrschte im Jungfraugebiet ein wahres Bergbahnfieber, zumindest bei den technischen Pionieren und den Förderern des Fremdenverkehrs. Bereits 1870 tritt der Hotelier und Nationalrat Friedrich Seiler mit dem Plan einer pneumatisch, also mit Luftdruck betriebenen Jungfraubahn an die Öffentlichkeit. Schon wenige Jahre später, nämlich 1889 reichte Maurice Koechlin, ein Ingenieur von Eifel, ein Konzessionsgesuch für eine Adhäsionsbahn in Verbindung mit einer Zahnradbahn oder für fünf aufeinander folgende Standseilbahnen ein. Im gleichen Jahr erfolgt ein Konzessionsgesuch für vier mit Pressluft betriebenen Tunnelseilbahnen. Nur ein Jahr später versuchte der Erbauer der Pilatusbahn, Eduard Locher, eine Konzession für eine Bahn zu ergattern, mit der die Reisenden wie in einem Kolben in zwei Röhren in 15 Minuten mit Hilfe von komprimierter Luft (System Rohrpost) auf die Bergspitze hätten "geblasen" werden sollen. Aber weder das 1891 genehmigte vereinigte Projekt Koechlin/Locher noch eine 1892 konzessionierte Eigerbahn kommen zustande.

1893 bewirbt sich schließlich der Textilfachmann Adolf Guyer-Zeller um die Konzession für sein Jungfraubahnprojekt. Er hatte bereits die Welt bereist und die väterliche Spinnerei erfolgreich ausgebaut, gehörte als liberaler Politiker dem Zürcher Kantonrat an und investierte damals in Eisenbahnaktien. Er verdiente bei der Gotthardbahn und bei der Nordostbahn. Im Jahre 1894 erhielt er die Konzession für den Bau der Jungfraubahn.

JungfraujochDie etwa 7 Kilometer lange Tunnelschlaufe führt quer durch das Eigermassiv und durch den Mönch. Der Tunnel wurde nahe der Bergwand gebaut, wobei Auswurfstollen für den Schutt später zur Errichtung von Aussichtspunkten umgebaut wurden. Auf der Fahrt zum Jungfraujoch (siehe Bild rechts) hält deshalb der Zug für einige Minuten in der Eiger-Nordwand und ein zweites Mal auf der Südseite (Eismeer). In diesen Zwischenstationen kann man aussteigen und „aus dem Berg herausschauen“.

Zur Zeit der Planung der Jungfraujochbahn steckte die elektrisch Zugsantriebe noch in den Kinderschuhen. Dennoch setzen die Erbauer auf Strom, weil billiges Wasser zur Verfügung stand, Dampfbetrieb im Tunnel nicht möglich gewesen wäre und das relativ leichte Gewicht der elektrischen Antriebe auf der steilen Strecke von Vorteil ist.

Talstation der Jungfraujochbahn ist auf der Kleinen Scheidegg (2061m). Bis dorthin kommt man mit der Wengeralpbahn (eröffnet 1893) von Lauterbrunnen oder von Grindelwald. Interessant ist, dass die Erbauer abweichend von dieser bereits bestehenden Bahn eine andere Spurweite (1000 mm anstatt 800 mm), eine andere Zahnstange (System Strub anstelle System Riggenbach) und Drehstrom anstelle von Wechselstrom wählten.

Gleichzeitig mit dem Bau des ersten Teilstücks wurde auch das Kraftwerk Lauterbrunnen errichtet. Heute sind natürlich auch die Triebwagen kleine Kraftwerke, da aus der Bremsenergie wieder Strom zurückgewonnen wird.

Am 27. Juli 1896 erfolgte der Spatenstich, wobei für die Arbeiten 7 Jahre und etwa 10 Mio. Schweizer Franken veranschlagt worden waren. Erst am 19. September 1898 konnte der Betrieb auf der freien Strecke bis zum Fuß des Eiger aufgenommen werden. Die Bergpredigt zur Eröffnung übernahm der Grindelwalder Gletscherpfarrer Gottfried Strasser. Kurz nachdem die Station Eigerwand erreicht worden war, starb Adolf Guyer-Zeller (3. April 1899). Seine Söhne führten den Bau fort, aber erst vier Jahre später konnten die Gäste auch tatsächlich bis zur Station Eigerwand fahren. Nach insgesamt 16 Jahren und 15 Mio. Franken war das Jungfraujoch erreicht und eben dort auch Endstation. Die weitere Strecke bis zur Jungfrau besteht nur mehr aus Plänen.

Betreuung der Gäste

1912 wurde bei der Endstation ein Touristenhaus eröffnet, welches etwa 100 Personen beherbergen konnte. Bereits 12 Jahre später wurde ein Hotel seiner Bestimmung übergeben, welches mit Klubräumen, Fenstersaal, Aussichtslaube und ähnlichem ausgestattet war.

In einer stürmischen Nacht wurden 1972 beide Häuser ein Raub der Flammen. So wurde kurzfristig ein provisorisches Restaurant in der Bahnhofshalle aufgestellt. Nach fünfjähriger Bauzeit wurde 1987 ein fünfstöckiger Bau mit Restaurants sowie Räumen für Konferenzen und Ausstellungen fertiggestellt. Cafeteria, Restaurants (z.b. Bollywood!) und Self-Service bieten zusammen mehr als 1000 Sitzplätze.

Restaurant

Gipfeltour Mönch

Sphinx-Observatorium (3571 m) - Aletschgletscher - Mönchsjochhhütte - Mönch (4099 m)

HU ca. 500 m, GZ 2 Stunden

Aletschgletscher
Der Aletschgletscher

Firnaufschwung
Der letzte Firnaufschwung vor dem Gipfel

Vom Jungfraujoch kann man mit einem Lift auf einen Aussichtspunkt fahren. Etwa 600 m östlich des Jochs erhebt sich die "Sphinx", ein markantes Spitzchen mit einer Höhe von 3571 m. Sie trägt eine Aussichtsplattform und ein wissenschaftliches Observatorium (Sphinx-Observatorium).

1912 bei Eröffnung der gesamten Strecke wurden mit 18 Personenwagen und 820 Sitzplätzen fast 40.000 Menschen auf den Berg befördert. Heute fahren etwa 500.000 Gäste pro Jahr auf das Jungfraujoch. An Spitzentagen drängen sich über 4.000 zuerst in den Zügen und später rund um die Bergstation.

Durch einen Stollen gelangt man vom Bahnhof auf die Walliser Seite und zum Aletschgletscher. Ein üblicherweise für Spaziergänger präparierter Weg führt in etwa einer Stunde vom Jungfraujoch zur Mönchsjochhütte.

Kurz vor der Mönchsjochhütte am Fuß des Südsporns legen wir die Steigeisen an und steigen wir über Platten auf. Es liegt etwa 10 bis 20 cm Neuschnee und ist leicht vereist. Dies macht so manche einfache Kletterstelle zu einem kurzfristigen Nervenkitzel, aber unser Bergführer Adrian hat alles im Griff. Nach dem Regenmesser geht es am Firngrat weiter, über ein steiles felsiges Gratstück und schließlich am Firngrat zum höchsten Punkt. Vorsicht bei Wechten!

Am Gipfel

Der Abstieg erfolgt auf gleichem Weg. Nach diesem Gipfelerfolg kehren wir in die Mönchsjochhütte ein.

Eiger
Der Eiger vom Gipfel des Mönchs aus gesehen

Schwierigkeiten:
Felskletterei bis II, kombiniert, je nach Schneelage Firn oder Eis bis 45°
Höhenmeter: Etwa 500 in Auf- und Abstieg
Gesamtgehzeit: jeweils ca. 2 Stunden für Auf- und Abstieg
Ausrüstung: Pack-Checkliste
Einkehrmöglichkeiten:

Mönchsjochhütte

Karte: Finsteraarhorn Blatt 1249, 1:25.000
swisstopo "Jungfrau 264 T" 1:50.000
Internet:

Jungfraubahn, Forschungsstation - Jungfraujoch